Deutscher Städtetag zur Digitalisierung Mehr Planungssicherheit für die Gesundheitsämter

Von Serina Sonsalla 2 min Lesedauer

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„Die Digitalisierung von Gesundheitsämtern muss weitergehen!“ – das fordert zumindest der Deutsche Städtetag. Von einer neuen Bundesregierung erhoffen sich die Städte eine Anschlussfinanzierung, wenn der „Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst“ 2026 ausläuft.

Das Positionspapier des Deutschen Städtetages und des Deutschen Landkreistages wurde am 28. November 2024 vom Hauptausschuss beschlossen und beschreibt die Erfolgsfaktoren für ein digitales Gesundheitsamt. Es umfasst: Status Quo, Forderungen, Zielbild, eine nachhaltige Finanzierung und eine nachhaltige Digitalisierungsstrategie. (© Coloures-Pic – stock.adobe.com)
Das Positionspapier des Deutschen Städtetages und des Deutschen Landkreistages wurde am 28. November 2024 vom Hauptausschuss beschlossen und beschreibt die Erfolgsfaktoren für ein digitales Gesundheitsamt. Es umfasst: Status Quo, Forderungen, Zielbild, eine nachhaltige Finanzierung und eine nachhaltige Digitalisierungsstrategie.
(© Coloures-Pic – stock.adobe.com)

Digitalisierung ist eine Daueraufgabe – auch in den Gesundheitsämtern. Mit dem Kauf von Geräten und Programmen sei es deshalb nicht getan. „Gesundheitsämter arbeiten mit vielen Partnern, wie Krankenkassen, Schulen und Kitas, Arztpraxen, Laboren und Landes- und Bundesbehörden zusammen. Sie alle müssen untereinander Daten austauschen“, erklärte die Vizepräsidentin des Deutschen Städtetages, Oberbürgermeisterin Katja Dörner aus Bonn. Sie warnte davor, dass begonnene Digitalisierungsprozesse nicht weitergeführt werden können, wenn die Bundesmittel 2026 auslaufen. „Wir dürfen nicht auf halbem Weg steckenbleiben, weil die Perspektive fehlt.“

Wir brauchen keine Insellösungen.

Katja Dörner

Die Gesundheitsämter haben schon während der Corona-Pandemie viel Arbeit geleistet. Seitdem wurden nicht nur viele zusätzliche Fachkräfte eingestellt, sondern auch viele Digitalisierungsprojekte vorangetrieben – Projekte, die mit dem „Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst“ ins Leben gerufen worden waren. „Das ist richtig und notwendig“, findet Dörner. Anlässlich der Sitzung von Präsidium und Hauptausschuss des Deutschen Städtetages in Frankfurt am Main, gab sie zu bedenken: „Die Aufgaben der Gesundheitsämter gehen allerdings weit über den reinen Infektionsschutz hinaus. Die Mitarbeitenden gehen beispielsweise in Schulen, Kitas und Pflegeheime und leisten dort präventive Arbeit.“ Darunter fallen Schutzmaßnahmen, die sie auf immer häufiger werdende Hitzewellen in den Städten vorbereiten würden, sowie die Vernetzung aller Beteiligten der Gesundheitsversorgung und die Suchtberatung vor Ort. „Auch diese Aufgaben müssen wir in die Digitalisierung einbeziehen“, stellte die Vizepräsidentin klar.

Außerdem betonte Dörner, dass ein ganzheitlicher Blick für Ziele und deren Umsetzung, geeinte Standards sowie offene Schnittstellen bei der Digitalisierung in den Gesundheitsämtern nötig seien. Doch dazu müssten sich Bund und Länder sowohl fachlich als auch finanziell dauerhaft einbringen.

Deshalb fordern die Städte von Bund und Ländern folgende Punkte:

  • In Kooperation mit den kommunalen Spitzenverbänden soll ein Zukunftsbild für die Digitalisierung der Gesundheitsämter erstellt werden, denn das bisherige Leitbild für das „Digitale Gesundheitsamt 2025“ ziele vor allem auf den Infektionsschutz ab und greife zu kurz.
  • Zusammen mit den Kommunen will man einzelne digitale Musterprozesse erarbeiten und bereitstellen.
  • Standards für den Informations- und Datenaustausch mit den Kommunen erarbeiten.
  • Sicherstellung der Anschlussfinanzierung für laufende Digitalisierungsprojekte, auch über 2026 hinaus.
  • Weiterentwicklung etablierter Netzwerke und Austauschformate von Kommunen und mit Landes- und Bundesbehörden.
  • Etablierung eines gemeinsam strukturierten Wissensmanagements für bundesweit angewandte Verfahren, Normen und Best Practices im Öffentlichen Gesundheitsdienst.

„Schon jetzt schauen sich wegen der unklaren Finanzierung unsere IT-Experten woanders nach sicheren Jobs um. Hier brauchen wir eine verlässliche Anschlussfinanzierung von Bund und Ländern. Das muss sich auch eine neue Bundesregierung auf die Fahnen schreiben“, teilte Dörner mit.

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