Cybersicherheit Hacker machen keinen Feierabend

Von Johannes Kapfer 2 min Lesedauer

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Das Gesundheitswesen sieht sich in den letzten Jahren mit verschiedenen Baustellen konfrontiert. Neben Personal- und Finanzsorgen rückt der Healthcare-Sektor mehr und mehr in den Fokus der Cyberkriminellen.

Das Repertoire von Cyberkriminellen wird von Tag zu Tag raffinierter. Dementsprechend müssen auch die Sicherheitsprotokolle dem Trend folgen und sich stets auf dem neuesten Stand der Technik befinden.(©  Bettina - stock.adobe.com / KI-generiert)
Das Repertoire von Cyberkriminellen wird von Tag zu Tag raffinierter. Dementsprechend müssen auch die Sicherheitsprotokolle dem Trend folgen und sich stets auf dem neuesten Stand der Technik befinden.
(© Bettina - stock.adobe.com / KI-generiert)

Hochsensible Daten, hochverfügbar, hochgradig lukrativ – mit der Einführung von souveränen Cloudsystemen hat sich das Gesundheitswesen ins Fadenkreuz von Cyberkriminellen begeben. Schließlich sind im Healthcare-Sektor häufig veraltete IT-Infrastrukturen im Einsatz und auch die Ressource „Geld“ wird eher in die Steigerung der Behandlungsqualität als in die Cyberresilienz des Hauses investiert. Für den Fall einer – aus Sicht der Angreifer – erfolgreichen Cyberattacke bleibt den Entscheiderinnen und Entscheidern in den Kliniken oftmals keine andere Möglichkeit, als die geforderten „Lösegeldsummen“ zu begleichen, um lange Ausfallzeiten oder Daten­verlust zu verhindern.

Studie zeigt Schwachstellen auf

Zwischen Ende April 2023 und Anfang Mai 2024 hat das global tätige Sec-Ops-Unternehmen Arctic Wolf sämtliche Datenströme seiner Kundinnen und Kunden protokolliert und die daraus resultierenden Ergebnisse im „Security Operations Report 2024“ zusammengefasst. Laut des Berichts, in welchem 250 Billionen Sicherheitsereignisse von über 6.000 Unternehmen weltweit berücksichtigt wurden, entfielen rund 16 Prozent der „Security-Alerts“ auf das Gesundheitswesen. Lediglich im produzierenden Gewerbe lagen die Zahlen noch etwas höher.

Eine weitere Erkenntnis des Reports ist, dass mit 45 Prozent etwas weniger als die Hälfte aller Meldungen außerhalb der regulären Geschäftszeiten, also im Zeitraum zwischen 20 Uhr und acht Uhr morgens generiert wurden. Angriffe via Ransomware fanden demnach vorwiegend zwischen Freitag 20 Uhr und dem darauffolgenden Montagmorgen statt. Diese Zeiträume wurden und werden von Kriminellen offensichtlich gezielt ausgewählt, da zu diesen Zeitpunkten die Personaldecke erfahrungsgemäß dünner ist als sonst.

Ein „Rund-um-die-Uhr-Monitoring“ ist für viele Akteure finanziell wie personell nicht zu stemmen. An dieser Stelle kommen Sicherheitsfirmen ins Spiel, die diese Überwachung KI-basiert übernehmen und dementsprechend schnell das Personal in den Kliniken und Praxen kontaktieren können.

Doch die beste Überwachung ist nutzlos, wenn die eingesetzte IT-Infrastruktur veraltet oder hochrelevante Sicherheitsupdates auch nach mehreren Monaten oder Jahren noch nicht eingepflegt worden sind. Laut des Berichts sei es keine Seltenheit, ungepatchte Rechner mit Micro­softs Betriebssystem Windows 10 oder älter im operativen Betrieb von Krankenhäusern vorzufinden. Auch ältere Versionen von Micro­soft Outlook oder unsichere ­Datenbankanwendungen bieten Cyberkriminellen derart große Angriffsflächen, dass teilweise im Minutentakt Sicherheitswarnungen bei den Sec-Ops-Firmen eingehen. Durch geschickte Parametrierung und intelligente Filtermechaniken sei es möglich, zahlreiche Fehl­alarme von realen Bedrohungslagen zu unterscheiden, betont Dr. Sebastian Schmerl von Arctic Wolf. Denn Hacker machen keinen Feierabend.

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