Digitalisierung Deutsche Kliniken investieren wenig Geld in IT

Von Susanne Ehneß 1 min Lesedauer

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Die IT-Ausgaben der deutschen Krankenhäuser und Kliniken sind im internationalen Vergleich niedrig. DKG-Vorstandsvorsitzender Dr. Gerald Gaß fordert eine verlässliche Finanzierungsperspektive.

Deutsche Kliniken investieren vergleichsweise wenig Geld in ihre IT-Infrastruktur.(Bild: ©  weyo – stock.adobe.com)
Deutsche Kliniken investieren vergleichsweise wenig Geld in ihre IT-Infrastruktur.
(Bild: © weyo – stock.adobe.com)

Eine Studie der Hochschule Osnabrück im Auftrag der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) zeigt: Die Krankenhäuser in Deutschland investieren im internationalen Vergleich deutlich weniger in digitale Infrastruktur und IT-Personal. Die Untersuchung legt nahe, dass eine hohe digitale Reife nur mit einer adäquaten und dauerhaft gesicherten Finanzierung möglich ist – insbesondere bei den laufenden Betriebskosten der Krankenhäuser.

„Unsere Krankenhäuser digitalisieren derzeit mit besonders geringem Ressourceneinsatz. Das spricht einerseits für eine hohe Effizienz“, kommentiert DKG-Vorstandsvorsitzender Dr. Gerald Gaß. „Andererseits lässt es aber auch erwarten, dass ohne eine verlässliche Finanzierungsperspektive für die Zeit nach dem Auslaufen der Förderung nach dem Krankenhauszukunftsgesetz die Digitalisierung in Krankenhäusern nicht nachhaltig gesichert und verbessert werden kann.“

Laut Studie werden in den deutschen Krankenhäusern drei Prozent des Budgets für IT ausgegeben. In Dänemark und den Niederlanden liegt dieser Wert bei 3,9 beziehungsweise 5,2 Prozent.

Laut DKG werde dieser Unterschied noch deutlicher, wenn man dazu die Gesamtkosten vergleiche: „Krankenhäuser in Deutschland verursachen im europäischen Vergleich besonders niedrige Kosten pro Behandlungsfall – im Durchschnitt rund 6.000 Euro, während es in Dänemark mehr als 7.000 und in den Niederlanden mehr als 8.000 Euro sind. Das bedeutet: Der ohnehin geringe IT-Anteil bezieht sich in Deutschland auch noch auf ein deutlich niedrigeres Gesamtkosten-Niveau.“

„Die Studie macht es mehr als deutlich: Wer Digitalisierung wirklich will, muss sie dauerhaft finanzieren. Während Länder wie Dänemark und die Niederlande strukturell in ihre digitale Infrastruktur investieren, fehlen in Deutschland die Mittel für Personal, Betrieb und Weiterentwicklung. Das ist nicht zukunftsfähig“, so Gaß.

Die DKG verdeutlicht, dass angesichts der Finanzierungskrise die Häuser ihre Mittel auf existenzielle Posten wie Personalkosten fokussieren. „In dieser Situation bleibt wenig Platz für Digitalisierung, da diese in der Regel keine unmittelbar wirksamen Kosteneinsparungen mit sich bringt“, so das Fazit des Verbands.

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