Fortbildungskongress pharmacon Digitale Unterstützung bei der Medikationsberatung

Von Natalie Ziebolz 1 min Lesedauer

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Nehmen Patienten und Patientinnen mehrere Medikamente kann es zu unerwünschten Wechselwirkungen kommen. Eine professionelle Beratung durch Fachpersonal ist daher unerlässlich. Unterstützung erhalten die Apothekerinnen und Apotheker dabei durch digitale Innovationen.

Patienten mit Polymedikation haben im Jahr 2021 im Durchschnitt in allen vier Quartalen 8,3 unterschiedliche Wirkstoffe von zwei verschiedenen Arztpraxen verordnet bekommen.(Bild:  Sherry Young – stock.adobe.com)
Patienten mit Polymedikation haben im Jahr 2021 im Durchschnitt in allen vier Quartalen 8,3 unterschiedliche Wirkstoffe von zwei verschiedenen Arztpraxen verordnet bekommen.
(Bild: Sherry Young – stock.adobe.com)

Apotheken sind in vielen Bereichen, wie der Warenwirtschaft, bereits gut digital aufgestellt. Doch insbesondere im sensiblen Bereich der Medikationsberatung benötigen Apothekerinnen und Apotheker weitere digitale Hilfsmittel. Dies betonte Professorin Dr. Hanna Seidling vom Universitätsklinikum Heidelberg auf dem Fortbildungskongress pharmacon der Bundesapothekerkammer.

Die Leiterin der Kooperationseinheit Klinische Pharmazie verdeutlichte anhand der Medikationsberatung, welche Potenziale die Digitalisierung in Apotheken entfalten kann. Ein entscheidender Teil der Medikationsberatung ist die Erfassung aller Medikamente. Hier sieht Seidling große Chancen in der elektronischen Patientenakte (ePA). „Durchschnittlich dauert es 32 Minuten, bis in der Anamnese alle Medikamente erfasst sind. Ab Januar 2025 soll die ‚ePA für alle‘ automatisch mit den Daten aus verordneten und abgegebenen E-Rezepten befüllt werden, sofern die Patientinnen oder Patienten nicht widersprechen. Diese Daten sind eine gute Grundlage für die Erstellung eines Medikationsplans, der ab Juli 2025 ebenfalls in der ePA angelegt sein wird und auf den sowohl Ärzte als auch Apotheker zugreifen können, um weiter damit zu arbeiten. Ich bin optimistisch, dass das den Zeitaufwand auch in den Apotheken deutlich verringern wird“, erläuterte Seidling.

Anschließend folgt die Analyse der gesamten Medikation. Im Fokus stehen dabei Wechselwirkungen und Anwendungsfehler. „Hier werden schon heute verschiedene elektronische Systeme zur Durchführung insbesondere zur Entdeckung von Risiken in der Medikation eingesetzt. Die Herausforderung: die Vielzahl der Warnungen, die dann entstehen“, erklärte Seidling. Algorithmen oder auch Ansätze Künstlicher Intelligenz könnten hier entlasten, die endgültige Bewertung sollte jedoch weiterhin bei Apothekern, Ärzten und Patienten liegen. Zudem sei im Umgang mit KI-Systemen Vorsicht geboten: „In der Regel ist bei der KI unklar, welche Quellen genutzt wurden. Das kann bei gesundheitsbezogenen Informationen gefährlich sein“, warnt Seidling.

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