„ePA wird zum Dreh- und Angelpunkt der Versorgung“ BMG schärft Digitalstrategie

Von Johannes Kapfer 2 min Lesedauer

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Vereinfachter ePA-Zugang, digitale Ersteinschätzung und bessere Datennutzung im Versorgungsmanagement: Die Techniker Krankenkasse sieht wichtige Weichen für die digitale Transformation gestellt.

Die Bundesgesundheitsministerin Nina Warken sagte bei der Vorstellung der aktualisierten Digitalstrategie des BMG in Berlin unter anderem, dass digitale Innovationen noch stärker in den Versorgungsalltag integriert werden müssen. (Bild:  JAN PAULS FOTOGRAFIE)
Die Bundesgesundheitsministerin Nina Warken sagte bei der Vorstellung der aktualisierten Digitalstrategie des BMG in Berlin unter anderem, dass digitale Innovationen noch stärker in den Versorgungsalltag integriert werden müssen.
(Bild: JAN PAULS FOTOGRAFIE)

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hat am elften Februar die Weiterentwicklung der Digitalisierungsstrategie für das Gesundheitswesen und die Pflege vorgestellt. Die ursprüngliche Digitalisierungsstrategie von 2023 sei bereits zu über 90 Prozent in der Umsetzung. Die neue Version der Strategie konzentriert sich nun im Wesentlichen auf drei zentrale Handlungsfelder.

  • Personenzentrierte, digital unterstützte Versorgungsprozesse,
  • den Einsatz von Künstlicher Intelligenz
  • sowie die Generierung und Nutzung hochwertiger Gesundheitsdaten.

Dazu sagt Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse (TK): „Die Digitalstrategie sieht vor, die elektronische Patientenakte (ePA) weiter konsequent als Dreh- und Angelpunkt im Gesundheitswesen zu verankern und weiterzuentwickeln. Das ist ein wichtiges Signal. Wir begrüßen ausdrücklich, dass der Zugang zur ePA vereinfacht werden soll.“

Aktuell nutzen rund 4 Millionen Versicherte die ePA aktiv – bis 2030 sollen es 20 Millionen sein. Die neu angekündigten Maßnahmen umfassen niedrigere Authentifizierungshürden, einen digitalen Medikationsprozess mit umfassenden Informationen zu Medikamenteneinnahme und Wechselwirkungen sowie Erinnerungsfunktionen für Patientinnen und Patienten. Noch in diesem Jahr sollen Daten aus der ePA für die Forschung ans Forschungsdatenzentrum Gesundheit ausgeleitet werden können.

Digitale Steuerung der Primärversorgung

„Für die Primärversorgung setzt die Digitalstrategie richtige Prioritäten“, fährt Baas fort. Dass die Regierung auf ein digitales Ökosystem rund um die ePA setze und eine digitale Ersteinschätzung, digitale Terminvermittlung und E-Überweisung einführen wolle, sei genau der richtige Schritt in Richtung eines funktionierenden Primärversorgungssystems. So würden Patientinnen und Patienten zukünftig schneller zur passenden Versorgung finden.

Baas führt weiter aus, dass in einer digitalisierten Gesundheitswelt die Auswertung von Informationen eine zentrale Rolle spiele. „Die systematische Nutzung von Gesundheitsdaten und die grenzüberschreitende Versorgung und Forschung setzt am richtigen Hebel an. Dazu müssen die Möglichkeiten für Krankenkassen gestärkt werden, ihre Versicherten auf der Basis ihrer Daten mit einem guten Versorgungsmanagement zu unterstützen.“

Die aktualisierte Strategie sieht eine strukturierte und standardisierte Datenerfassung vor, die sowohl für die Versorgung als auch für die Forschung genutzt werden kann. Das Forschungsdatenzentrum Gesundheit werde KI-fähig ausgebaut, heißt es auf der Webseite des BMG. Bis Ende 2026 sollen mindestens 300 Forschungsvorhaben mit Daten aus dem FDZ durchgeführt werden. Die Verknüpfung mit dem Europäischen Gesundheitsdatenraum (EHDS) ermöglicht grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Versorgung und Forschung. Die Gematik erhält darüber hinaus mehr Durchgriffsrechte, um einheitliche Standards schneller durchzusetzen.

Künstliche Intelligenz als Entlastung für das Gesundheitspersonal

Ein weiterer Schwerpunkt der Strategie ist der Einsatz von Künstlicher Intelligenz. KI soll die Behandlungsqualität steigern, bei der oft zeitintensiven Dokumentation entlasten und in erster Linie die Kommunikation zwischen Leistungserbringern sowie Patientinnen und Patienten erleichtern. Bis 2028 soll KI-gestützte Dokumentation in über 70 Prozent der Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen Standard sein.

Noch im ersten Quartal 2026 möchte das Bundesgesundheitsministerium einen Referentenentwurf für das „Gesetz für digitale Versorgung und den Gesundheitsdatenraum“ vorlegen, um die geplanten Vorhaben gesetzlich zu verankern.

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