RPA, KI, ML und BPM Intelligente Automatisierung treibt die digitale Revolution im Gesundheitswesen an

Ein Gastbeitrag von Gerd Plewka 5 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Knapp fünf Millionen offene Stellen im Gesundheitswesen können aktuell nicht besetzt werden. Der Personalnotstand führt zu Stress und hohem Druck, psychischen Belastungen, Burnout, Depressionen und Überforderung. Automatisierung kann helfen, das medizinische Personal zu entlasten. Die wichtigsten Schritte für den Start.

Im Rahmen der Intelligenten Automatisierung (IA) können fortschrittliche Technologien miteinander kombiniert werden, um eine digitale Belegschaft zu generieren.(Bild:  ParinApril – stock.adobe.com)
Im Rahmen der Intelligenten Automatisierung (IA) können fortschrittliche Technologien miteinander kombiniert werden, um eine digitale Belegschaft zu generieren.
(Bild: ParinApril – stock.adobe.com)

Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland (92 Prozent) ist der Meinung, dass das Gesundheitswesen dringender, grundlegender Reformen bedarf. Das gilt jedoch nicht nur aus Patientensicht, sondern auch aus Perspektive des Personals, das in dieser Branche tätig ist. Nicht zuletzt berichtet mehr als die Hälfte (55 Prozent) von einer Verschlechterung der medizinischen Versorgung, die auf Faktoren wie Burnout und Personalmangel zurückzuführen sind.

Neben dem Mangel an Personal haben Gesundheitseinrichtungen auch mit technologischen Herausforderungen zu kämpfen – das betrifft sowohl neue Technologien als auch die sichere Verarbeitungen der erhobenen Daten. Viele Einrichtungen nutzen zudem noch (veraltete) Legacy-Systeme und Infrastrukturen, die Informationssilos schaffen und die Mitarbeiter daran hindern, bei Bedarf auf wichtige Informationen zuzugreifen und einen Mehrwert aus den vorhandenen Daten zu ziehen. Zusätzlich kann die manuelle Datenübertragung zu ineffizienten Arbeitsabläufen führen. Hinzu kommt, dass Daten aus Pflege und Forschung derzeit noch in verschiedenen Softwaresystemen erfasst, formuliert, formatiert und gespeichert werden und Gesundheitseinrichtungen diese Prozesse oftmals sehr individuell handhaben. Das erschwert die Zusammenarbeit und den Austausch zwischen den verschiedenen Gesundheitseinrichtungen in Deutschland – aber auch länderübergreifend – erheblich. Daher muss sich das Gesundheitswesen generell mit dem Thema Digitalisierung – und zwar sichere und Datenschutzkonforme Digitalisierung – genauer befassen.

Die Vorteile von RPA, KI, ML und BPM in Gesundheitsorganisationen

Verschiedene Technologien und Tools – darunter Robotic Process Automation (RPA), Künstliche Intelligenz (KI) und Business Process Management (BPM) – bringen eine Vielzahl an Vorteilen für das Gesundheitswesen mit sich. Im Rahmen der Intelligenten Automatisierung (IA) werden diese fortschrittlichen Technologien miteinander kombiniert, um eine digitale Belegschaft zu generieren, auch bekannt als Digital Worker. Sie unterstützen die Mitarbeitenden in Gesundheitsorganisationen und können in einer Vielzahl von Bereichen und Prozessen eingesetzt werden, um die Effizienz zu steigern und die Qualität der Versorgung zu verbessern, ohne dabei die Daten eines Patienten zu gefährden.

Prozessoptimierung und Zeitersparnis durch automatisierte Abläufe

Im Gesundheitswesen gibt es viele manuelle, ineffiziente und zeitaufwändige Back-End-Prozesse. Durch die Automatisierung von Routineabläufen wie beispielsweise die Erstellung von Reports besteht die Möglichkeit, manuelle und sich überschneidende Prozesse zu optimieren. Dadurch erhält das medizinische Personal mehr Zeit, um sich auf ihre Kernaufgabe, eine möglichst intensive Patientenversorgung, zu konzentrieren. Darüber hinaus können durch automatisierte Prozesse bei Arbeitsschritten wie der Ausstellung von Überweisungen oder der Verwaltung von Wartelisten wichtige Zeit gespart und kritische Arbeitsüberhänge abgebaut werden.

Automatisierung von Anspruchsverwaltung, Rechnungs- und Zahlungsprozessen

Weiterhin können komplexere Aufgaben automatisiert werden. Von der Vorabgenehmigung über die Kodierung und Überweisung bis hin zu allen dazwischen liegenden Arbeitsschritten können Gesundheitsdienstleister durch Intelligente Automatisierung eine effiziente Verwaltung ihres Umsatzzyklus sicherstellen. Auf diese Weise werden Mitarbeitende von Aufgaben wie Versorgungskostenrückforderungen, Klärung von Zahlungsverantwortlichkeiten oder Klärung von Anspruchsberechtigungen befreit.

Auch bei der Rechnungsbearbeitung bietet Automatisierung immense Vorteile. So erreichen Krankenhäuser und andere klinische Einrichtungen unterschiedlichste Rechnungstypen, die bislang vom Eingang bis zur Zahlung manuell verwaltet wurden. Durch Intelligente Automatisierung in Kombination mit Dokumentenklassifizierung und -erkennung können Rechnungsinformationen gelesen, in die relevanten Systeme eingegeben und automatisch in der gesamten Organisation verteilt werden.

Mehr Kontrolle und Transparenz senkt administrative Aufwände und erhöht die Compliance

Insbesondere in Kliniken und Pflegeeinrichtungen sind ein effizientes und aussagekräftiges Controlling und Reporting unerlässlich, um Schwachstellen zu identifizieren und den administrativen Aufwand zu reduzieren. Die Einsatzbereiche, in denen Automatisierung zur Prozessoptimierung und Freisetzung von Kapazitäten genutzt werden kann, sind dabei vielfältig. Sie reichen etwa von der Erstellung von Arztbriefen mit einer Übernahme relevanter Informationen aus der Patientenakte bis hin zum Anlegen von Operations-Dokumentationen, bei denen Daten aus dem OP-Protokoll in den OP-Bericht übernommen und durch vordefinierte Textbausteine ergänzt werden. Fehlt eine solche Operations-Dokumentation, gibt das System eine Erinnerung anhand bestehender Rückstandslisten heraus.

Auf der nächsten Seite: So gelingt der Start

(ID:49811209)

Jetzt Newsletter abonnieren

Wöchentlich die wichtigsten Infos zur Digitalisierung im Gesundheitswesen

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung