Bundesapothekerkammer Kritik an Apothekenreform des BMG

Von Chiara Maurer 2 min Lesedauer

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Thomas Benkert, Präsident der Bundesapothekerkammer, äußert Kritik an den jüngsten Vorschlägen des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) zur Änderung der Apothekenstruktur.

„Wir werden uns dafür einsetzen, dass es auch in Zukunft nur Apotheken mit Apothekerin oder Apotheker gibt“, so Thomas Benkert, Präsident der Bundesapothekerkammer.(©  ABDA)
„Wir werden uns dafür einsetzen, dass es auch in Zukunft nur Apotheken mit Apothekerin oder Apotheker gibt“, so Thomas Benkert, Präsident der Bundesapothekerkammer.
(© ABDA)

„Die aktuellen Vorschläge des BMG zur Änderung der Apothekenstruktur lehnen wir entschieden ab. Denn das wäre ein direkter Weg in eine Zwei-Klassen-Versorgung der Patientinnen und Patienten“, so Bundesärztekammer-Präsident Thomas Benkert, in seiner Eröffnungsrede des Fortbildungskongresses Pharmacon. Zudem betonte er die Notwendigkeit verlässlicher und stabiler Rahmenbedingungen für eine zeit- und wohnortnahe Versorgung der Menschen.

Die im Dezember 2023 vom BMG veröffentlichten Eckpunkte für eine Apothekenreform betreffen nicht nur die Honorierung, sondern auch die Struktur der Apotheken. Insbesondere die Möglichkeit, Apotheken vorübergehend ohne die Anwesenheit eines Apothekers oder einer Apothekerin zu öffnen, stieß auf Widerstand.

Nach den BMG-Vorschlägen könnten erfahrene pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) vor Ort die Arzneimittelabgabe übernehmen, vorausgesetzt, eine telepharmazeutische Beratung durch apothekerliches Personal findet statt. Das ermögliche, so heißt es von Seiten des BMG, den Apotheken einen wirtschaftlichen und flexiblen Einsatz von Personal, ohne dass Abstriche in der pharmazeutischen Qualität und bei der Patientensicherheit gemacht werden müssten.

Benkert hingegen warnte jedoch vor den Risiken dieser Maßnahme: „Der Betrieb einer Apotheke ist aus gutem Grund an den Apotheker oder die Apothekerin gebunden. Eine telepharmazeutische Zuschaltung eines Apothekers oder einer Apothekerin bietet keine Sicherheit! Sie ist eine Hürde, da sie mit technischem Aufwand verbunden ist. Sie setzt voraus, dass der Apotheker oder die Apothekerin jederzeit verfügbar und nicht durch andere Aufgaben gebunden ist.“ Zudem bestehe eine Gefahr für die Patientensicherheit, da so das Risiko für Fehleinschätzungen, ob und wann in bestimmten Beratungssituationen die apothekerliche Kompetenz in Anspruch genommen werden müsse, allein im Ermessen der PTA läge und so steigen würde.

Zusätzlich forderte Benkert die Gesundheitspolitikerinnen und -politiker der Ampelkoalition auf, das Apothekenhonorar zu erhöhen. Er erklärte: „Es ist für mich unverständlich und nicht nachvollziehbar, dass es bei den Apotheken nicht möglich sein soll, diese für ihre Leistungen und die damit verbundenen Kosten angemessen zu vergüten.“

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