Pilotprojekt gestartet Telekonsil zum Diabetischen Fußsyndrom

Von Nicola Hauptmann 2 min Lesedauer

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In Bayern ist ein Pilotprojekt gestartet, das die Versorgung von Diabetespatienten verbessern will: das Telemedizinische Fußkonsil. Im Erfolgsfall soll es in ganz Deutschland ausgerollt werden.

Die schnelle Einbindung von Fachexpertise per Tekonsil verbessert nicht nur die Versorgungsqualität für Diabetes-Betroffene, sondern entlastet auch die behandelnden Arztpraxen.(Bild: ©  Henko Studio – stock.adobe.com)
Die schnelle Einbindung von Fachexpertise per Tekonsil verbessert nicht nur die Versorgungsqualität für Diabetes-Betroffene, sondern entlastet auch die behandelnden Arztpraxen.
(Bild: © Henko Studio – stock.adobe.com)

Nach Angaben der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) leben allein in Bayern 1,2 bis 1,4 Millionen Menschen mit Diabetes. Etwa ein Viertel der Betroffenen entwickle ein Diabetisches Fußsyndrom (DFS). Unbehandelt kann dieses Syndrom zu schweren Infektionen oder sogar Amputationen führen, daher sind eine frühe Einschätzung durch spezialisierte Fachärzte und und eine schnelle, leitliniengerechte Behandlung entscheidend.

Deshalb haben mehrere Akteure in Bayern ein Pilotprojekt ins Leben gerufen – das Telemedizinische Fußkonsil: Über eine digitale Plattform können die behandelnden Arztpraxen Befunde, Fotos und weitere Informationen sicher an DFS-Expertinnen und Experten übermitteln, um innerhalb kurzer Zeit eine Rückmeldung zu erhalten. Vergütet werden diese Leistungen über einen neuen Selektivvertrag „Telemedizinische Facharztkonsile“ nach § 140a SGB V.

Initiatoren des Pilotprojekts sind die Deutsche Diabetes Gesellschaft e.V., das Fußnetz Bayern e.V., der Berufsverband der Deutschen Dermatologen e.V., der Bayerische Hausärzteverband e.V., der BKK Landesverband Bayern und die GWQ Service Plus GmbH.

„Die von der DDG zertifizierten Fußbehandlungseinrichtungen bieten Struktur-, Prozess- und Behandlungsqualität“, verdeutlicht Dr. Michael Eckhard, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Diabetischer Fuß der DDG, das Angebot der telemedizinischen Betreuung erlaube einen besseren und vor allem schnelleren Zugang zu den multiprofessionellen Versorgungsstrukturen und erhöhe die Patientensicherheit.

Das Telekonsil sei „ein kleiner, präziser Schritt für die Leistungserbringer und ein großer für die Betroffenen von Diabetes, die mit Fußproblemen kämpfen und von Amputationen bedroht sind“, urteilt Dr. med. Arthur Grünerbel, Vorstandsvorsitzender des Fußnetzes Bayern e.V. Auch die Praxen selbst pofitierten, da die Koordination der Weiterbehandlung ihrer Patientinnen und Patienten sonst mit großem Zeitaufwand verbunden sei.

Bundesweiter Roll-out angestrebt

Wenn das Projekt in Bayern erfolgreich ist, soll es bundesweit ausgerollt werden. „Projekte wie diese helfen dabei, erste Erfahrungen zur Akzeptanz und Gestaltung aller Beteiligter zu sammeln und Learnings für einen flächendeckenden Einsatz zu generieren“, so Professor Dr. med. Susanne Reger-Tan, Vorsitzende der DDG Kommission Digitalisierung. Denn nur wenn attraktive digitale Angebote in den Arztpraxen angewendet und nicht als zusätzliche Belastung empfunden würden, könne die digitale Transformation in Deutschland gelingen und die medizinische Versorgung auch in ländlichen Gebieten verbessert werden.

Für Hausarztpraxen steht die Plattform app.hausarztkonsil.de zur Anmeldung bereit und für Fachärztinnen und -ärzte die Plattform app.facharztkonsil.de Weitere Informationen zum Telekonsil hat die DDG in einer Übersicht zusammengefasst.

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