Deutsche Telekom ePA Made in Germany: Telekom will Patientenakte neu definieren

Von Johannes Kapfer 2 min Lesedauer

Etwas überraschend hat die Telekom auf dem vierten Future Health Day eine eigene elektronische Patientenakte vorgestellt. Die Lösung befindet sich derzeit im Zertifizierungsprozess und wird auf der DMEA öffentlich präsentiert.

Gottfried Ludewig, Leiter Public und Health bei der Deutschen Telekom.(Bild:  Johannes Kapfer)
Gottfried Ludewig, Leiter Public und Health bei der Deutschen Telekom.
(Bild: Johannes Kapfer)

Die Deutsche Telekom steigt mit einer eigenen elektronischen Patientenakte in den ePA-Markt ein. Die „souveräne Patientenakte" wird vollständig in deutschen Rechenzentren betrieben und soll Krankenversicherungen eine schlüsselfertige Gesamtlösung bieten. Gottfried Ludewig, Leiter Public und Health bei der Deutschen Telekom, stellte das Produkt in Steve-Jobs-Manier – one more Thing – am 20. April auf dem vierten Future Health Day in Berlin vor.

Die Telekom positioniert sich damit laut eigenen Angaben als einziger Anbieter, der Produkt, Plattform und Betrieb der ePA vollständig aus einer Hand liefert. Die Lösung läuft in der Open Sovereign Cloud, die Teil der T-Cloud ist, und verarbeitet sämtliche Daten inklusive Metadaten ausschließlich in Rechenzentren, die nach ISO 27001, BSI C5 und DIN EN 50600 zertifiziert sind. Damit grenzt sich der Bonner Konzern bewusst von bestehenden Anbietern ab, die auf fragmentierte Zulieferketten setzen.

„Was nutzt eine ePA, die nicht genutzt wird. Versicherte und Krankenkassen erwarten eine Patientenakte, die sicher, leicht bedienbar und wirklich hilfreich ist. Genau das liefern wir“, verspricht Ludewig.

Die Deutsche Telekom hat ihre ePA auf der DMEA erstmals präsentiert.(Bild:  Deutsche Telekom/ GettyImages/Natee Meepian; Montage: Evelyn Ebert Meneses)
Die Deutsche Telekom hat ihre ePA auf der DMEA erstmals präsentiert.
(Bild: Deutsche Telekom/ GettyImages/Natee Meepian; Montage: Evelyn Ebert Meneses)

Die Telekom adressiert mit der Neuentwicklung nach eigenen Angaben gezielt Schwächen aktueller ePA-Systeme: begrenzte Suchfunktionen, fehlende Unterstützung strukturierter Daten und unzureichende Forschungsmöglichkeiten. Die Lösung sei von Beginn an auf Skalierbarkeit und Modularität ausgelegt, um künftige Erweiterungen – etwa den digitalen Medikationsprozess oder KI-basierte Funktionen – abbilden zu können.

Einbettung ins Telekom-Gesundheitsökosystem

Ein zentrales Alleinstellungsmerkmal ist die Integration in das bestehende digitale Gesundheitsökosystem des Konzerns. Die Patientenakte wird mit der GesundheitsID – die bereits rund 35 Millionen Versicherte bei AOK und Barmer nutzen können –, dem TI-Messenger und künftigen digitalen Versichertenservices verknüpft. Krankenkassen sollen auf diese Art und Weise ihre digitalen Leistungen schrittweise erweitern können, ohne parallele Insellösungen betreiben zu müssen.

Die souveräne Patientenakte der Telekom befindet sich derzeit im Zulassungsverfahren der gematik. Ihre öffentliche Premiere feiert die Lösung auf der DMEA vom 21. bis 23. April 2026 in Berlin (Halle 3.2, Stand A-103). „Mit der souveränen Patientenakte legen wir den Grundstein für die nächste Ausbaustufe digitaler Gesundheitsversorgung in Deutschland“, sagt Ludewig.

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