Nach Kritik Klinik-Atlas wurde abgespeckt

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Der neue Bundes-Klinik-Atlas sollte Patientinnen und Patienten die Suche nach dem besten Krankenhaus erleichtern. Doch es hagelte Kritik – unter anderem von Seiten der Deutschen Krankenhausgesellschaft. Nun bekommt das Portal ein Update.

Der Bundes-Klinik-Atlas soll transparent darstellen, welches Krankenhaus für eine Behandlung am besten geeignet ist.(Bild:  Manuel Schönfeld – stock.adobe.com)
Der Bundes-Klinik-Atlas soll transparent darstellen, welches Krankenhaus für eine Behandlung am besten geeignet ist.
(Bild: Manuel Schönfeld – stock.adobe.com)

Das neue staatliche Vergleichsportal zu Krankenhäusern in Deutschland soll nach massiver Kritik an angezeigten Daten überarbeitet und abgespeckt werden. „Wir unterziehen den Klinik-Atlas einem umfassenden Update, machen ihn für Patientinnen und Patienten sehr viel leichter verständlich“, sagte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) der „Rheinischen Post“ (19. Juni). Statt wie bisher für 23.000 verschiedene Eingriffe solle die neue Version „zunächst für die 20 wichtigsten Eingriffe zeigen, wie gut welches Haus hier ist“. Das Portal erhielt dafür ein Update.

Der Mitte Mai gestartete Bundes-Klinik-Atlas soll über Leistungen und Behandlungsqualität von rund 1.700 Krankenhäusern informieren. Er hatte nach einer Woche bereits ein erstes Update bekommen. Die Gesundheitsministerinnen und Gesundheitsminister der Länder forderten danach, weiterhin vorhandene Fehler zu beheben, um Patienten nicht durch Falschinformationen zu gefährden. Grund seien nicht mehr aussagefähige Daten. Auch von medizinischen Gesellschaften und der Klinikbranche, die ein eigenes Informationsportal betreibt, kam Kritik.

Eine Ministeriumssprecherin sagte in Berlin, der Atlas sei ein Digitalprojekt, das ständig verbessert werde. Man nehme auch Hinweise aus der Praxis auf. In der nun kommenden neuen Version sollen Gruppen von Krankheiten dargestellt werden, wie Lauterbach sagte. „Geführt werden die Patienten auf der Startseite über größere Kacheln mit allgemeinen Begriffen wie z.B. Krebs, Herz oder Knochen und Gelenke. Dahinter fächern wir dann einzelne Erkrankungen und Operationen auf wie Darmkrebs, Brustkrebs, Magenkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Bypass- und Stent-Operationen oder den Einsatz von künstlichen Knie- und Hüftgelenken.“

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft sprach von einer „Bankrotterklärung“. Vorstandschef Gerald Gaß sagte, man können diesem Gebaren auf Kosten des Steuerzahlers nur noch kopfschüttelnd zuschauen. Wer auf welcher Grundlage für den Atlas festlege, welche Operationen „wichtig“ seien und angezeigt werden, bleibe offen. „Der Minister muss diesen Klinik-Atlas sofort abschalten und grundsätzlich so überarbeiten und von Fehlern befreien, dass ihn die Patientinnen und Patienten unbesorgt nutzen können“, forderte Gaß.

Der Unions-Gesundheitsexperte Tino Sorge (CDU) kritisierte, Lauterbach habe mit seinem Klinik-Atlas einen Fehlstart nach Maß hingelegt. „Dem berechtigten Wunsch nach Transparenz im Gesundheitswesen hat er damit einen Bärendienst erwiesen.“ Lauterbach müsse die Patientinnen und Patienten um Entschuldigung bitten.

Der Minister wies Kritik erneut zurück. „Zum großen Teil ist sie unberechtigt. Die verwendeten Behandlungsdaten, hinter denen 16 Millionen Versicherte stehen, stimmen. Wären Daten falsch gewesen, hätte ich den Atlas vom Netz genommen.“ Dennoch habe die Debatte gezeigt, dass der Atlas zu komplex für Laien sei.

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