Sektorenübergreifende Versorgung in Brandenburg „Die Zukunft wird die ‚stambulante‘ Versorgung sein“

Von Nicola Hauptmann 2 min Lesedauer

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Ambulant vor stationär – und digitaler: „Wir brauchen eine patientenzentrierte Versorgung, die sektorenübergreifend gedacht ist“, so Brandenburgs Gesundheitsministerin Britta Müller. Wie sie diese Umgestaltung angehen will, erläuterte die Ministerin beim Treffen mit der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg.

Britta Müller, Gesundheitsministerin des Landes Brandenburg: „Damit die Sicherstellung auch in Zukunft gelingt, brauchen wir eine gute partnerschaftliche Zusammenarbeit aller Akteure des Gesundheitssystems.“(© Gesundheitsministerium Brandenburg)
Britta Müller, Gesundheitsministerin des Landes Brandenburg: „Damit die Sicherstellung auch in Zukunft gelingt, brauchen wir eine gute partnerschaftliche Zusammenarbeit aller Akteure des Gesundheitssystems.“
(© Gesundheitsministerium Brandenburg)

Es brauche neue Perspektiven und Versorgungsformen, um das Gesundheitswesen zukunftsfähig zu machen, so Brandenburgs Gesundheitsministerin Britta Müller. Beim Parlamentarischen Abend der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB) am 21. Januar erläuterte sie ihr Konzept: „Die Zukunft wird die ‚stambulante‘ Versorgung sein, also ein Mix aus ambulanten und stationären Leistungen an einem Ort.“ Umgesetzt werden soll es durch regionale Gesundheitszentren, digitale Versorgung und eine bessere Vernetzung von ambulanten und stationären Leistungen. Ohne Öffnung der stationären Versorgung für die ambulanten Leistungen und Leistungserbringer werde man in Zukunft nicht auskommen, ist sich Müller sicher.

Dabei gebe es keine Universallösung, wie die Ministerin in einem Interview mit der KVBB ausführte „Wir müssen jede Region nach ihren spezifischen Bedürfnissen planen.“ Wenngleich die inhabergeführte Praxis ein Grundpfeiler der medizinischen Versorgung bleibe, werde in ländlichen Gebieten die Einzelpraxis allein nicht mehr ausreichen. Deshalb würde in ländlichen Regionen die Entwicklung von Praxen zu Primärversorgungszentren unterstützt, auch wenn das Land hier keine Planungshoheit habe. Zudem wolle man digitale Angebote wie Videosprechstunden ausbauen.

Um Ärztinnen und Ärzte zu entlasten, sollen nicht-ärztlichen Fachkräften mehr Kompetenzen eingeräumt werden. Die Ministerin nannte hier speziell das agneszwei-Programm, das durch die Einbindung weiterer Krankenkassen künftig noch breiter aufgestellt werden soll. Die im Projekt tätigen Fachkräfte sind für ein individuelles Fallmanagement ausgebildet, um chronisch kranke Patienten zuhause unterstützen zu können.

Gemeinsames Landesgremium: sektorenübergreifende Versorgung planen

Das gemeinsame Landesgremium (nach § 90a SGB V) in Brandenburg hatte sich bereits in seiner Sitzung Ende 2024 darauf geeinigt, mit der Versorgungsplanung zu starten: Der Arbeitsausschuss des Gremiums soll Empfehlungen für den Einstieg in die strukturierten sektorenübergreifende und regionale Versorgungsplanung auf Landesebene erarbeiten. Dabei sei auch die weitergehende Einbindung des Landes in die ambulante Bedarfsplanung und der Kassenärztlichen Vereinigung in die Krankenhausplanung zu erwägen.

Die bereits laufenden Projekte zur sektorübergreifenden Vernetzung ErwiN, ProReVers und SEELE will das Gremium weiter unterstützen.

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