Zeit für Patienten schaffen Bürokratie in Kliniken abbauen: Appell aus Niedersachsen

Von Nicola Hauptmann 1 min Lesedauer

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In einer gemeinsamen Initiative fordern Gesundheitsminister, Krankenhausgesellschaft und Ärztekammer in Niedersachsen, die Bürokratie in den Krankenhäusern abzubauen und somit Personalressourcen freizusetzen.

„In Zeiten des Fachkräftemangels können wir uns eine Verschwendung von Arbeitskraft, die dringend im OP und am Krankenbett gebraucht wird, nicht mehr leisten." (Helge Engelke, Verbandsdirektor der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft)(© carballo – stock.adobe.com)
„In Zeiten des Fachkräftemangels können wir uns eine Verschwendung von Arbeitskraft, die dringend im OP und am Krankenbett gebraucht wird, nicht mehr leisten." (Helge Engelke, Verbandsdirektor der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft)
(© carballo – stock.adobe.com)

Bürokratie kostet Ärzte und Pflegekräfte in den Krankenhäusern zu viel Zeit: Würde der tägliche Dokumentationsaufwand in den Kliniken von durchschnittlich drei Stunden auch nur um eine Stunde verringert, könnten mehr als 1.700 Vollkräfte im ärztlichen und etwa 4.000 Vollkräfte im Pflegedienst freigesetzt werden – darauf haben Niedersachsens Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi, die Niedersächsische Krankenhausgesellschaft (NKG) und die Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN) in einer Pressekonferenz verwiesen. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach solle das vor Monaten in Aussicht gestellte Gesetz zum Bürokratieabbau im Gesundheitswesen daher schnellstmöglich auf den Weg bringen. „Herr Lauterbach, machen sie ernst mit dem Bürokratieabbau in den Krankenhäusern! Nutzen Sie die Krankenhausreform, um die Kliniken von unnötigem Ballast zu befreien!“, so der niedersächsische Gesundheitsminister.

NKG-Verbandsdirektor Helge Engelke befürchtet im Hinblick auf die Krankenhausreform und Pläne des Bundes sogar eine steigende Bürokratielast – der vorliegende Gesetzentwurf des Bundes baue in hohem Maß weitere Bürokratie auf.

Gerade in einer Zeit begrenzt zur Verfügung stehender Geldmittel müsse man zielgenau und verantwortungsvoll mit den Ressourcen umgehen, gibt ÄKN-Präsidentin Dr. Martina Wenker zu bedenken: „Wir können jeden Cent nur einmal ausgeben und da muss die bestmögliche unmittelbare Gesundheitsversorgung der Bevölkerung die oberste Priorität haben.“

In ihrer gemeinsamen Initiative fordern sie daher:

  • das angekündigte Entbürokratisierungsgesetz zügig vorzulegen,
  • die Krankenhausreform zum Bürokratieabbau zu nutzen,
  • vor jedem neuen Gesetz eine Bürokratiefolgenabschätzung vorzunehmen,
  • bestehende und bereits geplante Dokumentations- und Nachweisverpflichtungen auf den Prüfstand zu stellen,
  • Nachweispflichten zu reduzieren,
  • ausreichende Umsetzungsfristen zu gewährleisten,
  • verfügbare Daten stärker zu nutzen und auf neue Datenerhebungen zu verzichten,
  • Digitalisierungsprozesse zu beschleunigen, Schnittstellenprobleme bei Fachanwendungen zu beheben und somit Interoperabilität zu gewährleisten sowie
  • Den Bundes-Klinik-Atlas bis auf Weiteres auszusetzen.

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