Telematikinfrastruktur Ausfälle durch Abschaltung älterer TI-Konnektoren drohen

Von Stephan Augsten 2 min Lesedauer

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TI-Konnektoren mit RSA-Verschlüsselung werden zum Jahresende obsolet. Damit droht Arztpraxen und Apotheken, die sich besonders früh an die Telematikinfrastruktur haben anbinden lassen, ab Januar der digitale Stillstand. Telekonnekt richtet einen bundesweiten Notfallservice ein und empfiehlt den Umstieg auf ein TI-Gateway.

Um im Notfall eine Aufschaltung auf das TI-Gateway zu ermöglichen, hat Telekonnekt die Einsatzbereitschaft seiner Support-Mitarbeitenden sichergestellt.(Bild:  © telekonnekt / Stefan M. Prager)
Um im Notfall eine Aufschaltung auf das TI-Gateway zu ermöglichen, hat Telekonnekt die Einsatzbereitschaft seiner Support-Mitarbeitenden sichergestellt.
(Bild: © telekonnekt / Stefan M. Prager)

Zum Jahreswechsel steht vielen Leistungserbringern im Gesundheitswesen ein erhebliches Problem bevor, denn die Laufzeit zahlreicher älterer TI-Konnektoren endet. Jan Depping, Prokurist bei Telekonnekt, konstatiert: „Diese älteren Konnektoren werden ab dem 31. Dezember technisch abgeschaltet und sind dann nicht mehr nutzbar – dies betrifft auch einen kleinen Teil unserer Kunden, die wir zu diesem Thema bereits mehrfach informiert haben.“

Betroffen sind Ärzte, Zahnärzte und Apotheken, die als erste an die Telematikinfrastruktur angeschlossen wurden und noch die ältere RSA-Verschlüsselung nutzen. Wer bis dahin nicht reagiert, könnte ab Januar 2026 den Zugang zur TI verlieren – und damit zu zentralen digitalen Anwendungen wie E-Rezept, elektronischer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, elektronischer Abrechnung oder dem sicheren Austausch medizinischer Dokumente.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hatte bereits Ende Oktober 2025 in einer Praxisnachricht darauf hingewiesen, dass zahlreiche Praxen, elektronische Heilberufsausweise und Kartenterminals noch nicht auf dem aktuellen Stand sind. Ohne Umstellung auf das neue ECC-Verfahren (Elliptic Curve Cryptography) nach Vorgaben des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik und der Bundesnetzagentur werden digitale Prozesse in den betroffenen Einrichtungen ab Januar 2026 weitgehend lahmgelegt.

Leistungserbringer sollten umgehend ihren IT-Dienstleister oder Praxissoftware-Hersteller kontaktieren, um zu prüfen, ob ihr Konnektor ECC-fähig ist. Ist dies nicht der Fall, muss das Gerät bis spätestens Ende 2025 ersetzt werden. Als durch die Gematik zertifizierter Anbieter von TI-Produkten hat Telekonnekt beschlossen, einen bundesweiten Notfallservice anzubieten, auch für Nicht-Kunden. Diese könnten sich im Notfall binnen weniger Tage auf das TI-Gateway von Telekonnekt aufschalten lassen. Zudem hat das Unternehmen die Einsatzbereitschaft aller Servicemitarbeiter für den betreffenden Zeitraum sichergestellt, um bei einem möglichen Ansturm auf die Support-Hotlines handlungsfähig zu bleiben.

Geschäftsführer Jürgen Heregger rechnet mit erheblichem Andrang: „Nach unseren Beobachtungen haben viele Praxen bislang noch keine Maßnahmen eingeleitet. Wir rechnen daher damit, dass viele Leistungserbringer erst zum Jahreswechsel reagieren und gleichzeitig Hilfe benötigen werden.“ Er empfiehlt dringend, möglichst zeitnah aktiv zu werden, um längere Wartezeiten und Ausfälle zu vermeiden.

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