Matthias Klimkait ist Pflegedirektor am Klinikum Leverkusen und befasst sich in seinem Arbeitsalltag viel mit Digitalisierungsthemen, insbesondere für den Pflege- und Behandlungsbereich. Trotz der typischen Herausforderungen, zählt sich Leverkusen zu den Gewinnern beim Transformationsprozess.
Matthias Klimkait, Pflegedirektor am Klinikum Leverkusen.
Ich hatte Sie ja bereits auf der Podiumsdiskussion der SmartXcare in Düsseldorf angetroffen. Damals hatten Sie gesagt, dass die aktuelle IT-Strategie im Klinikum Leverkusen noch nicht ganz ausgereift sei. Wie sieht es aktuell aus?
Klimkait: Ja, nicht ganz ausgereift stimmt. An der einen oder anderen Stelle fehlte es uns einfach an Know-how. Wir hatten zwar eine Strategie, auch über die involvierten Berufsgruppen, aber uns fehlte jemand, der das Ganze professionalisiert – und das hat unser neuer IT-Leiter jetzt gemacht. Mit unserem IT-Leiter Selim Adilovic haben wir nun jemanden im Haus, der unsere IT-Strategie auf eine andere Ebene gehoben hat. Er entwickelt und zieht andere Strategien auf. Er war zuvor auch in einem anderen Umfeld unterwegs und bringt deshalb Visionen mit, die für uns neu sind – so hatten wir das in Leverkusen einfach noch nicht.
Klimkait: Zum einen halte ich es für wichtig, unsere digitalen Anwendungen einmal grundlegend zu ordnen und uns bewusst zu machen, wohin wir damit eigentlich wollen. Wir beschäftigen uns derzeit nicht nur mit der Pflege- und Behandlungsdokumentation, sondern prüfen an vielen anderen Stellen ebenfalls Anwendungen – um sie zu evaluieren, gegebenenfalls abzukündigen, neu zu organisieren oder auszuschreiben. Gerade in diesem Bereich braucht es jemanden, der den nötigen Weitblick hat, über den Tellerrand hinausblickt und einschätzen kann, ob uns etwas nur kurzfristig oder vielleicht gar keinen Nutzen bringt – oder ob wir etwas benötigen, das es derzeit noch gar nicht gibt. Dann warten wir im Zweifel lieber ein halbes Jahr, bis wir die richtige Lösung bekommen. Ich glaube, genau das ist auch sein Anspruch, und das setzt er bei uns im Moment sehr gut um. Natürlich bedeutet das, dass er viele Hürden überwinden muss, weil wir uns häufig schnelle, kurzfristige Erfolge wünschen. Wir wollen sofort irgendeine Lösung, und er sagt dann oft: „Nein, das geht nicht. Schnelle Lösungen gibt es nicht – wir müssen erst etwas aufbauen und dafür die richtigen Voraussetzungen schaffen.“ Und genau das macht er gut, und dafür ist er da.
Ihr steht ja sicher auch unter einem hohen Erfolgsdruck, aber was verstehen Sie eigentlich unter Erfolg?
Klimkait: Also es gibt für mich verschiedene Erfolgspunkte. Das eine ist eine sichere Dokumentation, die zur Patientensicherheit beiträgt. Patientendaten, die sicher einem Patienten zugeordnet werden, die immer verfügbar sind – und nicht verschwinden – und nicht manipulierbar sind. Ein großes Thema der Patientensicherheit ist, dass es keine Verwechslung gibt, zum Beispiel, dass der richtige Blutdruck beim richtigen Patienten landet. Ziel ist, dass Verwechslungsrisiken ausgeschlossen werden können. Der zweite Punkt ist Mitarbeiterzufriedenheit – das hat einen ganz großen Stellenwert. Der Umgang mit digitalen Medien ist ja das eine, aber es muss eben auch ein bisschen Spaß machen. Und das fängt bereits bei den Ladezeiten von Applikationen und den resultierenden Medienbrüchen an. Es ist typisch für ein Krankenhaus, dass man für einen und denselben Fall verschiedene Programme aufrufen muss. Deshalb bedeutet Erfolg für uns, wenn wir das möglichst harmonisieren können.
