Gesundheitsdaten Gerlach möchte die Zusammenarbeit mit Finnland ausweiten

Von Johannes Kapfer 2 min Lesedauer

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Im Anschluss an ihre Finnlandreise fordert die bayerische Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) eine stärkere Verzahnung Bayerns – sowohl auf staatlicher als auch auf unternehmerischer Seite – mit dem finnischen Gesundheitssektor. Dabei stellte sie auch ein bayerisch-finnisches Pilotprojekt in Aussicht.

Healthcare-Lösungen aus dem finnischen Helsinki sollen schon bald auch im Freistaat Bayern Anwendung finden.(©  Grigory Bruev - stock.adobe.com)
Healthcare-Lösungen aus dem finnischen Helsinki sollen schon bald auch im Freistaat Bayern Anwendung finden.
(© Grigory Bruev - stock.adobe.com)

Anfang dieser Woche war Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach nach Finnland gereist. Dort traf sie unter anderem auf ihre finnische Amtskollegin Sanni Grahn-Laasonen, eröffnete mit dieser eine internationale Gesundheitsmesse und tauschte sich mit der Sonderbeauftragten für Gesundheit und Wohlbefinden des finnischen Ministeriums für Soziales und Gesundheit, Dr. Päivi Sillanaukee, aus. Weiterhin stand ein Besuch des Helsinki University Hospitals sowie Treffen mit Behördenvertreterinnen und -vertretern und verschiedenen Firmen aus dem Gesundheitsbereich auf Gerlachs Reiseplan.

Nach ihrer Rückkehr aus Finnland sagte die Juristin Gerlach, dass man mehr Daten benötige, um die Menschen in Europa bestmöglich gesundheitlich zu versorgen. Diese Daten müssten länderübergreifend zusammengeführt und genutzt werden. Dies gelte zum Beispiel für die Bekämpfung schwerer Erkrankungen wie Krebs. In Bayern würde die Erhebung von Gesundheitsdaten für die Forschung unterstützt werden, man setze sich verstärkt für eine europäische Zusammenarbeit ein.

„In Finnland erfolgt der Aufbau großer Datenbanken unter staatlicher Trägerschaft. Das ist auch für Bayern richtungsweisend. Im Gespräch mit meiner finnischen Amtskollegin Sanni Grahn-Laasonen waren wir uns einig, dass wir den konstruktiven Austausch zwischen Bayern und Finnland vertiefen wollen“, ergänzte Gerlach.

Weiterhin betonte sie, dass man Projekte wie den Aufbau einer Genomdatenbank in Finnland möglichst rasch angehen wolle. Hier sehe sie persönlich Möglichkeiten der Zusammenarbeit – sowohl auf staatlicher Ebene als auch auf Unternehmensebene, wenn man beispielsweise an die wegweisenden finnischen Lösungen für Künstliche Intelligenz in der Medizinforschung oder der Anonymisierung von Gesundheitsdaten denke. In einem Pilotprojekt könnten die vorhandenen Daten aus Finnland und Bayern geteilt und gemeinsam von Wissenschaftlern und Unternehmen genutzt werden. „Diesen Austausch hierüber wollen wir auf der Fachebene unserer Ministerien nun weiter intensivieren“, unterstrich Gerlach.

Darüber hinaus hat Gerlach die finnische Ministerin Grahn-Laasonen zum bayerischen E-Health Kongress „Connect/Health/Care“ eingeladen. Dieser wird am 12. Dezember 2024 in Augsburg stattfinden und sich unter anderem mit der Digitalisierung im Gesundheitswesen – insbesondere der Pflege – befassen.

Die Ministerin erläuterte diesbezüglich, dass der bayerische E-Health-Kongress als zentrale bayerische Plattform diene, auf welcher sich Fachleute aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung über die digitale Transformation in Gesundheit und Pflege informieren, austauschen und zukunftsweisende Projekte aus Bayern direkt kennenlernen könnten. „Eine Beteiligung Finnlands wäre eine Bereicherung für unseren Kongress.“

Abschließend fügte Ministerin Gerlach hinzu, dass es ihr als ehemalige Digitalministerin ein Anliegen sei, die Vorteile der Digitalisierung und Technisierung im Pflegebereich noch stärker zu nutzen. Diese seien ein Baustein, um dem Pflegenotstand wirksam entgegenzutreten und den Pflegeberuf attraktiver zu machen. Aus diesem Grund starte der Freistaat – noch in diesem Jahr – unter dem Titel „Pflege für morgen – selbstbestimmt, ganzheitlich, generationengerecht und digital“ eine HighCare Agenda, mit der die Voraussetzungen geschaffen werden, die digitale Revolution in die Pflege zu bringen. Man wolle Pflege ganzheitlich denken, Technik als Hilfe für Helfende einsetzen und die Forschung und Entwicklung von Pflegeassistenzsystemen sowie Robotik-Innovationen in die Versorgung bringen. Dazu gehöre auch die gezielte Unterstützung von digitalen Pflegeanwendungen.

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