Cybersicherheit im Gesundheitswesen

Wie ein präventives Rezept Cyber-Risiken minimiert

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Effektive Cybersicherheits-Hygiene

Hygiene Maßnahmen wie das Händewaschen zur Eindämmung von Infektionskrankheiten gibt es auch in der Cybersicherheit. In den Herausforderungen rund um Compliance spiegeln sich oft dieselben Prinzipien wider – wer grundlegende Sicherheitspraktiken etabliert, stärkt damit zugleich die regulatorische Konformität.

Ein zentraler Baustein bei der Cybersicherheits-Hygiene ist Transparenz. Um sämtliche Assets effektiv schützen zu können, müssen Organisationen zunächst vollständige Sichtbarkeit über die IT-Umgebung erlangen. Wichtig ist eine Sammlung und Klassifizierung von bislang unbekannten oder nicht verwalteten Geräten. Nur wenn das IT- und -Sicherheitsteam diese Übersicht hat, kann die Abteilung sicherstellen, dass jedes Asset erfasst, überwacht und unter Sicherheitsaspekten bewertet wird.

Wie eine routinemäßige Blutuntersuchung bei einem Patienten versteckte Risikofaktoren aufdecken kann, ermöglicht ein vollständiger Überblick über die Geräte die gezielte Identifikation und Priorisierung von Schwachstellen. Diese Bewertung und Analyse hilft vor der Flut an Warnmeldungen, die Erkennungssysteme durch die Vielzahl an neuen Geräten und Anwendungen zunächst erzeugen. Entscheidend ist dabei das kontinuierliche Monitoring. Mit der gewonnenen Transparenz fällt es den Teams nicht nur leichter eine laufende Risikobewertung zu ermöglichen, sondern auch den gesetzlichen Anforderungen Rechnung zu tragen. Während frühere Risikoeinschätzungen häufig statische Momentaufnahmen waren, erlaubt deshalb ein moderner Ansatz eine dynamische, kontextbezogene Bewertung.

Darüber hinaus lässt sich das Monitoring mit Frühwarnsystemen für neue Schwachstellen kombinieren. Sicherheitsverantwortliche können so gezielt auf spezifische Gefährdungsindikatoren achten – etwa auf die Art und Weise, wie bekannte Advanced Persistent Threats (APTs) bestimmte CVEs ausnutzen. Dies erlaubt es, potenzielle Angriffe frühzeitig zu erkennen und priorisiert zu entschärfen und zwar bevor sie kritische Systeme kompromittieren.

Organisationen wie das europäische Health-ISAC EU fördern den vertrauensvollen Informationsaustausch zwischen Gesundheitseinrichtungen, um Bedrohungen frühzeitig zu erkennen und gemeinsam abzuwehren. Ergänzt wird dieser Austausch durch moderne Sicherheitslösungen, die auf Techniken wie intelligenten Honeypots, der Überwachung des Dark Nets und der Analyse spezifischer Gefährdungsindikatoren basieren. Ein Beispiel dafür ist der gezielte Einsatz bestimmter Exploit-Kits durch bekannte Bedrohungsakteure.

Fazit

Viele Gesundheitsdienstleister und Krankenkassen erhöhen derzeit ihre IT-Budgets. Das ermöglicht gezielte Investitionen in die systematische Prüfung bestehender Infrastrukturen und die gezielte Behebung kritischer Schwachstellen. Diese Investitionen in präventive Sicherheitsmaßnahmen zahlen sich aus – nicht nur durch einen besseren Schutz vor aktuellen Bedrohungen, sondern auch im Hinblick auf zukünftige gesetzliche Anforderungen, die verschärfte Cybersicherheitsstandards vorsehen.

Mohammad Waqas
ist CTO of Healthcare bei Armis Security.

Bildquelle: Armis Security

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