Praktische Anwendung

Augmented Reality in der Medizin – und darüber hinaus

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Software für Augmented Reality

Eine funktionstüchtige Software für AR-Anwendungen zu erhalten ist recht leicht: Sie werden in der Regel mit dem Augmented-Reality-Interface mitgeliefert oder können kostenlos bis preiswert aus dem Netz bezogen werden. Auch die App-Welt hat die Technologie schon längst entdeckt. Spätestens mit Snapchat ist die Auswahl an AR-Apps nahezu grenzenlos groß geworden. Der Nachteil an diesen für Android und IOS verfügbaren generischen Augmented-Reality-Programmen ist ihr geringer spezifischer Nutzwert. Zwar können alle möglichen Daten eingeblendet werden, wenn es aber darum geht, ein spezifisches Problem zu lösen, ist teure Spezialsoftware notwendig. Professionelle Montage- und Reparaturanleitungen oder auch medizinische Anwendungen sind damit die eigentlichen Nutzbringer dieser Technologie. Anbieter entsprechender Lösungen müssen jedoch die noch immer vergleichsweise hohen Kosten für den redaktionellen Aufwand und die notwendige Software tragen.

Gegenwart und Zukunft der Augmented Reality

Bei einer Umfrage in Deutschland zu genutzten Augmented-Reality-Inhalten gaben rund 27 Prozent der befragten AR-Nutzer an, Augmented Reality im Zusammenhang mit Wohnungs-und Häuserplanung genutzt zu haben. (Bild:  Statista)
Bei einer Umfrage in Deutschland zu genutzten Augmented-Reality-Inhalten gaben rund 27 Prozent der befragten AR-Nutzer an, Augmented Reality im Zusammenhang mit Wohnungs-und Häuserplanung genutzt zu haben.
(Bild: Statista)

Der Augmented-Realit-Markt teilt sich gegenwärtig in Spaß- und Hobbyanwender rund um Gamer und Drohnen-Piloten einerseits und hoch spezifische Nutzer andererseits auf. Die Mitte, die echte Killer-Anwendung, die den ganz normalen User begeistert, ist noch unbesetzt. Im Gegensatz zu den vielen anderen innovativen Technologien – von Kamera-Drohnen bis 3D-Druck – tritt die Augmented Reality noch etwas auf der Stelle und wartet auf ihren Durchbruch. Die AR-Entwicklung wird zwar nach wie vor mit Hochdruck vorangetrieben, Jedoch bleibt noch viel Arbeit für die Augmented-Reality-Dienstleister – vor allem bei der Forschung und Entwicklung für die Medizin sowie für den Maschinen und Fahrzeugbau – wenn sie sich von der Games- und Hobbywelt emanzipieren wollen. Dennoch: An Augmented Reality geht in Zukunft kein Weg vorbei. Zu groß sind die Potenziale dieser innovativen Technologie. Auch die Augmented-Reality-Forschung hält das Heft des Handelns fest in der Hand: Das Fraunhofer Institut für angewandte Informationstechnik (FIT) unterhält als Pionier der Augmented Reality-Forschung bis heute ein „Smart Glasses Experience Lab“, um die Potenziale dieser Technologie weiter zu erkunden.

Augmented Reality für Hersteller von Medizintechnik

Die Medizin bleibt gegenwärtig noch der Anwendungsbereich, in dem Augmented Reality am intensivsten genutzt wird. Dem entsprechend herrscht vor allem in dieser Branche noch Gründer- und Goldgräberstimmung. Da die Anforderungen an einen Medizingerätehersteller aber enorm hoch sind, ist der Marktzugang zu dieser Branche nicht gerade einfach.

Augmented Reality kann aber auch außerhalb des OP-Saales in der Medizintechnik genutzt werden. Vertriebler nutzen sie heute schon, um medizintechnische Geräte ihres Unternehmens beim Arzt oder dem Krankenhaus vor Ort präsentieren zu können. Das ist angesichts der voluminösen Medizingeräte von heute ein enormer Fortschritt: Mit Hilfe von Augmented Reality kann ein Computertomograph in die kleinste Praxis projiziert und in seiner vollen Funktionalität präsentiert werden.

So leistungsstark diese Gerät in der Medizin auch sind, so anspruchsvoll sind sie auch bei Wartung und Reparatur. Der Servicetechniker kann mit Hilfe der Augmented Reality auf engstem Raum alle Wartungs-, Inspektions- und Reparaturaufgaben durchführen. Es zeigt sich, dass die Medizin damit auch in der allgemeinen Wartung von Maschinen und Geräten Pionierarbeit leistet. Es wird nicht mehr lange dauern, dann werden auch Kfz-Mechaniker Augmented Reality nutzen. Von dort ist es dann nur noch ein kleiner Sprung in die Do-it-yourself-Consumer Welt jenseits der Medizin. Letzten Endes sind das sehr gute Aussichten für Augmented Reality.

Dieser Artikel erschien ursprünglich bei unserer Schwesterpublikation Devicemed.

* Der Autor: Robert Schumann ist technischer Redakteur bei einem großen Industriedienstleister und freiberuflicher technischer Autor. Er hat Medienwissenschaften studiert und weitere Abschlüsse in Maschinenbau und Bauwesen erworben.

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