Digital Health Report Patienten und Ärzte sehen digital Nachholbedarf

Von Stephan Augsten 2 min Lesedauer

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Wie ist es um die Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens bestellt? In einer Doctolib-Studie attestieren die Befragten zwar Fortschritte, aber auch Nachholbedarf. Drei Viertel der befragten Ärzte und über die Hälfte der Patienten empfinden den Stand der Digitalisierung im Vergleich zu anderen Ländern als rückständig.

Als digitale Anwendung mit dem größten Potenzial gilt bei Ärztinnen und Ärzteb die Befundübermittlung, auf Patientenseite zeigt sich ein stark gestiegener Wunsch nach besserer Erreichbarkeit.(©  elenabsl - stock.adobe.com)
Als digitale Anwendung mit dem größten Potenzial gilt bei Ärztinnen und Ärzteb die Befundübermittlung, auf Patientenseite zeigt sich ein stark gestiegener Wunsch nach besserer Erreichbarkeit.
(© elenabsl - stock.adobe.com)

Der „Digital Health Report 2024“ von Doctolib gibt einen Einblick in den Stand und die Perspektiven der Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen. Dabei wurden sowohl Ärztinnen und Ärzte als auch Patientinnen und Patienten zu verschiedenen Aspekten befragt. Gerade einmal drei Prozent der Patienten sind demnach zufrieden mit dem Status quo, ein Rückgang um vier Prozentpunkte gegenüber der Vorjahresbefragung. 52 Prozent bewerten den Digitalisierungsgrad des deutschen Gesundheitssystems als deutlich im Rückstand, 39 Prozent sehen das Gesundheitswesen auf dem richtigen Weg mit spürbarem Verbesserungspotenzial.

Drei Viertel der Ärzte und Ärztinnen waren ebenfalls der Meinung, dass Deutschland anderen Ländern hinterherhinkt, immerhin sechs von zehn befürworten allerdings die zunehmende Digitalisierung. Am positivsten eingestellt sind hierbei jüngere Mediziner zwischen ein bis zehn Jahren Berufserfahrung. So stimmen 79 Prozent der jüngeren Ärzte darin überein, dass die Digitalisierung positive Auswirkungen auf das Gesundheitssystem insgesamt hat. Zudem verbessere sie die Kommunikation zwischen medizinischen Fachkräften (70 Prozent) sowie zwischen Ärzten und Patienten (66 Prozent) und schaffe überdies neue Möglichkeiten für Therapie und Diagnostik schafft (68 Prozent).

Als digitale Anwendung mit dem größten Potenzial stufen 86 Prozent der Ärztinnen und Ärzte die digitale Befundübermittlung ein. Online-Terminvergabe (78%) sowie digitales Rechnungs- und Zahlungsmanagement (74%) stehen ebenfalls hoch im Kurs. Dies unterstreiche den Wunsch nach schnellen digitalen Prozessen, die den Papieraufwand reduzieren und den Informationsaustausch im Gesundheitssystem erleichtern, meint Doctolib. Allerdings liege die tatsächliche Nutzung entsprechender Tools oft noch deutlich unter ihrem Potenzial. So wird die digitale Befundübermittlung von zwei Dritteln der Ärzte genutzt, liegt also 20 Prozentpunkte unter dem Potenzial. Dies deute auf Hindernisse bei der Implementierung und Akzeptanz hin, heißt es seitens Doctolib, „möglicherweise aufgrund technischer Barrieren oder mangelnder Schulung und Integration in den Praxisalltag.“ Ähnliche Diskrepanzen gebe es bei digitalen Medizinprodukten und der elektronische Patientenakte (ePA).

Auf Patientenseite zeigt sich ein stark gestiegener Wunsch nach besserer Erreichbarkeit der Ärzte durch digitale Anwendungen. 69 Prozent der Patienten sehen darin den Hauptgrund für ein digitaleres Gesundheitswesen – ein Anstieg um 57 Prozentpunkte gegenüber 2022 (vier Prozentpunkte gegenüber 2023). Als meistgewünschte digitale Dienste nennen Patienten das E-Rezept (60 Prozent), digitale Überweisungen sowie digitale Terminerinnerungen (jeweils 58 Prozent). Das E-Rezept, seit 1. Januar 2024 flächendeckend für verschreibungspflichtige Arzneimittel eingeführt, verzeichnet eine starken Zuwachs: Wurden im Dezember 2023 noch zehn Millionen E-Rezepte eingelöst, waren es im Mai 2024 bereits über 200 Millionen.

Mit Blick auf die Zukunft hat Doctolib auch das Potenzial von Künstlicher Intelligenz untersucht. Etwa die Hälfte der befragten Ärzte steht KI-unterstützten Anwendungen demzufolge offen gegenüber. Junge Ärzte mit Berufserfahrung von ein bis zehn Jahren zeigen sich mit einem Anteil von 62 Prozent noch aufgeschlossener als erfahrenere Kollegen (44 Prozent). Insgesamt sieht ein bedeutender Teil der Ärzte über alle Altersgruppen hinweg KI als möglichen Bestandteil künftiger Arbeit.

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