SmartXcare in Düsseldorf Die Freiheiten und Grenzen im Gesundheitswesen

Von Serina Sonsalla 3 min Lesedauer

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Gemeinsam mit IT-Entscheidern und Experten der Medizin, Pflege und Technik startete die SmartXcare 2025 in die vierte Runde – mit einem prägnanten und vertrauten Motto, das sich durch das gesamte Programm zog.

Auf eine wolkige Landschaft blickten nicht nur die Passagiere der Flugzeuge, die am Düsseldorfer Flughafen am 10. September abhoben, sondern auch die Teilnehmenden der SmartXcare 2025. (Bild:  © Serina Sonsalla)
Auf eine wolkige Landschaft blickten nicht nur die Passagiere der Flugzeuge, die am Düsseldorfer Flughafen am 10. September abhoben, sondern auch die Teilnehmenden der SmartXcare 2025.
(Bild: © Serina Sonsalla)

„Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein“ – der Song von Reinhard Mey aus dem Jahr 1974 inspirierte die Veranstalter zum Motto der SmartXcare dieses Jahres. Der Moderator Carsten Schmid nahm das Mikro in die Hand und sang weiter „Alle Ängste, alle Sorgen, sagt man, bleiben darunter verborgen“. Und was er damit meinte, war die Zukunft der Krankenhauslandschaft. Denn das Event drehte sich um das Krankenhauszukunftsgesetz und um „neue Horizonte für die digitale Pflege und Behandlung“.

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Über den Wolken schwebten nicht nur Mitglieder der Veranstaltung, die mit dem Flieger angereist waren: Direkt am Flughafengelände befand sich das Konferenzzentrum in Düsseldorf „DUSconference plus“, das mit seinen großen Fenstern eine Aussicht auf das Außengelände des Flughafens bot und an den Protagonisten aus Meys Lied erinnerte, der Flieger beim Landen und Abheben zusah. Bereits im vergangenen Jahr war das Motto ein bekannter Songtitel: „Fly me to the moon“. Geschäftsführer der NursIT Institute Heiko Mania erklärte, das Thema damals sei Raumfahrt, neue Welten in der Pflege und Medizin gewesen. Dabei ging es um neue Wege im Gesundheitswesen – wie diese durch Interoperabilität und durch neue Technologien zu erreichen sind, sollte auch Thema dieses Jahres sein.

Auf der SmartXcare wurden die Freiheiten im Gesundheitswesen diskutiert. Zwar war der 10. September auch der Tag, an dem das Krankenhausreformanpassungsgesetz (KHAG) beschlossen werden sollte – und schließlich doch vertagt wurde – jedoch fand das kaum Erwähnung unter den Besuchern der Veranstaltung; vielmehr aber das Krankenhauszukunftsgesetz. Die Schwerpunkte drehten sich um die Digitalisierung und Modernisierung von Krankenhäusern, Versorgungsstrukturen und -prozessen. Außerdem wurden Anwendungsfälle praxisnah vorgestellt, u. a. KI in der Pflege, welche als Workshop am Ende der Veranstaltung angeboten wurde, sowie Applikationen und Entscheidungssysteme zu Arbeitsabläufen im klinischen Pflege- und Behandlungsalltag.

Podiumsdiskussion zu Arbeitsabläufen und -prozessen im klinischen Pflege- und Behandlungsalltag: Moderator Carsten Schmid (v. l. ), Werner Koele (SteadySense), Matthias Klimkait (Klinikum Leverkusen), Michael Ernst (nextOR), Sven Buxmann (Alphatron Medical) und Till Baumgärtel (Roche Diagnostics Deutschland). (Bild:  © Martin Geidobler / NursIT Institute)
Podiumsdiskussion zu Arbeitsabläufen und -prozessen im klinischen Pflege- und Behandlungsalltag: Moderator Carsten Schmid (v. l. ), Werner Koele (SteadySense), Matthias Klimkait (Klinikum Leverkusen), Michael Ernst (nextOR), Sven Buxmann (Alphatron Medical) und Till Baumgärtel (Roche Diagnostics Deutschland).
(Bild: © Martin Geidobler / NursIT Institute)

