Personalisierte Prävention Neues Projekt zur Frühbehandlung chronisch entzündlicher Krankheiten

Von Nicola Hauptmann 2 min Lesedauer

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Mit innovativen Ansätzen will das europäische Projekt PerPrev-CID neue Methoden zur frühzeitigen Behandlung von rheumatoider Arthritis und entzündlichen Darmerkrankungen finden. Dabei sollen auch spezielle Apps und Wearables für die Patienten entwickelt werden.

Prof. Dr. Philip Rosenstiel, Direktor des Instituts für Klinische Molekularbiologie am UKSH und wissenschaftlicher Koordinator des PerPrev-CID-Konsortiums: „den Top-Down-Ansatz in der medizinischen Forschung durchbrechen“.(© SoulPicture)
Prof. Dr. Philip Rosenstiel, Direktor des Instituts für Klinische Molekularbiologie am UKSH und wissenschaftlicher Koordinator des PerPrev-CID-Konsortiums: „den Top-Down-Ansatz in der medizinischen Forschung durchbrechen“.
(© SoulPicture)

Chronisch entzündliche Erkrankungen (CID) belasten Betroffene oft stark – und noch immer gibt es keine Mittel zur Vorbeugung und frühzeitigen Behandlung. Das soll sich ändern: Im neuen Forschungsprojekt „PerPrev-CID“ wollen Forschende aus neun europäischen Ländern innovative Methoden entwickeln, um die Krankheitsrisiken früher erkennen und behandeln zu können. Prototypisch soll das anhand von zwei häufigen CIDs – der rheumatoiden Arthritis und der entzündlichen Darmerkrankungen – erforscht werden. „Unser Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die frühe Krankheitsentwicklung zu gewinnen“, erläutert Prof. Dr. Philip Rosenstiel, Direktor des Instituts für Klinische Molekularbiologie am UKSH am Campus Kiel und wissenschaftlicher Koordinator des PerPrev-CID-Konsortiums. Untersucht werden sollen vor allem Mechanismen, Biomarker und patientenzentrierte Ergebnisindikatoren. Mit der aktuellen Entwicklung innovativer molekularer Technologien und computergestützter Methoden eröffneten sich hierfür völlig neue Perspektiven, so Rosenstiel. Im Projekt werden Daten aus sogenannten Omics-Analysen sowie klinische Risikoprofile Betroffener auf Merkmale hin untersucht, die ein Fortschreiten der Krankheit, die Übergänge zu aktiven Krankheitsphasen, oder Rückfälle vorhersagen.

„Wenn wir diese Krankheiten wirksamer behandeln wollen, müssen wir neue, einfach anwendbare Methoden finden, um die Gesundheit der Betroffenen frühzeitig positiv zu beeinflussen“, sagt Prof Dr. Stefan Schreiber, Direktor der Abteilung für Innere Medizin am UKSH am Campus Kiel, der den klinischen Interventionsteil des Projekts leitet. Dabei kommt den Patienten selbst eine wichtige Rolle zu: Im Projekt sollen auch sichere Wearables und Apps entwickelt werden, die eine kontinuierliche digitale Überwachung von Gesundheitsdaten ermöglichen. Blut- und Stuhlproben aus Heimtests sollen zudem genutzt werden, um neue Biomarker zu identifizieren. Untersucht wird auch, ob eine Ernährungsumstellung, die auf den Tryptophan-Stoffwechsel abzielt, bei früherer Rheumatoider Arthritis (RA) und Entzündlichen Darmerkrankungen (CED) helfen kann.

Mit dem starken Fokus auf die Patientenbeteiligung will das Projekt Betroffene stärken und die patientenzentrierte Forschung voranbringen. „Wir wollen den Top-Down-Ansatz in der medizinischen Forschung durchbrechen, indem wir kooperative Ansätze fördern, bei denen Patientinnen und Patienten und Personen mit erhöhtem Risiko für RA und CED als aktive Beteiligte in den Forschungsprozess eingebunden werden“, verdeutlicht Philip Rosenstiel.

Das PerPrev-CID-Projekt

Die Abkürzung steht für: Personalised Disease Prediction and Prevention in Chronic Inflammatory Disorders (Personalisierte Krankheitsvorhersage und Prävention bei chronischen Entzündungsstörungen). Koordiniert vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), arbeiten 15 Forschungseinrichtungen aus neun Ländern zusammen.
Projektstart am. Januar 2025, Dauer: 60 Monate Das Projekt wird mit 11 Millionen Euro aus dem Forschungs- und Innovationsrahmenprogramm „Horizon Europe“ der EU gefördert, weitere 2,5 Millionen Euro stellt die Schweizer Regierung für ihre Projektteilnehmer bereit.
Zur PerPrev-CID-Website

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