KI am Arbeitsplatz Was denken Mitarbeiter im Gesundheitswesen über KI?

Von Serina Sonsalla 3 min Lesedauer

Wie stehen die Mitarbeiter im Gesundheitswesen eigentlich zur Nutzung von KI im Arbeitsalltag? Die aktuelle Studie „KI am Arbeitsplatz“ gibt aufschlussreiche Erklärungen, welche Chancen und Risiken noch bestehen und wie sich Fachkräfte genau positionieren.

Die Studienergebnisse geben Ansatzpunkte, wie KI am besten eingesetzt werden kann, wo Unsicherheiten genommen und Hindernisse noch überwunden werden müssen.(© PrabhjitSingh - stock.adobe.com / KI-generiert)
Die Studienergebnisse geben Ansatzpunkte, wie KI am besten eingesetzt werden kann, wo Unsicherheiten genommen und Hindernisse noch überwunden werden müssen.
(© PrabhjitSingh - stock.adobe.com / KI-generiert)

Technisch ist noch viel mehr möglich als realisiert werden kann. Meistens scheitert es an Kosten und einfachen Regularien. Doch gibt es schon eine Menge KI-Modelle auf dem Markt und in der Testphase, jede zugeschnitten auf bestimmte Branchen. Auch im Gesundheitswesen entwickelt sich stetig mehr. Neben all den Technologien untersuchten Forscher, wie aufgeschlossen Berufstätige am Arbeitsplatz mit der Nutzung von KI sind. Darunter: KI-Nutzer im Gesundheitswesen.

Im Auftrag von Google Cloud wurden im Zeitraum vom 27.03.2024 bis 21.04.2024 etwa 2.500 Erwerbstätige und 2.500 Nutzer, die KI im Berufsalltag nutzen, online durch Civey – einem Online Meinungs- und Marktforschungsteam – befragt. Ziel der Studie sollte es sein, Daten vorrangig für Unternehmen zu sammeln, die ihnen schließlich bei der Entscheidungsfindung bezüglich KI-Implementierung weiterhilft.

Ein Fünftel der Befragten nutzt KI im Berufsalltag. Besonders häufig werden solche Anwendungen in den Bereichen Finanzen und Versicherungen genutzt. Das sind etwa 28,3 Prozent der Befragten. Im Vergleich dazu sind es lediglich 13,4 Prozent im Gesundheitswesen (insgesamt aber 15,4 Prozent, die es täglich nutzen). Der Sektor, der noch am wenigsten KI-basierte Programme nutzt, ist der im Bereich im Handel, Verkehr und Logistik, doch ist ihre tägliche Nutzungsfrequenz mit 26,3 Prozent dafür am höchsten.

Was denken Mitarbeiter nun genau über KI? Eine Aufteilung der prozentualen Einschätzung von Chancen und Risiken werden in der folgenden Übersicht dargestellt:

  • Finanz- und Versicherungsdienstleister: 12,3 Prozent Risiken, 39,1 Prozent Chancen.
  • Öffentliche Verwaltungen, Erziehung und Bildung: 18,9 Prozent Risiken, 42,5 Prozent Chancen.
  • Gesundheitswesen: 25 Prozent Risiken, 45 Prozent Chancen.
  • Handel, Verkehr und Logistik: 16,6 Prozent Risiken, 39 Prozent Chancen.

Im Vergleich zu den anderen Branchen sehen die Teilnehmer im Bereich des Gesundheitswesens also sowohl die größten Chancen als auch die höchsten Risiken. Die meisten Befragten (68,9 Prozent) sehen vor allem Potenziale in der Effizienzsteigerung durch Künstliche Intelligenz. Weitere 59,3 Prozent geben an, dass die Entlastung durch die Übernahme von monotonen Tätigkeitsbereichen vorteilhaft ist, und 25,8 Prozent sind der Auffassung, dass KI zur Förderung ihrer Kreativität beiträgt.

Trotz diverser Vorteile bleiben gewisse Herausforderungen und so auch die Furcht vor noch nicht absehbaren Einflüssen und Auswirkungen. Zum Beispiel geben einige Befragte an, dass der mögliche Verlust ihres Arbeitsplatzes besorgniserregend sei oder ein erhöhtes Risiko bestünde von derartigen Technologien abhängig zu werden. Auch der Datenschutz spielt hier eine Rolle oder der Mangel an menschlicher Kontrolle. Letzteres wurde allerdings eher von Menschen im öffentlichen Sektor (Verwaltung, Erziehung und Bildung) sowie denjenigen im Finanz- und Versicherungsbereich, als riskant eingestuft. Branchenübergreifend stechen besonders zwei Merkmale hervor: Der größte Anteil sieht die Verbreitung von Desinformation als höchstes Risikofaktor, während ebenso branchenübergreifend, aber der geringste Anteil, die Diskriminierung als herausfordernd betrachtet, keine Angaben macht oder sich noch unsicher ist.

Zum Punkt „Desinformation“ ist soweit auch bekannt, dass Künstliche Intelligenz zwar effizient und hilfreich ist, aber nicht immer korrekt. Gerade im Healthcare-Sektor, wie auch in manch anderen Arbeitsgebieten, ist allerdings auf die Genauigkeit und Korrektheit von Informationen am meisten Wert zu legen. Im Umgang mit Patienten sollten keine Fehler passieren, und auch auf die KI muss Verlass sein.

Auch wenn sich noch einige regulatorische Hürden ergeben, die die Nutzung KI-basierter Systeme weiter erschweren, so kristallisieren sich besonders im Gesundheitswesen immer speziellere Anwendungen mit KI heraus, die für die jeweiligen Bereiche zugeschnitten sind. Dass dies viel kostet, erahnen auch die Mitarbeiter, wie die Studienergebnisse zeigen. Innovationen gehen schließlich auch mit hohen Investitionen einher.

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