Kommunale Krankenhäuser haben ja häufig diesen Ruf, ein bisschen bräsig zu sein und nicht ganz so innovativ – die befinden sich in einem kommunalen Dornröschenschlaf.
Würden Sie denn sagen, dass Leverkusen ein typisch kommunales Krankenhaus ist?
Klimkait: Ja, das habe ich so in dem Vortrag vorhin fallen lassen. Zumindest muss man sagen, wir waren ein typisch kommunales Krankenhaus. Kommunale Krankenhäuser haben ja häufig diesen Ruf, ein bisschen bräsig zu sein und nicht ganz so innovativ – die befinden sich in einem kommunalen Dornröschenschlaf. Jetzt ist es bei uns aber so: Wir sind tatsächlich seit einigen Jahren erwacht. Das hat damit zu tun, dass bei uns in der Führungsriege mit einer neuen Geschäftsführung ganz neue Ideen aufkamen und wir unsere Strategien abstimmen, also unsere IT-Strategie ist auf die medizinische Strategie abgestimmt und unsere medizinische Strategie mit der Baustrategie usw. Unsere Geschäftsführer verfolgen beide einen Ansatz, den man sonst auch von anderen Klinikträgern kennt, eben nicht diese kommunale Bräsigkeit. Unser Ziel ist, dass wir auf eigenen Beinen stehen, ein gutes, solides Ergebnis erzielen, sodass wir uns in Zukunft auch Innovationen leisten können. Auch unseren Mitarbeitern wollen wir irgendwann gewisse Dinge weitergeben, damit sie positiv in die Zukunft blicken können. Wir reden viel über das Krankenhauszukunftsgesetz und noch über andere Gesetze. Jetzt kommt der Transformationsfonds und so weiter. Aber in NRW bleibt die Krankenhausplanung und die Krankenhausreform, die da auf den Weg gebracht wurde, ein riesiges Thema. Und da gibt es viele Verlierer und einige Gewinner. Wir zählen uns in Leverkusen tatsächlich zu den Gewinnern. Das hat natürlich auch damit zu tun, dass wir eine Idee haben, beispielsweise wie die Gesundheitsversorgung in der Region aussehen kann und wie wir uns danach ausrichten – wie es zukünftig also mal sein wird. Viele kleine Krankenhäuser haben schließlich große Probleme und das hat natürlich damit zu tun, dass es in Deutschland einfach zu viele Krankenhäuser gibt. Wir müssen uns wieder mehr auf die großen Zentren konzentrieren. Auch die können ein großes Spektrum anbieten und ja, das wird sich alles neu sortieren. Wir sehen uns da auf jeden Fall auf der Gewinnerseite, aber es ist natürlich eine Menge Arbeit.
Wie betroffen ist denn Leverkusen eigentlich von der Krankenhaustransformation und was erwarten Sie sich eigentlich vom Änderungsgesetz bezüglich der Krankenhausreform?
Klimkait: Betroffen sind wir ja alle irgendwie. In Leverkusen sind wir eine Region. Wir sind in der Ecke zwischen Köln und Düsseldorf. Da gibt es eine ganze Menge Krankenhäuser. Da passiert auch eine ganze Menge und wir sind dort oft zum Teil betroffen. Das können wir an manchen Stellen noch gar nicht vorhersehen. Wir haben natürlich eine Idee und eine Ahnung und darauf setzen wir unsere Strategie. Wir müssen modernisieren, wir brauchen mehr Gebäude, weil auch Gebäude irgendwann alt werden und sich Anforderungen ändern. Und das ist zum Beispiel so ein Thema. Wir haben natürlich schon einige Ideen, was wir in Zukunft machen möchten, und dafür auch Fördermittel beantragt. Wir wollen weiterbauen, erweitern und neue Dinge anstoßen. Und das ist aber so ein riesiges komplexes Konstrukt. Das kann man schlecht in so wenigen Sätzen beschreiben. Aber die zentrale Herausforderung ist – wie bei allen wahrscheinlich auch – mit den vorhandenen Mitteln zurechtzukommen und sich gleichzeitig so aufzustellen, dass man für die Zukunft bereit ist. Und das, obwohl man nicht immer hundertprozentig sagen kann, in welche Richtung es künftig gehen wird.
(ID:50582512)
Stand: 08.12.2025
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