Bundesweiter Rollout der ePA KVen appellieren an BMG

Von Johannes Kapfer 2 min Lesedauer

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Trotz anfänglich guter Rückmeldung aus den Modellregionen monieren einige Kassenärztliche Vereinigungen, dass der bundesweite Rollout der ePA auf wackeligen Beinen stehe. Insbesondere die Sicherheit der Patientendaten sehen die KVen als Kritikpunkt an.

Der bundesweite Rollout der ePA soll erst dann erfolgen, wenn sämtliche Sicherheitsbedenken ausgeräumt wurden.(©  Toowongsa - stock.adobe.com)
Der bundesweite Rollout der ePA soll erst dann erfolgen, wenn sämtliche Sicherheitsbedenken ausgeräumt wurden.
(© Toowongsa - stock.adobe.com)

In einer gemeinsamen Pressemitteilung haben sich die Kassenärztlichen Vereinigungen Bayerns (KVB), Hamburg (KVHH), Nordrhein (KVNo) sowie die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) an das Bundesgesundheitsministerium (BMG) gewandt. Darin fordern sie unter anderem, den Zeitplan für den Rollout der ePA zu strecken und deutlich mehr Zeit für Funktions- und Lasttests einzuräumen.

Die Pilotphase zur Einführung der ePA, die am 15. Januar 2025 startete, laufe nach fünf Wochen immer noch nicht vollumfänglich. In den Testregionen in Franken, Hamburg und Teilen Nordrhein-Westfalens würden die rund 300 teilnehmenden Praxen weiterhin von fehlenden technischen Voraussetzungen oder Komplikationen berichten, welche ein wirksames Testen der ePA verhinderten.

Der Vorstand der KV Bayern, bestehend aus Dr. Christian Pfeiffer, Dr. Peter Heinz und Dr. Claudia Ritter-Rupp geben in der Pressemitteilung zu bedenken, dass ein übereiltes Ausrollen der ePA zu Frust in den Praxen und aufgrund unerfüllter Erwartungen zu Verärgerung bei den Versicherten führen könne. „Wir sehen durchaus Potenzial darin, dass eine datensichere und datenschutzkonforme elektronische Patientenakte mittel- bis langfristig einen Mehrwert in der Versorgung der Patienten leisten kann. Grundvoraussetzung hierfür ist allerdings eine ausgereifte, fehlerfreie und hochsichere Akte, deren Bedienung in den Softwaresystemen der Ärzte und Psychotherapeuten einfach und praxistauglich ist. “

Dr. Volker Schrage, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KVWL, attestiert der ePA gar einen Fehlstart: „Zum Start der Pilotphase konnten in Westfalen-Lippe nur wenige der teilnehmenden Praxen die elektronische Patientenakte befüllen. Die Ursachen hierfür waren vielschichtig.“ Es hätte Herausforderungen beim Zugriff auf die entsprechenden Aktensysteme gegeben. Sowohl die Hersteller der Praxisverwaltungssysteme als auch die Softwareunternehmen der Aktensysteme hätten mehrmals justierend eingreifen müssen. Einige Praxisteams würden derzeit noch mit der E-Medikationsliste ringen, fährt Schrage fort. „Zum Teil werden die Daten gar nicht oder nur unvollständig übertragen. Auch der erhöhte Beratungsbedarf im Arzt-Patienten-Verhältnis darf nicht unterschätzt werden. Wir sind froh, dass die Schwierigkeiten jetzt auftreten, denn exakt dafür ist die Pilotphase gedacht. Wir wollen die technischen und organisatorischen Probleme klar identifizieren, damit diese vor einem bundesweiten Rollout beseitigt werden.“ Für ihn sei es allerdings auch bewiesen, dass für eine fundierte Bewertung müssen weitere Erfahrungswerte gesammelt werden müssen und insbesondere mehr Zeit benötigt werde. Auch würden einige Praxen in den Modellregionen auch zum Ende der Pilotphase keinen Zugriff auf die zu testenden Module haben.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag der Redaktion noch keine Reaktion des BMG vor.

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