Forschungsprojekt PETRA Forschungskonsortium entwickelt neue App zur Therapie in den Wechseljahren

Von Nicola Hauptmann 2 min Lesedauer

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Wechseljahresbeschwerden auf den Grund gehen: Mit einer KI-basierten App will ein Forschungskonsortium unter Leitung des Fraunhofer IESE nicht nur die individuelle Gesundheitskompetenz von Frauen verbessern, sondern auch nachhaltige Veränderungen in der Arbeitswelt und im Gesundheitswesen bewirken.

Dr. Theresa Ahrens, Leiterin der Abteilung Digital Health Engineering vom Fraunhofer IESE(© Fraunhofer IESE)
Dr. Theresa Ahrens, Leiterin der Abteilung Digital Health Engineering vom Fraunhofer IESE
(© Fraunhofer IESE)

Wechseljahresbeschwerden wie Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Erschöpfung, Reizbarkeit, Hitzewallungen oder depressive Verstimmung beeinträchtigen nicht nur die Lebensqualität der betroffenen Frauen, sondern auch ihre berufliche Leistungsfähigkeit. Das hat volkswirtschaftliche Folgen: von Krankschreibungen oder unbezahltem Urlaub und Arbeitszeitverkürzungen bis hin zum früheren Renteneintritt. Es fehlt nicht nur an Unterstützungsangeboten in den Unternehmen, sondern auch an medizinischer Aufklärung und Begleitung.

Hier setzt das neue Projekt „PETRA: AI-gestützte, edukative Therapiebegleitung für die Perimenopause“ an: In diesem Verbundprojekt entwickeln Forschende unter Konsortialleitung des Fraunhofer IESE eine KI-gestützte App, die personalisierte Aufklärung und Therapieempfehlungen bietet.

Die Projektpartner des multidisziplinären Teams ergänzen sich dabei mit ihren jeweiligen Kompetenzen:

  • Das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE übernimmt die technische Entwicklung der App und der KI-Modelle.
  • FEMNA, ein Digital Health Startup, stellt die frauengesundheitliche Expertise und Versorgungsperspektive bereit.
  • Die Juniorprofessur für Gesundheit und E-Health der Ruhr-Universität Bochum und die Sozialforschungsstelle der Fakultät Sozialwissenschaften an der Technischen Universität Dortmund sind für die sozialwissenschaftliche Begleitung und Co-Creation-Prozesse zuständig,
  • während das Berlin Institute of Health in der Charité mit seinem Know-how zu interoperablen Datenstandards wie FHIR und SNOMED die strukturierte Erfassung der Forschungsdaten verantwortet.

Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt fördert das rund zwei Millionen Euro über eine Laufzeit von drei Jahren.

In Co-Creation-Workshop mit betroffenen Frauen und Interviews mit Gynäkologinnen und Gynäkologen soll als Erstes der Bedarf ermittelt werden. Auf Basis dieser Erhebungen will das Projektteam dann die App entwickeln. Diese beinhaltet nicht nur die Daten- und Wissensplattform, sondern auch einen eigenen KI-Chatbot. Somit soll jede Nutzerin individuell zusammengestellte Wissensbausteine und Empfehlungen zur Linderung ihrer Symptome erhalten und alltagstaugliche Therapiestrategien zur Bewältigung erlernen können.

Die App soll vor allem Frauen helfen, die bisher nur geringe medizinische Kenntnisse haben oder deren Umfeld geringes Interesse an Frauengesundheit zeigt. In dieser Gruppe wird der Bedarf an Aufklärung und entsprechend auch das Verbesserungspotenzial durch die App als besonders hoch eingeschätzt. Die Forschenden wollen die App zunächst pilotieren und auf Basis des Nutzerinnen-Feedbacks weiter verbessern.

Ganzheitlicher Ansatz

Über die individuelle Unterstützung hinaus sollen mit dem Projekt aber auch Forschungslücken zu den Wechseljahren (oder auch: Perimenopause) und deren Auswirkungen geschlossen werden. Geplant ist daher, die in der App gesammelten Daten (mit dem Einverständnis der Userinnen) anonymisiert für wissenschaftliche Studien aufzubereiten. „Mit dem neuen KI-Chatbot und dem Gesamtkonzept der App bewirken wir nicht nur eine Verbesserung der individuellen Gesundheitskompetenz von Frauen, sondern auch nachhaltige Veränderungen in der Arbeitswelt und im Gesundheitswesen“, erklärt Dr. Theresa Ahrens, Leiterin der Abteilung Digital Health Engineering am Fraunhofer IESE.

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