Künstliche Intelligenz KI: Vorteile werden gesehen, Nutzung hinkt hinterher

Von Susanne Ehneß 2 min Lesedauer

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Laut einer Studie von Bitkom und Hartmannbund sehen 78 Prozent der Ärztinnen und Ärzte die Nutzung künstlicher Intelligenz als „riesige Chance“. Die tatsächliche Nutzung ist deutlich geringer.

Künstliche Intelligenz wird derzeit in jeder siebten Praxis und in vielen Kliniken eingesetzt.(Bild:  KI-generiert)
Künstliche Intelligenz wird derzeit in jeder siebten Praxis und in vielen Kliniken eingesetzt.
(Bild: KI-generiert)

Eine gemeinsame Studie von Hartmannbund und Bitkom zeigt klar: Künstliche Intelligenz ist in den Köpfen der Ärzteschaft angekommen. Unter der Ärzteschaft sprachen sich 78 Prozent für den Einsatz von KI in der Medizin aus. Die tatsächliche Nutzung ist geringer, legt jedoch stetig zu. So ist bei 18 Prozent der Ärztinnen in Kliniken KI im Einsatz, beispielsweise zur Auswertung bildgebender Verfahren. Vor drei Jahren waren es noch 9 Prozent. In Praxen oder MVZ nutzen 12 Prozent der Ärzte KI für die Diagnosestellung, und 8 Prozent nutzen sie für die Praxisverwaltung.

(Bild:  Bitkom)
(Bild: Bitkom)

Insgesamt wird der Einsatz künstlicher Intelligenz laut Bitkom mit großem Interesse, aber auch mit hohen Erwartungen begleitet: 78 Prozent aller Ärztinnen und Ärzte bewerten KI als riesige Chance für die Medizin. Zwei Drittel (67 Prozent) fordern, der KI-Einsatz in der Medizin sollte in Deutschland besonders gefördert werden – und 60 Prozent meinen, eine KI werde in bestimmten Fällen bessere Diagnosen stellen als ein Mensch. Gleichzeitig fordern 76 Prozent eine strenge Regulierung. „Der AI Act der EU setzt wichtige Leitplanken für den verantwortungsvollen Einsatz von künstlicher Intelligenz. Entscheidend wird sein, dass seine Umsetzung praxisnah erfolgt – nur so kann der Nutzen von KI in der Medizin auch tatsächlich die Ärztinnen, Ärzte, Patientinnen und Patienten erreichen“, betont Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst.

Wo wird KI eingesetzt?

Die Studie offenbart auch, wo digitale Lösungen und KI in der Medizin bereits eingesetzt werden.

In Praxen:

  • Online-Terminvereinbarung: 37 %
  • Videosprechstunde: 25 %
  • Analyse von Vitaldaten z. B. aus Fitnesstrackern oder Apps: 21 %
  • Digitale Aufklärungsbögen: 17 %
  • Konsultation mit anderen Ärzten: 13 %
  • Tablet-gestützte Patientenaufnahme: 13 %
  • KI für die Diagnosestellung: 12 %
  • KI zur Vereinfach von Praxisabläufen: 8 %
  • Überwachung des Gesundheitszustands durch Remote Monitoring: 8 %

In Kliniken:

  • Konsultation anderer Ärzte: 28 %
  • Roboter-Unterstützung bei OPs und Eingriffen: 26 %
  • Tablet-gestützte Patientenaufnahme: 21 %
  • Patientenportal: 21 %
  • Digitale Aufklärungsbögen: 20 %
  • KI für die Auswertung bildgebender Verfahren: 18 %
  • Virtual Reality für Trainingszwecke oder OPs: 11 %
  • Überwachung des Gesundheitszustands durch Remote Monitoring: 10 %
  • Videosprechstunden: 8 %
  • Analyse von Vitaldaten aus Trackern und Apps: 4 %
  • Untersuchungen und OPs, die von Fachleuten per Video unterstützt werden: 3 %

Die Studie

Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom mit Unterstützung des Hartmannbundes durchgeführt hat. Dabei wurden 616 Ärztinnen und Ärzte aller Fachrichtungen in Kliniken und Praxen in Deutschland online befragt. Die Befragung fand im Zeitraum von KW 4 bis KW 9 statt. Die Umfrage ist nicht repräsentativ.

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