Onkologische Versorgung Das Krebsregister Rheinland-Pfalz feiert zehn Jahre

Von Serina Sonsalla 3 min Lesedauer

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Rund 130 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik und Versorgung kamen am Weltkrebstag im Mainzer Eltzer Hof zusammen, um zehn Jahre klinische Krebsregistrierung in Rheinland-Pfalz zu feiern. Im Fokus standen die zentrale Rolle des Krebsregisters für Qualitätssicherung und Versorgungsforschung sowie der konkrete Nutzen für Patientinnen und Patienten.

Ministerialdirektorin im Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit in Rheinland-Pfalz, Katharina Heil, richtete das Grußwort an die Teilnehmenden der Veranstaltung.(Bild:  © Institut für digitale Gesundheitsdaten RLP)
Ministerialdirektorin im Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit in Rheinland-Pfalz, Katharina Heil, richtete das Grußwort an die Teilnehmenden der Veranstaltung.
(Bild: © Institut für digitale Gesundheitsdaten RLP)

Am Weltkrebstag (4. Februar) kamen rund 130 Besucherinnen und Besucher aus den Bereichen Wissenschaft, Politik, Klinik, Praxis und aus anderen Krebsregistern im Eltzer Hof in Mainz zusammen, um einen besonderen Jahrestag zu feiern: Die klinische Krebsregistrierung in Rheinland-Pfalz zelebriert dieses Jahr ihr zehn-jähriges Jubiläum.

Jubiläum: Zehn Jahre Krebsregistrierung in RLP
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Katharina Heil, Ministerialdirektorin im Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit, betonte im Rahmen des Jubiläums: „Seit zehn Jahren leistet das Krebsregister Rheinland-Pfalz im Institut für digitale Gesundheitsdaten einen zentralen Beitrag zur Erfassung und Auswertung klinischer Daten und ist damit eine echte Erfolgsgeschichte für die Versorgungsforschung.“

Das Krebsregister Rheinland-Pfalz im Institut für digitale Gesundheitsdaten (IDG) erfasst systematisch Krebserkrankungen. Im Mittelpunkt steht die Qualitätssicherung in der onkologischen Versorgung sowie die Nutzung der Daten für die Versorgungsforschung – mit dem Ziel, die Versorgung von Patientinnen und Patienten kontinuierlich zu verbessern. Auch die Ministerialdirektorin verwies auf diesen Anspruch und ging auf die Bedeutung klinischer Daten für die Forschung ein: „Die Daten des Krebsregisters Rheinland-Pfalz im IDG machen die Qualität der onkologischen Versorgung sichtbar – und sie sind weit mehr als reine Statistik. Sie werden aktiv für die Versorgungsforschung genutzt und bilden eine unverzichtbare Grundlage für die Weiterentwicklung der Krebsversorgung im Land.“ Die gewonnene Transparenz und Vergleichbarkeit der Behandlungsqualität stärke die Versorgung und bringe den Patientinnen und Patienten konkreten Nutzen, erklärte sie. Entscheidend sei die enge Zusammenarbeit der onkologischen Zentren mit dem Krebsregister. Das Institut fördere daher die interdisziplinäre Vernetzung und unterstütze die Kooperation zwischen Kliniken, Praxen und anderen Registern.

Die Rednerinnen und Redner der Veranstaltung blickten auf die vergangenen Jahre zurück. Antje Swietlik, ehemalige Geschäftsführerin des IDG, teilte Anekdoten und hob zentrale Meilensteine hervor. Weitere Fachvorträge, etwa von Prof. Dr. Volker Arndt (Epidemiologisches Krebsregister Baden-Württemberg und DKFZ Heidelberg) und Dr. Steffen Heß (Forschungsdatenzentrum Gesundheit), boten Einblicke in zentrale Themen – von der politischen und medizinischen Bedeutung über neue klinische Daten und deren Nutzung für die Versorgungsforschung bis hin zu Kooperationen mit onkologischen Spitzenzentren und innovativen Ansätzen wie Künstlicher Intelligenz.

Anna Holland, Referatsleiterin für Medizinische Datenbanken und Register beim Bundesministerium für Gesundheit, stellte in ihrer Keynote die Rolle der Krebsregistrierung in Deutschland aus bundespolitischer Sicht dar. Dabei ging sie insbesondere auf internationale Entwicklungen und Vergleichsperspektiven ein: „Entscheidend ist nun, die Daten aus den Registern noch stärker auf die Straße zu bringen – national, europäisch und vor allem zum Nutzen der Patientinnen und Patienten. Dafür braucht es keine Datensilos, sondern intelligente Verknüpfungen.“ Mit dem IDG hätten sie zudem einen verlässlichen Partner, der den Aufbau moderner Datenräume mit viel Herzblut unterstütze und offene Versorgungsfragen aktiv adressiere – „etwa auch mit Blick auf das wichtige Thema Survivorship.“ Außerdem erklärte Holland, wie Krebsregister künftig als wichtige Säule eines vernetzten Gesundheitsdatenökosystems fungieren könnten – etwa im Kontext des European Health Data Space (EHDS).

In Zukunft wird das Krebsregister im IDG weiterhin daran arbeiten, klinische Daten gezielt nutzbar zu machen, Kooperationen auszubauen und die onkologische Versorgung in Rheinland-Pfalz nachhaltig zu stärken. „Im Zentrum unserer Arbeit stehen immer die Patientinnen und Patienten. Die klinische Krebsregistrierung hilft dabei, Behandlungsverläufe transparent zu machen, Versorgungsqualität messbar zu verbessern und aus Erfahrungen zu lernen“, betonte die Ärztliche Leiterin Dr. Katja Schwarzer in ihrer gemeinsamen Eröffnungsrede mit Philipp Kachel, Geschäftsführer des IDG, und erklärte abschließend: „Diese Ziele werden uns auch in den nächsten Jahrzehnten leiten, damit jede Krebserkrankung heute und in Zukunft nach den bestmöglichen Standards behandelt werden kann.“

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