Sicherheit im Gesundheitswesen Eine holistische Security-Strategie in fünf Schritten

Von Johannes Kapfer 3 min Lesedauer

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Die Entscheiderinnen und Entscheider im Gesundheitswesen haben zunehmend mit Sicherheitsbedenken und Compliance-Richtlinien zu kämpfen. Eine ausgereifte Sicherheitsstrategie kann hier präventiv Abhilfe schaffen.

Der Themenkomplex Sicherheit muss im Gesundheitswesen – aufgrund der zahlreichen Beteiligten – gesamtheitlich behandelt werden. (Bild:  pornthip – stock.adobe.com)
Der Themenkomplex Sicherheit muss im Gesundheitswesen – aufgrund der zahlreichen Beteiligten – gesamtheitlich behandelt werden.
(Bild: pornthip – stock.adobe.com)

Krankenhäuser, Arztpraxen und Apotheken geraten immer häufiger ins Visier von Cyberkriminellen. Die Gründe hierfür lassen sich meist auf zwei Faktoren herunterbrechen. Erstens sind die dort verarbeiteten Gesundheitsdaten äußerst sensibel und vollständig. Zweitens unterliegen die IT-Systeme – anders als in der freien Wirtschaft oder bei Behörden – signifikant längeren Investitionszyklen. Vielerorts werden Gerätschaften eingesetzt, welche 15 oder mehr Dienstjahre hinter sich gebracht haben. Dementsprechend einfach wird es den Kriminellen gemacht, die mit verhältnismäßig geringem Aufwand Vollzugriff auf Daten sowie interne Unterlagen erhalten können.

Das US-amerikanische Sicherheitsunternehmen HID hat sich in diesem Zuge Gedanken über die technische Absicherung von IT-Systemen im Healthcare-Sektor gemacht und diese in einem Listicle zusammengeführt.

Neben der Frage nach der digitalen Sicherheit haben sich die Experten auch mit physischen Schutzmaßnahmen von Gesundheitseinrichtungen befasst. Seit einiger Zeit habe sich nämlich auch die Bedrohungslage vor Ort für Personal, Patienten und Besucher verschärft. Eine gute und nachhaltige Sicherheitsstrategie für den Healthcare-Sektor müsse daher mehrschichtig sein und sowohl digitale als auch physische Perimeter berücksichtigen, betonen die Verantwortlichen von HID. Sie benennen dabei fünf sicherheitsrelevante Kernaspekte für das Gesundheitswesen:

• Innovative Identitäts- und Überwachungslösungen: In vielen Einrichtungen des Gesundheitswesens sind noch klassische physische ID-Karten, -Badges oder -Lanyards in Gebrauch. Sie werden auch weiterhin eine große Rolle spielen, um die Sicherheit vor Ort zu gewährleisten. Dennoch ist es sinnvoll, sie durch neue Ansätze wie Mobile-Access-Lösungen – also den Zugriff über Smartphones sowie andere mobile Endgeräte – und biometrische Authentifizierungsverfahren zu erweitern. Sie bieten ein größeres Maß an Sicherheit für Hochrisiko- und Hochsicherheitsbereiche. Die große Herausforderung für den Healthcare-Sektor wird mittelfristig darin bestehen, traditionelle und moderne Sicherheitsverfahren zentral zu verwalten.

• Modernes Besuchermanagement: Viele Krankenhäuser setzen beim Besuchermanagement auf Formulare in Papierform und klassische Badges. In Anbetracht der prekären Bedrohungslage wird dieser Ansatz den Anforderungen an die Sicherheit immer weniger gerecht. Wichtig ist daher, dass medizinische Einrichtungen Verfahren für die visuelle Identifizierung von Besuchern einführen und damit den Zugriff Unbefugter auf sensible Bereiche und Daten verhindern. Entsprechende digitale Lösungen können auch das Besuchserlebnis verbessern und automatisieren. Zukunftsorientierte Mobile-Access-Lösungen helfen Krankenhäusern und medizinischen Einrichtungen zudem, die immer strengeren Sicherheitsvorschriften einzuhalten.
Echtzeit-Lokalisierungssysteme und Notrufausweise: In vielen Krankenhäusern sind bereits automatisierte Alarmsysteme im Einsatz, die in Echtzeit auf Gefahren hinweisen und das Personal benachrichtigen, bevor eine Situation eskaliert. Eine sinnvolle Erweiterung sind sogenannte Notrufausweise (Duress Badges). Sie erlauben es dem Personal, diskret einen Knopf am Badge zu drücken und damit das Sicherheitspersonal manuell zu alarmieren. Im Gegensatz zu fest installierten Panikknöpfen sind Notrufausweise unauffällig und in ein RTLS (Real-time Location System) integriert, sodass die Wachleute sofort sehen, wo sie gebraucht werden.

• Künstliche Intelligenz und Automatisierung: KI-basierte Security-Anwendungen am Edge können maßgeblich zur Verbesserung der Sicherheitslage in Krankenhäusern und medizinischen Einrichtungen beitragen. Gerade in Verbindung mit Computer-Vision-Kapazitäten sind moderne Security-Systeme in der Lage, Zugriffskontrollen via Badge oder Mobile-Access-Geräte mit einer weiteren Kontrollschicht zu schützen. Zusätzlich trägt die automatische Erkennung von Breaches in den digitalen Verteidigungsanlagen maßgeblich dazu bei, Krankenhäuser sicherer zu machen.

• Ausreichendes Budget: Die Sicherheit in Einrichtungen des Gesundheitswesens zu gewährleisten, ist leider nicht immer einfach. Einerseits wächst der digitale Bestand durch immer mehr vernetzte Geräte, die in Krankenhäusern zum Einsatz kommen – von medizinischen Geräten über Smartphones, Datenservern und Computern bis hin zu externen Endgeräten von Patienten oder Besuchern, die sich mit dem Krankenhausnetz verbinden. Gleichzeitig steigt auch die Anzahl an Personen, die sich in Krankenhäusern aufhalten. Neben Patienten und der Belegschaft gibt es Besucher, externe Arbeitskräfte und Geschäftspartner der Einrichtung. Um sowohl den physischen Perimeter als auch den digitalen zu schützen, bedarf es daher entsprechender Services, Anwendungen und Systeme, die ein gewisses Budget voraussetzen. Doch gerade im Healthcare-Sektor wäre es fatal, an der Sicherheit der Patienten und ihrer Daten zu sparen.

Quelle: BID Global

Helmut Dansachmüller, VP Product Marketing, RFID bei HID erklärt dazu, dass eine holistische Sicherheitsstrategie Maßnahmen für die Cybersecurity wie auch den Schutz der Örtlichkeiten umfassen müsse. „Ganzheitliche Zugriffs- und Zutrittskontrollsysteme sind daher unabdingbar, um Patienten und Mitarbeitende in medizinischen Einrichtungen und ihre Daten zu schützen.“

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