KBV-Umfrage E-Rezept-Signaturen kosten Zeit

Von Natalie Ziebolz 1 min Lesedauer

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Zum 1. Januar 2024 ist das elektronische Rezept in deutschen Arztpraxen verpflichtend eingeführt worden. Diese Neuerung sollte den Verschreibungsprozess vereinfachen und modernisieren. Eine Umfrage der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zeigt jedoch, dass die Einführung auch einige Herausforderungen mit sich bringt.

15 Sekunden oder mehr für das Signieren eines E-Rezeptes – das kostet Arztpraxen viel Zeit.(©  sebra – stock.adobe.com)
15 Sekunden oder mehr für das Signieren eines E-Rezeptes – das kostet Arztpraxen viel Zeit.
(© sebra – stock.adobe.com)

Die gute Nachricht zuerst: Laut einer Umfrage der KBV, an der sich über 5.300 Ärzte beteiligt haben, ist das E-Rezept mittlerweile in der Breite angekommen – 92 Prozent nutzen es – und das Ausstellen funktioniert bei über 60 Prozent bis auf kleinere Probleme. „Dennoch läuft vieles noch nicht perfekt. Und der Aufwand ist teilweise zu hoch“, erklärte KBV-Vorstandsmitglied Dr. Sibylle Steiner.

Ein Großteil der Probleme hängt mit der Einlösung der eRezepte in den Apotheken zusammen. Einerseits berichten über die Hälfte der befragten Ärzte von Fällen, in denen Patienten von der Apotheke zurück in die Praxis geschickt werden mussten, weil das eRezept nicht eingelöst werden konnte und ein Papierrezept verlangt wurde. Andererseits wird den Angaben zufolge bei Lieferschwierigkeiten das E-Rezept in der Apotheke nicht wieder freigeben, damit der Patient es in einer anderen Apotheke einlösen kann. Diese Schwierigkeiten können zu Verzögerungen bei der Medikamentenversorgung der Patienten führen und erhöhen den Verwaltungsaufwand für die Praxen.

Hinzu kommen Schwierigkeiten bei der Übermittlung der Verordnungen an den E-Rezept-Server. Ein Drittel der befragten Ärzte gab an, dass es nicht immer möglich sei, eRezepte an den Server zu senden. Auch gibt es Berichte über Verzögerungen bei der Bereitstellung der Verordnungen auf dem Server, obwohl das eRezept bereits signiert und versendet wurde.

Zusätzlich zu den technischen Problemen führt auch der Prozess des Signierens der eRezepte zu Schwierigkeiten. Insbesondere die Zeit, die für das Signieren benötigt wird, stellt eine Herausforderung dar. Bei 40 Prozent der Befragten braucht dieser Prozess 15 Sekunden oder mehr. Dies führt zu Verzögerungen im Praxisalltag. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob die Ärzte die Komfortsignatur verwenden.

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