Frühgeborene im Klinikum Nürnberg „KI in der Neonatologie“ – Start eines Modellprojekts

Von Serina Sonsalla 2 min Lesedauer

Am Klinikum Nürnberg startet das Modellprojekt „KI in der Neonatologie“. Künstliche Intelligenz soll Frühgeborene überwachen, kritische Veränderungen erkennen und das Personal frühzeitig alarmieren. Nach einer erfolgreichen Projektphase könnte die Technologie auch bayernweit eingesetzt werden.

Bayern setzt auf KI in der Frühgeborenen-Medizin. (Bild: ©  Patrick - stock.adobe.com / KI-generiert)
Bayern setzt auf KI in der Frühgeborenen-Medizin.
(Bild: © Patrick - stock.adobe.com / KI-generiert)

„Jede Sekunde zählt auf einer Neugeborenen-Intensivstation. Wenn Künstliche Intelligenz hilft, kritische Situationen früher zu erkennen, ist das ein Meilenstein der Medizin“, sagte die bayerische Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach. Am Klinikum Nürnberg startet nun das bereits angekündigte Modellprojekt „KI in der Neonatologie“, das die Versorgung und Sicherheit von Frühgeborenen mithilfe KI-gestützter Systeme verbessern soll.

Das Projekt wird mit rund 150.000 Euro vom Freistaat Bayern gefördert. Ziel sei es, modernste Technologien dort einzusetzen, wo sie frühzeitig auf mögliche Erkrankungen aufmerksam machen und Leben retten können, betonte Gerlach zum Projektstart. „Das Modellprojekt ist eines der ersten Projekte dieser Art in Deutschland, was die besondere fachliche Bedeutung für die Neonatologie unterstreicht.“

Das Modellprojekt „KI in der Neonatologie“

Im Mittelpunkt des Projekts stehen drei zentrale Themen:

  • KI-gestützte Patientensicherheit durch automatisierte Überwachung
  • KI-optimierte Ernährung zur Förderung von Wachstum und neurologischer Entwicklung
  • KI-gestützte Steuerung der künstlichen Plazenta.

Kernbestandteil ist unter anderem eine Video-KI, die bei Frühgeborenen kleinste auffällige Bewegungsmuster erkennen kann, die auf Funktionsstörungen hindeuten. In solchen Fällen alarmiert das System automatisch das medizinische Personal, das dadurch früher eingreifen kann. Der gezielte Einsatz digitaler Technologien ermögliche es, Frühgeborenen noch besser zu helfen, so die Ministerin.

Prof. Dr. Christoph Fusch (v. l. ), Professor Benjamin Glicksberg vom Mount Sinai Hospital New York, und die bayerische Gesundheitsministerin Judith Gerlach. (Bild:  © Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention)
Prof. Dr. Christoph Fusch (v. l. ), Professor Benjamin Glicksberg vom Mount Sinai Hospital New York, und die bayerische Gesundheitsministerin Judith Gerlach.
(Bild: © Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention)

Der Impuls dazu entstand bereits während des Besuchs im Mount Sinai Hospital in New York im vergangenen Jahr. Nun ist die Projektphase auf rund zwei Jahre angelegt und endet am 31. Januar 2028. Anschließend soll auf Grundlage der Ergebnisse über eine mögliche bayernweite Anwendung der entwickelten KI-Modelle entschieden werden.

„Durch die intensive Zusammenarbeit einzelner bayerischer Kliniken bei der Behandlung von Frühgeborenen wurde die Versorgung dieser kleinen Patienten in den vergangenen Jahren bayernweit bereits verbessert“, betonte Gerlach. „Durch eine hochqualifizierte und flächendeckende Versorgung können Mütter und Kinder familien- und wohnortnah behandelt werden.“

Das Klinikum Nürnberg als Beispiel für Austausch und Innovation

Das Projekt am Klinikum Nürnberg ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie internationaler Austausch und der Transfer von Impulsen in konkrete Projekte münden können.

Judith Gerlach

Das Projekt startet am Klinikum Nürnberg in Zusammenarbeit mit der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität. Am Standort Klinikum Nürnberg Süd entsteht zudem ein neues Kinderklinikum mit hochmodernen Räumlichkeiten und 34 Intensivbehandlungsplätzen für die Neonatologie. Der Freistaat Bayern fördert den Neubau mit mehr als 124 Millionen Euro.

Prof. Dr. Christoph Fusch, Chefarzt der Klinik für Neugeborene, Kinder und Jugendliche am Klinikum Nürnberg, sieht großes Potenzial: „In unserem Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe behandeln wir jedes Jahr rund 400 Frühgeborene, darunter mehr als 60 Babys mit einem Geburtsgewicht von unter 1.500 Gramm. Wir sind sicher, dass KI uns in der Versorgung gerade dieser extrem sensiblen Kinder, die hochspezialisierte Medizin und Pflege erfordern, sehr gut unterstützen kann.“

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