Digitaler Helfer im OP-Saal Eine App für digitale OP-Prozesssteuerung

Von Serina Sonsalla 2 min Lesedauer

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Zukunftsfähig im OP-Saal und das mithilfe von technischer Innovation: Ein digitales Assistenzsystem soll künftig dabei helfen, OP-Prozesse besser zu steuern, indem Schnittstellen verschiedener Berufsgruppen effizienter miteinander kommunizieren und Daten in Echtzeit übertragen werden.

Alle Prozessschritte auf einen Blick: Die UKSH entwickelt mithilfe der Firma spior medical eine neue OP-App, die das Leben im Krankenhaus durch automatisierte Prozesssteuerung erleichtert.(© boyhey – stock.adobe.com)
Alle Prozessschritte auf einen Blick: Die UKSH entwickelt mithilfe der Firma spior medical eine neue OP-App, die das Leben im Krankenhaus durch automatisierte Prozesssteuerung erleichtert.
(© boyhey – stock.adobe.com)

Der Alltag in den Krankenhäusern ist häufig mit Stress verbunden. Gerade im OP-Raum spielen die verschiedensten Berufsgruppen zusammen. Wenn sich an den OP-Pläne nun etwas ändert, kommt es schnell zu Verzögerungen im Tagesablauf. Die Abstimmung der Pläne läuft schließlich meist per Telefon. Im Notfall kostet dies wertvolle Zeit. „Bislang waren bis zu zehn Telefonate notwendig, um alle Prozessteilnehmenden aus den unterschiedlichen Berufsgruppen – von der OP-Vorbereitung über das Personal in der Einleitung, im OP-Saal selbst bis zum Aufwachraum – zu informieren“, erläutert Joß Giese, Leiter des OP-Managements am Campus Kiel des Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH). Es ist also Effizienz gefragt – sowohl vom Team als auch von der Technik. Klinikmitarbeiter müssen zukünftig besser und schneller miteinander kommunizieren können. Wie das am besten funktioniert, damit hat sich das UKSH auseinandergesetzt:

„Digitalisierung und Künstliche Intelligenz revolutionieren die Krankenhausversorgung“, sagt Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender (CEO) des UKSH. Zusammen mit der Firma sqior medical hat das OP-Management der Uni eine App entwickelt, um Prozesse besser miteinander zu koordinieren. Das erfordert jedoch Sicherheit, intelligente Algorithmen und eine Robotik mit Echtzeit-Übertragung. „Unsere Prozesse können gleichzeitig schneller und sicherer werden – zum Wohl unserer Patientinnen und Patienten. Und wir erleben: Mit Blick auf demografische Herausforderungen werden wir durch Einsatz technischer Innovationen zukunftsfähig“, teilt Scholz mit.

Mit der neuen App für Smartphones sollen alle zentralen Prozessbeteiligten ausgestattet werden. Außerdem ist die Applikation über Web nutzbar. Das Assistenzsystem analysiert Prozessdaten, erkennt Engpässe und koordiniert schließlich alle Informationen der digitalen OP-Prozesssteuerung, damit die Operationsplanung optimiert wird. Die Anzahl der täglichen Telefonate verringert sich dadurch um mindestens drei Viertel. Außerdem werden alle Beteiligten sofort und automatisch über Veränderungen informiert. „Neben einer deutlichen Erhöhung der Prozess- und Patientensicherheit weisen erste Daten auf eine deutliche Reduktion von Wartezeiten und eine wesentliche Verbesserung der Ressourcennutzung hin“, so Giese. „Wir sind überzeugt, mit diesem digitalen Assistenzsystem einen echten Meilenstein in Richtung sicherer und effizienter OP-Koordination erreicht zu haben.“

Mittlerweile ist bei der Uni-Klinik am Campus Kiel bereits den gesamten Zentral-OP an das neue System angeschlossen hat. Rund 45 Operationen werden hier digital gesteuert und weitere OP-Bereiche sollen noch im ersten Halbjahr 2024 folgen. Auch der Campus Lübeck ist mit dabei. Sqior medical plant das digitale Assistenzsystem parallel mit anderen großen Kliniken in ganz Deutschland zu vernetzen.

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