Deutsches Krankenhausverzeichnis „Wir sind sehr gespannt, was der Bundesgesundheitsminister zusätzlich liefern wird“

Von Susanne Ehneß 3 min Lesedauer

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Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und die Deutsche Krankenhaus Trustcenter und Informationsverarbeitung GmbH (DKTIG) haben ihr überarbeitetes Krankenhausverzeichnis vorgestellt. Neu ist ein Transparenzatlas. Nahezu zeitgleich soll der Krankenhaus-Atlas des Bundes starten.

Dr. Gerald Gaß, Vorstandsvorsitzender der DKG(©  DKG/Lopata)
Dr. Gerald Gaß, Vorstandsvorsitzender der DKG
(© DKG/Lopata)

Auf Bundesebene ist für 1. Mai 2024 der Start des Krankenhausatlas angekündigt. Dann sollen sich Patientinnen und Patienten online besser über Fachgebiete, Personalausstattung oder Fallzahlen von Kliniken informieren können. „Patienten haben ein Recht darauf zu wissen, was Kliniken leisten“, sagte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach zu den Regelungen des Krankenhaustransparenz-Gesetzes. „Mit dem interaktiven Krankenhaus-Atlas machen wir die Qualität der Krankenhäuser transparenter und stärken so die individuelle Entscheidung der Patientinnen und Patienten.“

Demnach sollen folgende Daten abrufbar sein:

  • Fallzahlen (ab 1. Oktober 2024 differenziert nach 65 Leistungsgruppen)
  • Ausstattung mit ärztlichem und pflegerischem Personal
  • Komplikationsraten für ausgewählte Eingriffe
  • Zuordnung zu Versorgungsstufen (sogenannte Level)

Von der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) gibt es bereits seit Jahren ein Krankenhausverzeichnis, das nun um eine Transparenzsuche ergänzt wurde – kurz vor Veröffentlichung des Lauterbach-Projekts. „Wir sind sehr gespannt, was der Bundesgesundheitsminister zusätzlich liefern wird“, sagte DKG-Vorstandsvorsitzende Dr. Gerald Gaß bei der Vorstellung der neuen Funktion. Kliniken informierten „schon seit Jahrzehnten“ über ihre Leistungsfähigkeit. „Die Mär, dass diese Informationen den Patientinnen und Patienten vorenthalten werden, ist schlicht unwahr. Wir können immer besser werden, und das machen wir mit dem neuen Transparenzatlas auch. Wichtig ist, dass für alle Kliniken gleiche verlässliche und geprüfte Daten Grundlage der Suche sind“, betonte Gaß.

Das Register der DKG war ursprünglich auch auf den Gesundheitsinformationsseiten des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) eingebunden und wurde finanziell gefördert, ist seit März 2023 aber durch das BMG gekündigt. Für Gaß ein kaum nachvollziehbarer Schritt. Das Verzeichnis habe auf den Seiten des BMG über lange Zeit Patientinnen und Patienten bei der Suche nach dem geeigneten Krankenhaus geholfen. „Diese Transparenz ist jetzt zumindest auf den Seiten des BMG verlorengegangenen“, sagt Gaß.

Dennoch habe man entschieden, dass eigene Register weiterzuentwickeln, zumal die Daten die gleichen seien, die auch das BMG für sein Register nutze. „Bei uns sind alle Krankenhäuser in Deutschland gelistet“, erklärt Gaß. Die aktuellsten Daten stammten aus dem Jahr 2022. „Auch der Transparenzatlas des Bundes wird keine aktuelleren Daten haben“, betont Gaß. Entsprechend interessiert blicke man auf die BMG-Lösung: „Wir sind sehr gespannt, was der Bundesgesundheitsminister zusätzlich liefern wird.“

Gaß räumt allerdings ein, dass das Verzeichnis der DKG bisher keine Level-Einstufungen und Leistungsgruppen biete. Diese seien keine nützlichen Zusatzinfos für Patienten und eher verwirrend. Warum der Bund diese trotzdem ausweist, dafür hat Gaß eine Erklärung: „Hier geht es um ein eigenes Leistungsgruppenverzeichnis an den Standorten – der Krankenhausplanung der Länder soll vorgegriffen werden.“

Das eigene DKG-Krankenhausverzeichnis bietet laut René Schubert, Geschäftsführer der DKTIG, alle nötigen Informationen: „Zusätzlich zu den 12,5 Millionen Daten der Qualitätsberichte haben wir die Daten zu Behandlungsangeboten zu Long Covid im Deutschen Krankenhausverzeichnis hinterlegt. Zudem hat jedes Krankenhaus in Deutschland einen Zugang zum Verzeichnis, um dort insbesondere Kontaktdaten und Ansprechpartner tagesaktuell zu pflegen. Von dieser Möglichkeit machen ca. 60 Prozent der Krankenhäuser Gebrauch.“ Die Suchfunktionen wurden einfacher gemacht. „Uns ist wichtig“, so Schubert, „dass wir nicht durch irgendwelche Algorithmen oder durch das Einpflegen unzuverlässiger oder nur teilweise vorhandener Daten Suchergebnisse priorisieren. Ein solches Vorgehen würde das Vertrauen in eine Transparenzsuche stark beeinträchtigen.“ Für die Zukunft wolle man nach entsprechender Validierung weitere Daten ins Krankenhausverzeichnis aufnehmen und das auch immer transparent machen. „So werden wir beispielsweise nach und nach zertifizierte Zentren ergänzen“, sagt Schubert.

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