Roboter in der Pflege Forscher aus Dänemark und Deutschland wollen Pflege entlasten

Von Johannes Kapfer 2 min Lesedauer

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Not macht erfinderisch. Um der immensen Arbeitsbelastung und dem Fachkräftemangel in der Pflege entgegenzuwirken hat ein deutsch-dänisches Forschungsteam den Vorsatz, einige Assistenzroboter zu entwickeln, die repititive Aufgaben übernehmen und dadurch das Pflegepersonal zu entlasten.

Roboter und KI-gestützte Assistenzsysteme können in der Pflege für eine Entlastung der Angestellten sorgen und dabei die Versorgungsstandards sogar anheben.(©  Parradee - stock.adobe.com)
Roboter und KI-gestützte Assistenzsysteme können in der Pflege für eine Entlastung der Angestellten sorgen und dabei die Versorgungsstandards sogar anheben.
(© Parradee - stock.adobe.com)

Triviale und kleinteilige Aufgaben bestimmen den Arbeitsalltag vieler Pflegefachkräfte. Stetig steigende Dokumentationspflichten und bürokratische Hürden reduzieren die verbleibende Arbeitszeit der Angestellten im Pflege-Sektor zusätzlich. Zeit, die bei der Ausübung der Kernaufgabenbereiche, der Pflege schwerkranker Personen, dringend benötigt werden würde. Ein länderübergreifendes Forschungsprojekt hat sich diesen Bedarfen angenommen und möchte mit Assistenzrobotern das Pflegepersonal nachhaltig entlasten.

Auf „HandiRob“ folgt „HospiBot“

Nachdem die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Fachhochschule Kiel in Kooperation mit ihren dänischen Kolleginnen und Kollegen bereits einen Roboter zur Handdesinfektion namens „HandiRob“ entwickelt haben, widmen sie sich nun einem neuen Projekt: „HospiBot“.

Dieser neue Assistenzroboter, der über übergroße Kulleraugen verfügt, soll via Künstlicher Intelligenz ertüchtig werden, menschliche Emotionen zu erkennen, zu interpretieren und schlussendlich zu imitieren. HospiBot verfügt dabei über eine Vielzahl von Sensoren, über die beispielsweise Wärmesignaturen oder Umgebungsparameter bei der Kommunikation zwischen Patienten und Pflegepersonal berücksichtigt werden können.

Ziel soll eine weit verbreitete Akzeptanz im Umgang mit Pflegerobotern sein. Robotersysteme anderer Hersteller würden teilweise die erforderliche Distanz zu Patientinnen und Patienten nicht wahren wodurch sie – Umfragen zufolge – teilweise als neutral bis störend wahrgenommen werden. Um den Angestellten im Pflegesektor einen echten Mehrwert zu bieten müssen diese sich uneingeschränkt auf die Leistungsfähigkeit des Assistenzroboters verlassen können. „Die Gestaltung der Körperform, der Augen, Sprache, Bewegungen, Licht und Ton sind entscheidend für den Gesamteindruck, der möglichst eine menschliche Note haben soll. Schließlich wollen wir, dass alle Beteiligten gerne mit den Robotern interagieren“, betont Professor Franziska Uhing von der FH Kiel. Sie ist für den Bereich „Nutzerreaktionen“ zuständig. Dafür untersuchen sie und ihr Team beispielsweise mit sogenannten Eye-Tracking-Devices die Interaktion von Patientinnen und Patienten mit den robotischen Pflegehelfern.

Weitere Forschungsprojekte befassen sich unter anderem mit den Anwendungsszenarien Patrouille und Transport. Patroullierende Roboter sollen bereits ab Herbst 2024 zum Einsatz kommen und dabei insbesondere die Patientensicherheit erhöhen. Ein weiterer Einsatzzweck dieser Patrouillen-Roboter ist das „Wegweisen“. Er begleitet Patienten und Besucher zum gewünschten Ort und soll überdies jungen Patientinnen und Patienten die Angst vor Krankenhäusern nehmen. Im Bereich Transport sollen Pflegefachkräfte zukünftig von selbstfahrenden Pflegewägen begleitet werden, sodass der Transport von Dokumenten, Pflegematerialien und Nahrungsmitteln vollautomatisch und weniger fehleranfällig vonstatten gehen kann. Das gesamte Projekt wird bis ins Jahr 2027 mit insgesamt 1,6 Millionen Euro Fördermitteln bezuschusst.

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