Hamburg Notaufnahme unterstützt Pflegeheime per Telekonsil

Von Nicola Hauptmann 2 min Lesedauer

Im Notfall gilt in Pflegeheimen in aller Regel: Die Patienten müssen ins Krankenhaus. Für Pflegebedürftige im Hamburger Süden kehrt sich das künftig um: Expertise aus der Notaufnahme kommt zu den Patienten ins Heim – via Telekonsil. Grundlage ist ein neuer Vertrag zur besonderen Versorgung.

Mit dem neuen Vorgehen in nicht lebensbedrohlichen Notfällen bleiben die Heimbewohner in der Obhut der vertrauten Pflegekräfte. (© Halfpoint – stock.adobe.com)
Mit dem neuen Vorgehen in nicht lebensbedrohlichen Notfällen bleiben die Heimbewohner in der Obhut der vertrauten Pflegekräfte.
(© Halfpoint – stock.adobe.com)

Für ältere und mehrfach erkrankte Pflegeheimbewohner sind Transporte zur Notaufnahme zumeist sehr anstrengend und mit großem Stress verbunden. Dabei erweisen sich viele dieser Fahrten und Krankenhausaufenthalte als unnötig. Für Pflegebedürftige im Hamburger Süden soll sich das ändern: Um die Versorgung ihrer Versicherten zu verbessern, haben die Krankenkassen AOK Rheinland/Hamburg, die IKK classic und die Techniker Krankenkasse einen Vertrag zur besonderen Versorgung mit dem Asklepios Klinikum Harburg und der Pflegen & Wohnen Hamburg GmbH geschlossen.

In nicht lebensbedrohlichen Notfällen berät künftig die Notaufnahme des Asklepios Klinikums die teilnehmenden Einrichtungen per Telekonsil. Dazu erhalten die Ärztinnen und Ärzte in der Notaufnahme zunächst von den Pflegekräften alle wichtigen Informationen. Über ein Diagnostik-Tool können Informationen wie Vitalparameter einschließlich der Bildgebung in Echtzeit an die Notaufnahme übermittelt werden. Anschließend entscheiden Ärzte und die zuständige Pflegefachkraft über die weitere Behandlung und organisieren die nächsten Schritte. Bei Bedarf soll Asklepios auch bei der Terminvereinbarung für die weitere ambulante Betreuung unterstützen.

„Hier haben wir ältere, multimorbide Menschen, die aktuell unnötigerweise in die Notaufnahme transportiert werden, was für die Betroffenen extremen Stress bedeutet und Kosten für die Krankenkassen verursacht.“ Dies zu verhindern sei nicht nur medizinisch und ökonomisch, sondern vor allem ethisch richtig, verdeutlicht PD Dr. Sara Sheikhzadeh, Vorständin und Chief Medical Officer (CMO) der Asklepios Kliniken Gruppe.

Auf Grundlage des Gesprächs mit den Ärzten könnten Pflegekräfte unter ärztlicher Anweisung erste Maßnahmen ergreifen, im besten Fall würde die Einweisung ins Krankenhaus vermieden – zum Vorteil der Pflegebedürftigen, wie auch Katja Lohmann, Geschäftsführerin der Pflegen & Wohnen Hamburg GmbH, unterstreicht.

Mit dem neuen Vorgehen erweitern sich auch die Kompetenzen der Pflegekräfte. Diese würden zuvor umfassend geschult, um Maßnahmen selbstständig durchführen zu können. Der administrative Aufwand würde reduziert und die Pflegenden „behalten die Steuerungskompetenz für die weitere Versorgung in der Hand, und sie werden in ihrer Professionalität gestärkt“, so Lohmann.

(ID:50326536)

Jetzt Newsletter abonnieren

Wöchentlich die wichtigsten Infos zur Digitalisierung im Gesundheitswesen

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung