BfArM und Gematik Zentraler Terminologieserver gestartet

Von Nicola Hauptmann 2 min Lesedauer

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Der zentrale Terminologieserver für das Gesundheitswesen steht bereit – eine wichtige Voraussetzung auch für den Start der ePA im Januar.

Der zentrale Terminologieserver soll als Referenzquelle für Kodiersysteme, Wertelisten und Mappings im Gesundheitswesen dienen.(© kentoh – stock.adobe.com)
Der zentrale Terminologieserver soll als Referenzquelle für Kodiersysteme, Wertelisten und Mappings im Gesundheitswesen dienen.
(© kentoh – stock.adobe.com)

Der zentrale Terminologieserver ist gestartet. Das haben das Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und die Gematik bekanntgegeben, die die Plattform gemeinsam entwickelt haben.

Hintergrund

Im Gesundheitswesen werden Informationen in der Regel nicht als Text, sondern kodiert ausgetauscht, dabei kommen unterschiedliche nationale oder auch internationale semantische Standards zum Einsatz, wie etwa das Kodiersystem ICD-10-GM für Diagnosen oder LOINC für klinische Untersuchungen und Laborwerte. Über den zentralen Terminologieserver sollen künftig alle relevanten Kodiersysteme, Wertelisten (für einen bestimmten Anwendungsfall relevante Untermengen von Kodiersystemen) sowie Mappings – die Darstellung der Beziehungen zwischen den Kodiersystemen – zentral, verbindlich und standardisiert bereitgestellt werden.

„Der zentrale Terminologieserver dient als verlässliche Referenzquelle für Kodiersysteme, Wertelisten und Mappings und stellt zudem eine langfristige Verfügbarkeit im FHIR-Format sicher“, erläutert Ansgar Höper, Product Owner Team Data der gematik GmbH.

Damit soll die Voraussetzung geschaffen werden, dass Gesundheitsdaten von unterschiedlichen Akteuren und Softwaresystemen wie Arztpraxen, Kliniken, Apotheken oder Pflegeheimen zum einen unmissverständlich ausgetauscht, zum anderen aber auch durchsucht und ausgewertet werden können.

Viele Akteure im Gesundheitswesen hätten lange den Bedarf einer zentralen Anlaufstelle formuliert, so Dr. Stefanie Weber, Leiterin der Abteilung Kodiersysteme und Register des BfArM: „Mit dem zentralen Terminologieserver haben wir diese Anlaufstelle geschaffen. Allen Softwaresystemen ist es nun möglich, jederzeit auf den aktuellen Stand sowie auf alle Vorgängerversionen automatisiert zugreifen zu können.“

Das ist besonders für die Nutzung elektronische Patientenakte (ePA) wichtig. Die zentrale Plattform soll als verlässliche Referenzquelle für die anwendungs- und sektorübergreifende Nutzung von kodierten Daten (Single Source of Truth) dienen und gewährleisten, dass die Inhalte der ePA über ihren gesamten Lebenszyklus eindeutig zugeordnet und interpretiert werden können. Die Inhalte des zentralen Terminologieservers sollen parallel zur Weiterentwicklung der ePA erweitert werden. Für 2025 ist die Bereitstellung der nötigen Kodiersysteme und Wertelisten für die ersten Inhalte der ePA „Medikationsliste“ und „Medikationsplan“ vorgesehen.

Die Weiterentwicklung des Terminologieservers soll gemeinsam im D-A-CH-Bereich mit der elektronischen Gesundheitsakte Österreich (ELGA) und eHealth Suisse erfolgen.

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