Die Keynote der Veranstaltung sollte Prof. Heinz Lohmann halten. Aufgrund von Verspätungen war er zum geplanten Zeitpunkt selbst noch über den Wolken von Hamburg nach Düsseldorf. Nach der Anmoderation und den Begrüßungsworten durch die Geschäftsführer Stoyan Halkaliev und Heiko Mania, übernahm Matthias Klimkait vom Klinikum Leverkusen den Impulsvortrag zur anschließenden Podiumsdiskussion mit Werner Koele, CEO und Gründer von SteadySense, Michael Ernst, Geschäftsführer von nextOR, Sven Buxmann, Clinical Application Specialist bei Alphatron Medical und Till Baumgärtel, Product Owner bei Roche Diagnostics. Klimkait sprach über den Status Quo im Klinikum Leverkusen und zeigte direkte Beispiele für ein „typisch kommunales Krankenhaus“ auf. Neben den Speakern waren auch einige internationale Sprecherinnen und Sprecher vertreten, darunter aus der Schweiz, Österreich und Frankreich.

Prof. Heinz Lohmann, Schirmherr der Veranstaltung. (Bild:  © Serina Sonsalla / Vogel IT-Medien)
Prof. Heinz Lohmann, Schirmherr der Veranstaltung.
(Bild: © Serina Sonsalla / Vogel IT-Medien)

Prof. Heinz Lohmann sagte während seiner Keynote, man brauche nicht auf das nächste Gesetz zu warten, man müsse nur seinen Blick gen den Horizont richten. Kliniken und Pflegeeinrichtungen könnten sich weiterentwickeln, durch Erfahrungsaustausch und die Erweiterung eigener Kompetenzen, „aber man muss auch auf dem Boden der Tatsachen bleiben und die Realität erfassen“, lenkte er ein. „Das was wir heute können, müssen wir in die Fläche bringen.“ Denn heute könne Medizin wesentlich innovativer behandeln, beispielsweise durch exakte Medikationen und Datenauswertungen in Echtzeit. Lohmann hielt deshalb an dem Gedanken fest, dass die Medizin von der stationären Behandlung immer mehr zur ambulanten Versorgung wechsle.

Auf der ambulanten Ebene bewegt sich auch ein weiteres Versorgungsmodell mit „Hospital@Home“: Die virtuelle Station ermöglicht es, Patienten zuhause über entsprechende telemedizinische sowie pflegerische Leistungen zu überwachen und zu versorgen. Mania erklärte, dass dadurch die Patientensicherheit wesentlich steige. Auch Krankenhaus-Teams würden zusätzlich zu Patientinnen und Patienten fahren und sie mit Infusionen, Schmerzspritzen oder Ähnliches versorgen. Das sei besonders für diejenigen sinnvoll, die frühzeitig aus der Klinik entlassen wurden, teilweise noch postoperativ oder wegen anderer Erkrankungen behandelt werden müssen, sowie für Menschen mit Demenz oder Alzheimer.

Nach weiteren Diskussionsrunden, Fallanwendungen und Netzwerkpausen wurde der Tag mit einem KI-Workshop für die Pflege abgeschlossen. Der Fokus lag auf Large Language Models (LLMs). Der Leiter Dr. Thomas Hartkens sagte, dass es sich dabei weniger um einfache Apps handle, sondern um Denkmodelle. Denn in Zukunft werde man KI nutzen, um Menschen mit Erfahrung zu simulieren, so Hartkens.

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Der Moderator ließ zum Abschluss bereits in die nächsten Planungen blicken: Auch das Thema im kommenden Jahr soll wieder durch ein bekanntes Lied inspiriert sein – und dafür habe man bereits eine Idee.

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