Expertenumfrage Fachleute erwarten niedrige Opt-Out-Quote bei „ePA für alle“

Von Stephan Augsten 2 min Lesedauer

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Fünf Tage vor Beginn der vierwöchigen Pilotphase der „ePA für alle“, der elektronischen Patientenakte für gesetzlich Krankenversicherte, erwarten E-Health-Entscheider eine hohe Akzeptanz. Laut einer Umfrage von The Medical Network glauben viele an eine Widerspruchsquote von unter fünf Prozent.

Eine gute Kommunikation der Vorteile kann anfängliche Vorbehalte gegenüber digitalen Gesundheitslösungen auflösen, glaubt Andrea Buzzi, Gründerin von The Medical Network.(©  The Medical Network)
Eine gute Kommunikation der Vorteile kann anfängliche Vorbehalte gegenüber digitalen Gesundheitslösungen auflösen, glaubt Andrea Buzzi, Gründerin von The Medical Network.
(© The Medical Network)

Für ihre Trendumfrage hat die Hamburger Kommunikationsberatung The Medical Network bei 79 Fachleuten aus der E-Health-Branche die Frage nach der Akzeptanz gestellt. Demnach gehen 43 Prozent der Befragten davon aus, dass weniger als fünf Prozent der gesetzlich Versicherten von der Opt-Out-Möglichkeit Gebrauch machen. Weitere 32 Prozent glauben, dass bis zu zehn Prozent der gesetzlich Versicherten der Nutzung widersprechen.

Ähnlich wie der noch amtierende Gesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach (SPD) glaubt Andrea Buzzi, Founder von The Medical Network, dass die ePA Leben retten kann, insbesondere in Notfallsituationen. Denn dann können Einsatzkräfte auf wichtige Gesundheitsdaten wie Allergien oder bestehende Medikationen zugreifen: „Hier entscheidet die ePA im Zweifel über Leben und Tod – eine Verzögerung oder Falschbehandlung durch fehlende Daten darf es nicht geben“, betont Buzzi.

Jörg Weise, Geschäftsführer von Medgate Deutschland, drängt mit Blick auf die Akzeptanz der ePA auf eine verstärkte Nutzenkommunikation seitens der Krankenkassen: Sie müssten „mehr Feuer entfachen,damit die Vorteile klarer werden“. „Der Erfolg [der ePA, Anm. d. Red.] hängt stark von transparenter Kommunikation ab – vor allem bei Datenschutz und Benutzerfreundlichkeit.“ Einen Bedarf an verständlichen Informationen sieht auch Jens Krüger, Geschäftsführer der Bonsai GmbH, der von einer höheren Widerspruchsquote ausgeht als die Breite der Befragten: „Ich bin weniger optimistisch und rechne eher mit zehn bis 20 Prozent oder mehr.“ Ein allgemeines Misstrauen gegenüber Institutionen und verunsichernde Berichterstattung könnten seiner Ansicht nach viele Versicherte abschrecken. „Es wird mehr Aufklärung und Emotionen brauchen“, meint Krüger.

Andrea Buzzi hofft bei der ePA für alle auf ähnliche Effekte wie nach der Einführung des E-Rezepts, das nach anfänglicher Skepsis gut angenommen wird: „Trotz anfänglicher Vorbehalte können digitale Gesundheitslösungen mit guter Kommunikation in der Versorgung ankommen – das brauchen wir auch für die bevorstehende Einführung der elektronischen Patientenakte“, kommentierte Buzzi.

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