Praktische Anwendung

Augmented Reality in der Medizin – und darüber hinaus

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Weniger „Kunstfehler“ in der Medizin dank Augmented Reality

In der Medizin hat Augmented Reality bisher noch am deutlichsten seine praktische Anwendbarkeit bewiesen. Einfaches Beispiel: Videospieltechniken sollen Medizin und Physiotherapie fördern. Jedoch sind viele medizinische AR-Technologien immer noch in der Entwicklung und der flächendeckende Durchbruch ist auch in der Medizin noch lange nicht vollzogen. Wozu Augmented Reality aber heute schon bei der Medizin in der Lage ist, lässt weit in die Zukunft blicken.

In der Medizin wachsen gegenwärtig einige Technologien zusammen. So treffen zum Beispiel hochfeine, individuell gefertigte Instrumente auf modernste bildgebende Verfahren und robotergesteuerter Operationstechniken. Der Operateur wird damit immer mehr zum Mediator, der diese Technologien mittels Augmented Reality und Virtuell Reality (VR) zu verbinden weiß. Mixed Reality wird das genannt.

Die in der Medizin heute verfügbaren Computertomographen und Magnetresonanzscanner sind in der Lage, virtuelle Modelle von Organen zu generieren. Die Umrechnung der aus den Durchleuchtungsapparaten gewonnenen Daten in hochaufgelöste, vollkinetische Grafiken erfolgt weitestgehend automatisch, so dass kein zusätzlicher Programmierer benötigt wird. Mit Hilfe dieser virtuellen Organe können Ärzte Eingriffe auf den Punkt genau planen. Letztendlich bedienen sie dabei aber nur noch Joysticks. Die tatsächliche chirurgische Arbeit wird von ferngesteuerten Roboterarmen vollzogen. Die Augmented Reality wird dabei zur Orientierung benötigt und vereinfacht Medizinern den Zugang zu kritischen Bereichen.

Ärzteausbildung an der Konsole: An der Klinik für Urologie und Kinderurologie des Universitätsklinikums des Saarlandes (UKS) können Ärzte das Operieren mit dem Da-Vinci‐System lernen. Hier übt eine Workshop‐Teilnehmerin den Umgang mit der Konsole anhand einer OP‐Simulation.(Bild:  Rüdiger Koop/UKS)
Ärzteausbildung an der Konsole: An der Klinik für Urologie und Kinderurologie des Universitätsklinikums des Saarlandes (UKS) können Ärzte das Operieren mit dem Da-Vinci‐System lernen. Hier übt eine Workshop‐Teilnehmerin den Umgang mit der Konsole anhand einer OP‐Simulation.
(Bild: Rüdiger Koop/UKS)

Die Vorteile der Augmented Reality kommen in der Medizin vor allem dann zum Tragen, wenn sie mit den benannten Technologien kombiniert werden. Ein gerendertes Organ lässt sich visuell ebenso „anfassen“, wie ein echtes. Durch die Verwendung von Einmal-OP-Besteck, das zudem individuell für den Patienten angefertigt wurde und von einem Roboter geführt wird, sinkt das Infektionsrisiko in der Medizin enorm. Auch die Gefahr von Fehlschnitten wird mit diesen Verfahren um ein Vielfaches reduziert. Die Augmented Reality trägt damit wesentlich dazu bei, die Häufigkeit der in der Medizin so gefürchteten „Kunstfehler“ zu reduzieren. Darüber hinaus werden mit diesen Technologien Operationen möglich, an die sich vor wenigen Jahren noch kein Chirurg auf der Welt heran getraut hätte.

Ausblicke für die medizinische Augmented Reality

Die große Revolution, auf die in der Medizin gegenwärtig ungeduldig gewartet wird, ist die Herstellung von Organen durch Stammzellen. Mit dieser Technologie, zu der auch der 3D-Druck gehört, wird die gesamte Transplantationstechnologie revolutioniert. Doch die künstlich erzeugten Organe aus Eigengewebe müssen von Medizinern auch implantiert werden können. Auch hier kann Augmented Reality helfen, die Brücken zu schließen. Selbst bei perfekt nachgebildeten Herzen, Lungen, Nieren und Lebern bleibt deren Austausch gegen das kranke Organ eine kritische Operation mit vielen Risiken. Punktgenaues, mikrochirurgisches Arbeiten mit Hilfe von Augmented Reality wird diese Revolution in der Medizin mit nach vorne bringen.

Auf der nächsten Seite: AR in modernen Arbeitswelten, Hardware.

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