KI im Gesundheitswesen Die Angst, etwas zu verpassen

Von Johannes Kapfer 3 min Lesedauer

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Die Gründe für den Einsatz neuer Technologien im Gesundheitswesen sind divers. Neben Effizienzsteigerungen und besseren Services für Patienten stellt die sogenannte Fear of Missing Out mit einen Investitionsgrund im Healthcare-Sektor dar.

Einen Trend zu verpassen und dadurch in Zukunft weniger gute Chancen auf dem Markt zu haben ist für viele IT-Entscheider ein nicht zu unterschätzendes Risiko. (©  MotionIsland - stock.adobe.com)
Einen Trend zu verpassen und dadurch in Zukunft weniger gute Chancen auf dem Markt zu haben ist für viele IT-Entscheider ein nicht zu unterschätzendes Risiko.
(© MotionIsland - stock.adobe.com)

Nahezu in jedem Bereich des Gesundheitswesens kommt IT zum Einsatz. Insbesondere niedergelassene Hausärzte können davon profitieren, indem sie die gesammelten Informationen über ihre Patienten bequem per Mausklick über das Praxisinformationssystem abrufen oder in kurzer Zeit über andere Quellen beziehen können. Die Echtzeit-Vernetzung mit Spezialisten, deren Wissen und konkreten Empfehlungen ist heutzutage eher die Regel als die ­Ausnahme. Dennoch gibt es im tagtäglichen Umgang mit Computersystemen etliche Details, die verbesserungswürdig scheinen.

Einzellösungen können noch nicht kommunizieren

Einer aktuellen Studie des Fraunhofer IESE zufolge, ist die Digitalisierung des gesamten Patientenversorgungspfades – von der Prävention und Diagnostik über die Versorgung und Therapie bis hin zu Verwaltungsprozessen – das ­designierte Ziel beinahe aller Akteure im Gesundheitswesen. Allerdings befindet sich das deutsche Gesundheitssystem derzeit noch weit von dieser Realität entfernt und weist teilweise erhebliche Lücken auf. Im europäischen Vergleich rangiert Deutschland gar am Ende der Skala. Informations- und Kommunikationstechnologien werden entlang der Patient-Journey ungleichmäßig eingesetzt. Ein ineinandergreifendes und medienbruchfreies Zusammenspiel der Einzellösungen existiert bislang nicht – oder nur auf dem Papier.

ABBYY, ein Anbieter für intelligente Dokumenten- und Informationsautomatisierung, hat eine Untersuchung in Auftrag gegeben. Diese legt nahe, dass die „Fear of Missing Out“ (FOMO) bei 57 Prozent der Befragten eine bedeutende Rolle bei der Entscheidung für Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) spielt.

Neben dieser – teilweise irrationalen – Sorge sind für mehr als die Hälfte der Befragten Effizienzsteigerungen und die Verbesserung der Patientenservices die zentralen Gründe für Investitionen in die Künstliche Intelligenz. 48 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer fühlen sich sogar durch Kundenerwartungen unter Druck gesetzt, KI-Technologien zu implementieren. Etwa vier von zehn der Studienteilnehmerinnen und Studienteilnehmer haben in der Vergangenheit positive Erfahrungen mit KI sammeln können und aus diesem Grund weitere entsprechende Investitionen getätigt.

Das Gesundheitswesen gibt sich konservativ

Im Vergleich zu anderen Branchen zeigt sich der Gesundheitssektor bei Innovationen und Investitionen in KI jedoch eher zurückhaltend. Während 77 Prozent der Befragten im Gesundheitswesen KI positiv gegenüberstehen, liegt die Zustimmung in den Bereichen Finanzdienstleistungen und Versicherungen bei 82 Prozent und in der allgemeinen IT sowie den professionellen Dienstleistungen bei beinahe 90 Prozent.

Die Zurückhaltung der Beschäftigten im Healthcare-Sektor hinsichtlich des operativen Einsatzes von neuartigen KI-basierten Lösungen lässt sich insbesondere auf die sensible Natur der Daten, mangelnde Präzision bei der Datenverarbeitung sowie auf grundsätzliche sicherheitstechnische Bedenken zurückführen.

Trotz dieser Skepsis plant – laut der Umfrage – die überwiegende Mehrheit (95 Prozent) der Entscheiderinnen und Entscheider im Gesundheitswesen, ihre IT-Budgets für das kommende Jahr zu erhöhen. Beinahe jeder und jede Zweite planen sogar mit Steigerungen im mittleren zweistelligen Prozentbereich.

Weiterhin zeigt die Studie, dass LLMs mit 92 Prozent als besonders vertrauenswürdige KI-Form im Gesundheitswesen gelten. Diese stellen auch das am häufigsten genutzte KI-Tool in Organsationen des Gesundheitswesens dar.

Maxime Vermeir von ABBYY stellt fest, dass es bemerkenswert sei, wie stark das Gesundheitswesen auf LLMs setze. Schließlich gab es anfänglich Skepsis gegenüber deren Genauigkeit. Das zeige in seinen Augen, dass der Markt zunehmend speziell entwickelte Tools und Systeme wie IDP und RAG in seine KI-Strategie integriert, um spezifische Anforderungen zu erfüllen sowie das Vertrauen in LLM-basierte Lösungen zu stärken.

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