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KI im Gesundheitswesen: Potenziale optimieren, Risiken minimieren

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Generative KI verändert das Gesundheitswesen nachhaltig

Die generative KI lernt dabei auf Basis großer Mengen an unstrukturierten Daten, die die Biowissenschaften generieren. Diese nutzt die KI, um neue Daten zu erstellen, zum Beispiel synthetische Patientendaten, Diagnoseberichte und personalisierte Behandlungspläne. Die Technologie unterstützt Ärzte dabei, die wirksamsten Medikamente auszuwählen, unerwünschte Nebenwirkungen zu minimieren und die richtige Dosierung auf der Grundlage des individuellen genetischen Profils zu bestimmen. Außerdem unterstützt die generative KI Ärzte dabei, bestimmte Krankheiten zu diagnostizieren und zu behandeln: Sie erzeugt Bilder, die diese Krankheiten nachahmen und schult so Ärzte.

KI lässt sich in Biowissenschaften breit einsetzen. Dazu gehört beispielsweise die Datenextraktion und -analyse, die angesichts des kritischen Mangels an medizinischem Personal in Europa die Arbeit erleichtern und die Untersuchungen beschleunigen können. KI-gestützte Datenextraktion und -analyse kann wertvolle Erkenntnisse liefern, die die Patientenversorgung optimieren. Sie lassen sich außerdem für bessere Behandlungsergebnisse nutzen.

Generative KI kann die Biowissenschaften verändern, indem sie langwierige und fehleranfällige operative Arbeiten automatisiert. Mediziner sind damit in der Lage, den gesamten Besuch eines Patienten aufzeichnen – vom Hinzufügen der Patienteninformationen in Echtzeit bis zum Auffüllen von Lücken. Im nächsten Schritt lassen sich die Daten in eine strukturierte Notiz mit Konversationssprache umwandeln.

Vorsicht ist dennoch geboten

Wie bei jeder Innovation im Laufe der Jahre sind die Vorteile auch mit Risiken verbunden, die geprüft und eingeschränkt werden müssen. In einem 2022 vom Europäischen Parlament veröffentlichten Papier werden die erheblichen Vorteile der KI hervorgehoben, die das Gesundheitspersonal in Zeiten des Mangels ergänzen und eine höhere Effizienz für die optimale Nutzung gesundheitsbezogener Ressourcen bis hin zu verbesserten Nachhaltigkeitsmaßnahmen und schärferen Richtlinien reichen. Es räumt jedoch auch einige Gefahren ein, die mit dem Einsatz von KI im Gesundheitswesen einhergehen. Das Europäische Parlament verweist unter anderem auf Probleme wie potenzielle Fehler, das Risiko der Voreingenommenheit, mangelnde Transparenz und die Anfälligkeit für Hackerangriffe. Der Schlüssel, um diese Herausforderungen zu bewältigen, sind verschiedene Bewertungsmethoden und Strategien, um Risiken zu minimieren und den Nutzen zu maximieren.

Da es sich bei der wichtigsten Datenquelle der Branche um sensible Patientendaten handelt, haben deren Sicherung und die Eindämmung von Cyber-Bedrohungen Priorität. Weitere Hindernisse für die Einführung von KI könnten unter anderem potenzielle Schäden für Patienten aufgrund von KI-bedingten Fehldiagnosen und das Risiko der Einführung von Verzerrungen in der medizinischen KI sein. Laut Empfehlungen des Europäischen Parlaments sollte eine angemessene Risiko- und Bedrohungsminderung in Verbindung mit Maßnahmen wie der Entwicklung eines Rahmens für eine bessere Rechenschaftspflicht der Biowissenschaftsbranche helfen, die KI sicher zu optimieren.

Ethische Standards hinsichtlich des KI-Einsatzes einzuhalten, ist im Gesundheitswesen besonders wichtig. Dazu gehören beispielsweise die Transparenz und Erklärbarkeit von Algorithmen, eine entsprechende Haftungs- und Rechenschaftspflicht usw. Das könnte auch beispielsweise die Bereitstellung eines angemessenen klinischen Kontextes für IT-Fachleute und Datenwissenschaftler sein – aber auch die Überprüfung, ob die eingegebenen Daten gültig, genau und korrekt sind sowie die Interpretation von KI-Blackbox-Lösungen, um Patienten in Echtzeit und postfaktisch zu beraten.

Die Vorteile des Einsatzes von KI für das Gesundheitswesen liegen auf der Hand. Es ist aber wichtig, zu betonen, dass ihre Wirksamkeit in hohem Maße von der Genauigkeit der Daten abhängt, auf die sie sich stützt. Darüber hinaus müssen Organisationen beim Einsatz von KI darauf achten, kognitive Verzerrungen auszuschließen und die Privatsphäre der Patienten zu schützen. Während KI zweifellos die Zukunft des Gesundheitswesens prägen wird, müssen angemessene Richtlinien angelegt werden, um ihr volles Potenzial zu erschließen.

Subhro Malik
Senior Vice President & Head Life Science, Infosys

Bildquelle: Infosys

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