Interoperabilität

London: Neue Wege in der Notfallhilfe

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Zudem verringert die gemeinsame Datengrundlage gestützt auf offenen Gesundheitsdaten und Low-Code-Tools das Risiko von Doppelarbeit und erleichtert die Erstellung gemeinsamer Pflegepläne für viele klinische Nutzungen. Dazu gehören auch die Pflege und Unterstützung zusätzlicher Gesundheitsfelder wie Psychiatrie, psychische Gesundheit, Diabetes und Krebs.

Nutzer und Nutzerinnen können ihre Pflegepläne selbst ändern und Informationen darüber einfügen, wo sie gepflegt werden möchten, und welche Vorkehrungen getroffen werden müssen, wenn sie in eine Klinik gehen müssen. Diese Informationen werden sofort aktualisiert und im gesamten Londoner Gesundheits- und Pflegenetz zugänglich gemacht. Hier gibt es nur eine Quelle, die immer auf dem aktuellen Stand ist – die sogenannte „Single source of truth“.

Interoperabilität aus der Nische holen

Ob Großbritannien, Slowenien, Luxemburg, Spanien oder die Niederlande – viele europäische Länder sind in puncto Interoperabilität schon viel weiter als Deutschland. Patientenregister und herstellerneutrale Gesundheitsdaten gehören hier bereits zum medizinischen Alltag. In Deutschland bleibt noch viel zu tun, bis ein digitalisiertes Gesundheitssystem erreicht werden kann. Dabei muss das Rad nicht neu erfunden werden.

Durch die Nutzung offener Standards sowie von Datenmodellen und Schnittstellen ermöglicht die openEHR-Datenplattform den Austausch von klinischen Daten zwischen verschiedenen Systemen und Organisationen – und das verbessert die Zusammenarbeit und Koordination in der Gesundheitsversorgung. Auch die Datensicherheit ist bei openEHR vorhanden, da Informationen per se an verschiedenen Orten gespeichert werden.

Der deutsche Gesundheitsmarkt ist jedoch bislang bestimmt von herstellerabhängigen (proprietären) Daten. IT-Unternehmen binden Kliniken über einen langen Zeitraum. Kleinere, innovativere Unternehmen haben es schwer, im hiesigen Markt Fuß zu fassen.

Das Krankenhauszukunftsgesetz unterstützt die Kliniken bei der Finanzierung ihrer Digitalisierungsprojekte, um das Gesundheitswesen in die Zukunft zu führen. Wenn jedoch in eben diesen Ausschreibungen teilweise bis zu drei Referenzen in Deutschland als Ausschlusskriterium festgeschrieben sind, werden wirkliche Innovationen eher verhindert als gefördert. Es mangelt am Mut zur Umsetzung. Deutschland und Europa agieren zu langsam und überlassen vielfach US-Lösungen den Markt. Heute wissen Google und Apple schon deutlich mehr über den Gesundheitszustand der Europäerinnen und Europäer als uns allen lieb sein sollte.

Björn Lehnhoff
steuert seit Juli 2021 als Geschäftsführer die Better Deutschland GmbH in Hamburg. Er verfügt über 20 Jahre Erfahrung in der Gesundheits- und Technologiebranche.

Bildquelle: Better Deutschland GmbH

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