GKV-Argumentationspapier „Den Krankenkassen liegt wenig an einer guten Versorgung“

Von Johannes Kapfer 1 min Lesedauer

Eine mögliche Apothekenreform liegt in der Luft. Der Deutsche Apothekerverband (DAV) kritisiert ein diesbezügliches Statement des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung scharf.

Im europäischen Vergleich verfügt Deutschland über eine niedrige Apothekendichte. Tendenz sinkend.(©  Gorodenkoff - stock.adobe.com)
Im europäischen Vergleich verfügt Deutschland über eine niedrige Apothekendichte. Tendenz sinkend.
(© Gorodenkoff - stock.adobe.com)

„Der Umverteilungsvorschlag des GKV-Spitzenverbandes zeigt, wie wenig den Krankenkassen an einer guten Versorgung ihrer eigenen Versicherten gelegen ist“, sagt Dr. Hans-Peter Hubmann, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbandes (DAV). Die Darstellung des Spitzenverbandes, dass es den Stadtapotheken grundsätzlich besser gehe als den Landapotheken sei „schlichtweg falsch“. Hubmann führt als Beispiel den Bezirk Berlin-Lichtenberg an. Dort herrsche eine Apothekendichte von 14 Apotheken auf rund 100.000 zu versorgende Menschen vor. Bundesdurchschnitt wären 21 Apotheken. Europäisch betrachtet ergebe sich sogar ein noch prekäreres Bild. 32 Apotheken. Bei gleicher Personenzahl.

In deutschen Großstädten sinke die Apothekenzahl schon seit mehreren Jahren. Eine wohnortsnahe Versorgung für alle Bürgerinnen und Bürger könne daher zukünftig wahrscheinlich nicht mehr garantiert werden, ergänzt Hubmann.

Hubmann führt weiter aus, dass es „bemerkenswert“ sei, dass die Krankenkassen die in den Städten lebenden GKV-Versicherten bewusst benachteiligen wollten. Die Apotheken würden sich durch den mittlerweile seit elf Jahren andauernden Honorarstillstand in einer wirtschaftlichen Krisensituation wiederfinden. Mehr als zehn Prozent der Betriebsstätten verzeichneten mittlerweile defizitäre Betriebsergebnisse. In seinen Augen ein untragbarer Zustand. „Die weitere Absenkung des Apothekenhonorars – ganz egal an welcher Stelle – wäre fatal und würde den Wegfall vieler weiterer Apotheken bedeuten.“

Ein Fakt stößt Hubmann besonders sauer auf: Die Ausgaben der rund 100 Krankenkassen für Marketingkampagnen und ähnliche Posten hätten im vergangenen Jahr mehr als vier Prozent der GKV-Einnahmen ausgemacht. Dies entspreche in etwa dem Doppelten der Ausgaben für das Apothekenhonorar.

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