Rheinland-Pfalz

Videosprechstunde und Telemedizin - Hoffnungen und Hürden

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Hoch nennt das „Telemedizinische Schlaganfallnetzwerk“ als positives Beispiel für Digitalisierung in der Medizin. Dabei unterstützten sechs überregionale Schlaganfall-Einheiten kleinere Krankenhäuser rund um die Uhr mit Fachwissen, wenn diese Patienten mit Verdacht auf Schlaganfall behandelten. Die Ergebnisse des auf zwei Jahre angelegten Projekts „Telemedizin-Assistent“, bei dem 24 Praxen in Modellregionen im Westerwald, der Eifel, Rheinhessen und der Pfalz mitgemacht haben, werden noch im November erwartet.

„Es ist ein guter Ansatz, dass die Praxismitarbeitenden, in diesem Fall die speziell ausgebildete nichtärztliche Praxisassistenz, die Ärztinnen und Ärzte durch die Telemedizin entlasten können“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung, Peter Heinz, zu dem Projekt. Die oppositionelle CDU sieht es kritisch und nennt vor allem schlechte Internetverbindungen und technische Probleme.

„Wir brauchen im gesamten Bundesland die entsprechende Infrastruktur, sprich überall in Rheinland-Pfalz muss es funktionierende Internetverbindungen geben“, fordert auch Heinz. Die Kosten – etwa für das Equipment – dürften nicht an den Praxen hängenbleiben.

Dies sei auch wichtig für Videosprechstunden, die sich in der Pandemie als ein probates Mittel erwiesen hätten, „um gerade infektiöse Patientinnen und Patienten zu versorgen“, sagt Heinz. „Die Potenziale und die Notwendigkeit der digitalen Gesundheitsversorgung sind völlig unbestritten. Nur: Sie muss funktionieren.“ Manche Mediziner kritisieren an den Videosprechstunden auch, dass diese sich finanziell schlecht abrechnen ließen.

Viele seiner Kollegen hätten vom Digitalen derzeit genug, weil das eRezept und die elektronische Übermittlung von Krankschreibungen so viel Zeit in Anspruch nähmen und einfach nicht richtig funktionierten, sagt Gurr. Der Mediziner aus der Pfalz setzt auf das Chatten mit seinen Patienten.

Diese fragen im Chat nicht nur nach Rezepten, Terminen und Krankmeldungen, sondern schildern auch Symptome oder stellen Fragen, die ihnen beispielsweise nach einer Untersuchung und dem Arztgespräch in der Praxis noch gekommen sind. Auch Laborwerte bespricht der Hausarzt, der unter anderem mit der AOK zusammenarbeitet, mit seinen Patienten im Internet. In dem schriftlichen Kontakt bleibe oft auch mehr beim Patienten hängen als beim Gespräch in der Praxis.

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