Cybersicherheit im Gesundheitswesen

Wie ein präventives Rezept Cyber-Risiken minimiert

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Medizinische Geräte, elektronische Gesundheitsakten und andere kritische Systeme stammen häufig von unterschiedlichen Anbietern – mit jeweils eigenen Sicherheitsstandards und Update-Zyklen. Diese technologische Fragmentierung erschwert die Umsetzung einheitlicher Überwachungs- und Schutzmaßnahmen erheblich.

Besonders problematisch sind ältere Geräte, denen moderne Sicherheitsfunktionen fehlen. Sie lassen sich oft nur schwer patchen und schützen – oder gar nicht. Selbst wenn technische Lösungen verfügbar sind, verzögern viele Gesundheitseinrichtungen deren Einsatz: Die Sorge vor Ausfallzeiten und Unterbrechungen in der Patientenversorgung überwiegt häufig. Risiken von Drittanbietern, wie anfällige Softwarebibliotheken, und ein mangelnder Einblick in sicherheitskritische Assets verkomplizieren den Schutz.

Beispiel Mirth Connect

Eine 2023 entdeckte Sicherheitslücke in Mirth Connect von NextGen Healthcare ermöglichte die Ausführung von Remote Code. Die Software wird für die Datenintegration zwischen EHR-Systemen, medizinischen Geräten und anderen Anwendungen eingesetzt. Zahlreiche Einrichtungen im Gesundheitssektor waren davon betroffen und letzte Änderungen in der verlinkten Schwachstellen-Datenbank des NIST weisen darauf hin, dass sie noch nicht überall gepatcht wurde.

Gerade in solchen heterogenen Systemlandschaften sammeln sich mit der Zeit erhebliche „technische Schulden“ an, also veraltete Systeme, die nicht mehr gepatcht werden können. Die Mirth-Connect-Schwachstelle wurde entdeckt, nachdem eine frühere Lücke nur unzureichend geschlossen worden war. Es ist wahrscheinlich, dass weiterhin medizinische Bildgebungssysteme mit veralteter Software im Einsatz sind und dadurch anfällig für bekannte Exploits bleiben. Besonders problematisch: Diese Systeme lassen sich nur schwer überwachen und bieten Angreifern eine attraktive Angriffsfläche, um ihre Schadsoftware einzuschmuggeln und Lösegeld von den Organisationen zu fordern.

Sicherheitsteams von Gesundheitsorganisationen sollten die Aktualisierung von Schwachstellen wie Mirth Connect mit hoher Priorität behandeln, um das Risiko einer Kompromittierung vernetzter Medizintechnik zu minimieren. Ergänzend dazu sind Maßnahmen wie Netzwerksegmentierung zur Isolation kritischer Systeme sowie eine kontinuierliche Überwachung auf verdächtigen Datenverkehr und Anomalien entscheidend. Doch all dies sind nur kurzfristige Lösungen, langfristig ist dagegen ein strategischer, proaktiver Sicherheitsansatz zu empfehlen. Im besten Fall kann er die gesamte Angriffsfläche ganzheitlich erfassen, Cyberrisiken dadurch frühzeitig erkennen und konsequent adressieren.

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