Pflege Venenthrombosen mit Technik zuvorkommen

Von Johannes Kapfer 2 min Lesedauer

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Mit Hilfe eines kleinen Sensors frühzeitig Schäden an den tiefen Beinvenen erkennen und schwerwiegende Folgen vermeiden: Eine Entwicklung aus dem Hause Fraunhofer will das Gesundheitswesen nachhaltig entlasten.

Thrombosen sind tückisch. Eine frühzeitige Diagnose kann jedoch das Schlimmste verhindern.(©  Fraunhofer IGD)
Thrombosen sind tückisch. Eine frühzeitige Diagnose kann jedoch das Schlimmste verhindern.
(© Fraunhofer IGD)

Ein scheinbar kleines Gerinnsel kann große Auswirkungen nach sich ziehen. Tiefe Beinvenenthrombosen (TVT) werden oft erst spät erkannt, da ihre Symptome diffus sind. Dadurch stehen Patientinnen und Patienten häufig vor Folgeerkrankungen wie venöser Insuffizienz, Lungenembolien oder das postthrombotische Syndrom. Die rechtzeitige Diagnose und Behandlung von Thrombosen kann im Regelfall ernste Folgen und kostspielige Therapien weitestgehend verhindern. Um das Thrombose-Risiko zu verringern, hat das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD das telemedizinische System veinXam entwickelt.

Das neuartige System baut auf der sogenannten Lichtreflexionsrheographie auf, erklärt Florian Kirchbuchner, Abteilungsleiter Smart Living & Biometric Technologies. „veinXam ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung der venösen Funktionen durch die Verbindung einer kostengünstigen, tragbaren Sensortechnologie mit einer Smartphone-App.“ Unabhängig von der Anwesenheit von Ärzten oder Pflegepersonal erfasse das System aus dem Hause Fraunhofer zuverlässig relevante Daten über den Tag hinweg. Damit könne Menschen nach Operationen oder mit einer Thrombose-Vorgeschichte geholfen werden.

Wie veinXam funktioniert und wem es nützt

Die Sensoreinheit von veinXam nutzt ein optisches Analog-Front-End, eine LED und Fotodioden für Licht mit einer Wellenlänge von 880 Nanometern, um die Blutvolumenänderung in Echtzeit erfassen zu können. Die protokollierten Daten werden über den Standard „Bluetooth Low Energy“ an eine Smartphone-App übertragen, die alle weiteren erforderlichen Auswertungsschritte durchführt. „Bei krankhaften Veränderungen sendet das System einen Alarm an das Krankenhauspersonal oder zeigt bei häuslicher Anwendung einen Warnhinweis auf dem Smartphone des Patienten an“, erklärt Kirchbuchner.

Besonders ältere Menschen sind von tiefen Beinvenenthrombosen betroffen. In dieser Altersgruppe leidet etwa einer von hundert Menschen an Thrombosen. Für diese ist eine telemedizinische Anwendung wie veinXam besonders hilfreich. Im Gegensatz zur traditionellen Kontrolle durch Ärzte setze veinXam auf die aktive Partizipation der Patientinnen und Patienten. „Nachdem das System non-invasiv auf der Haut angebracht wurde, erhalten die Nutzer über eine App Anweisungen, wie sie die erforderlichen Pumpbewegungen für die Messung ausführen sollen.“

Der in Deutschland herrschende Fachkräftemangel könne durch den Einsatz von Technologien wie dieser entschärft werden. Durch die eigenständige und kontinuierliche Kontrolle könnten nicht nur teure Behandlungen vermieden, sondern auch medizinische Fachkräfte entlastet werden, betont Kirchbuchner. Das System biete somit nicht nur eine effektive Methode zur Optimierung der Venenfunktionsmessung, sondern trage auch zur Entlastung des Gesundheitssystems bei.

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