Nordrhein-Westfalen NRW mit eigener ePA-Modellregion

Von Nicola Hauptmann 2 min Lesedauer

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Die ePA wird bekanntlich zunächst in den beiden TI-Modellregionen Hamburg (und Umland) und Franken eingeführt. Mit einem Projekt in NRW soll nun eine weitere Modellregion für die vierwöchige Pilotphase hinzukommen.

Die ePA soll in NRW in bis zu 100 Praxen erprobt werden, grundsätzlich wird dabei mit einem größeren Kommunikationsbedarf auch seitens der Patienten gerechnet.(© Katsiaryna – stock.adobe.com)
Die ePA soll in NRW in bis zu 100 Praxen erprobt werden, grundsätzlich wird dabei mit einem größeren Kommunikationsbedarf auch seitens der Patienten gerechnet.
(© Katsiaryna – stock.adobe.com)

„Die Einführung der elektronischen Patientenakte kann ein Wendepunkt und Meilenstein in der medizinischen Versorgung sein“, schreiben die Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein (KVNO) und Westfalen-Lippe (KVWL) und die Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW) in einer gemeinsamen Erklärung. Sie wollen den Einführungs- und Entwicklungsprozess eng begleiten, damit die ePA „bei voller Funktionsfähigkeit einen echten Mehrwert für Patientinnen und Patienten, Praxen und Krankenhäuser bieten kann.“ Daher soll, in Abstimmung auch mit der gematik, während der vierwöchigen Einführungsphase ab dem 15. Januar 2025 die Akte in ausgewählten Gebieten in NRW sektorenübergreifend in bis zu 100 Arztpraxen erprobt werden, um Verbesserungspotenziale zu identifizieren.

Die ePA dürfe, abgesehen von der üblichen Eingewöhnungszeit und der nötigen guten Implementierung in die Praxisverwaltungssysteme, keine zusätzlichen Hürden für die Arbeitsabläufe erzeugen, erklärte der KVWL-Vorstandsvorsitzende Dr. Dirk Spelmeyer. Digitale Massenanwendungen wie die ePA würden nur akzeptiert, wenn sie vollständig ausgereift seien, bevor sie bundesweit eingeführt würden. „Daher war es uns auch wichtig, als Modellregion dabei zu sein und die technischen, wie prozessualen Veränderungen durch die Nutzung der ePA für alle ein Stück weit mit steuern zu können.“

Man rechne, anders als beim eRezept, bei der ePA mit einem weitaus größeren Kommunikationsaufwand und Nachfragen von Niedergelassenen wie auch Patienten, erläuterte Dr. med. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KVNO. Der volle Nutzen werde sich auch nicht von heute auf morgen, sondern erst nach und nach mit Befüllung der Aktensysteme und weiteren Funktionalitäten einstellen. Dabei kommt es auf die aktive Mitarbeit der Patienten an. „Wenn sie Daten verbergen oder Befunde löschen, wird Potenzial verschenkt“, so Bergmann.

„Die nordrhein-westfälischen Krankenhäuser begrüßen die Einführung der elektronischen Patientenakte“, sagte Sascha Klein, Vize-Präsident der KGNW. Der bessere Überblick über bereits vorgenommene Untersuchungen ermögliche eine bessere Patientenversorgung, man hoffe auf vollständigere Informationen und weniger Zeitverlust. „Wir erwarten, dass auch die Erkenntnisse aller Beteiligten aus der Pilotphase dazu beitragen.“ Er verweist auch auf noch fehlende Konzepte, um den den Betrieb nachhaltig zu finanzieren. „Die sehr knapp bemessene Erprobungsphase wollen wir jedenfalls intensiv nutzen, um die mit veränderten Prozessen verbundenen Startschwierigkeiten effizient zu bewältigen“, so Klein.

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