Was die Telematikinfrastruktur bereits erreicht hat, steht den Digitalen Gesundheitsanwendungen noch bevor: Sie werden zum Standard. Eine Studie von McKinsey zeigt aber: Es gibt noch reichlich Handlungsbedarf bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen – zum Beispiel beim Telemonitoring und der Zuverlässigkeit der TI.
Gesundheits-Apps werden immer beliebter – egal ob vom Arzt verschrieben oder nicht.
Der aktuelle „E-Health Monitor 2023/24“ von McKinsey, der mittlerweile zum vierten Mal veröffentlicht wird, zeigt sehr deutlich, dass es mit der Digitalisierung im Gesundheitswesen vorangeht. So verdoppelte sich im vergangenen Jahr die Zahl der verordneten Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) auf 235.000. „Bei einem durchschnittlichen Herstellerpreis von 529 Euro pro App“, erläutert McKinsey, „lag das DiGA-Marktvolumen damit bei rund 125 Millionen Euro.“
Neben der reinen Zahl legt auch die Auswahl an Anwendungen zu. Bis Mitte Januar 2024 wurden 53 Apps für zwölf Therapiegebiete in das DiGA-Verzeichnis aufgenommen und damit 20 mehr als im Jahr zuvor. Die auch als „Apps auf Rezept“ bezeichneten DiGA decken mittlerweile ein breites Spektrum ab: von Wirbelsäulen- und Stoffwechselerkrankungen über Krebs bis hin zu psychischen Erkrankungen.
„Mittlerweile hat rund ein Drittel der Ärzte bereits eine DiGA verschrieben – mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr“, kommentiert Laura Richter, Partnerin bei McKinsey und Mitherausgeberin der Studie. „Weitere 14 Prozent planen, die Apps auf Rezept in naher Zukunft auszuprobieren.“
Auch auf Patientenseite nimmt das Interesse an digitalen Gesundheitsservices zu. Das zeigt sich neben der verstärkten Nutzung frei verfügbarer Gesundheits-Apps auch im Wunsch nach Online-Terminvereinbarungen, Online-Terminerinnerungen und digitalen Rezepten. Um elf Prozentpunkte haben diese beiden Services jeweils zugelegt. Und die Praxen erfüllen diesen Wunsch immer öfter: Der Anteil der ambulanten Arztpraxen, die digitale Services anbieten, hat sich 2023 um fünf Prozentpunkte auf 66 Prozent erhöht. Und: „16 Prozent der Kommunikation zwischen Krankenhäusern und ambulanten Ärzten läuft digital ab“, sagt Laura Richter. Im vergangenen Jahr lag dieser Wert noch bei 12 Prozent.
Wo Licht ist ...
... da ist auch Schatten. Der E-Health Monitor stellt zwar fest, dass mittlerweile nahezu alle Apotheken (99 Prozent) und Praxen (98 Prozent) an die Telematikinfrastruktur (TI) angeschlossen sind, doch berichten zwei Drittel der Nutzer von „wöchentlichen oder sogar täglichen Problemen mit der Technik“. Im Jahr zuvor hatte die Hälfte der Befragten mit TI-Problemen zu kämpfen.
Auch die elektronische Patientenakte (ePA) ist ihren Kinderschuhen noch nicht entwachsen. Laut Studie wurden im vergangenen Jahr zwar rund 350.000 ePA aktiviert – und damit 41 Prozent mehr als im Jahr zuvor –, doch hat damit nach wie vor nur ein Prozent der gesetzlich Versicherten Zugriff auf eine digitale Akte.
Neuer Schwung für die ePA
Dieser Zustand dürfte sich allerdings 2024 ändern, denn mit Start des Opt-out-Verfahrens erhält jeder Versicherte automatisch eine ePA, sofern er nicht widerspricht. „Die internationale Erfahrung zeigt, dass die Einführung des Opt-out-Verfahrens der ePA zum Durchbruch verhelfen könnte", vermutet auch Mitherausgeber Matthias Redlich. „Darüber hinaus wird es essenziell sein, kontinuierlich die Nutzerfreundlichkeit digitaler Services zu verbessern, damit diese in der Praxis echten Mehrwert stiften und langfristig erfolgreich werden.“
Durch eine ähnliche Verpflichtung hat die Verbreitung des elektronischen Rezepts stark zugelegt. Seit Jahresbeginn 2024 wurde die digitale Verschreibung verpflichtend, sodass bis Mitte Januar bereits 22 Millionen mehr E-Rezepte eingelöst wurden als im gesamten vergangenen Jahr. Laut McKinsey ist damit jedes zweite eingelöste Rezept ein E-Rezept –für Laura Richter „ein Riesenschritt“.
Telemonitoring: Anwendung mit Potenzial
Der Studie zufolge könnte auch das Telemonitoring durch Regularien den nötigen Antrieb erhalten. Hierzulande gibt es derzeit nur etwa 200.000 Telemonitoring-Patienten, deren Werte aus der Ferne überwacht werden. Dabei habe das Telemonitoring, wie McKinsey feststellt, auch einen „erheblichen ökonomischen Nutzen“: Das Nutzenpotenzial betrage rund 4,3 Milliarden Euro jährlich. Dabei entfallen 67 Prozent auf die Vermeidung von Krankenhausaufenthalten und 26 Prozent auf kürzere Liegezeiten sowie die Verschiebung der Behandlung in die ambulante Versorgung. Weiteres Potenzial ergebe sich aus der Vermeidung von Anschlussbehandlungen und Notfalltransporten chronisch Erkrankter.
Stand: 08.12.2025
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„Noch ist Deutschland nicht am Ziel, aber langfristig trägt die Digitalisierung im Gesundheitswesen dazu bei, sowohl die Spitzenmedizin als auch die Routineversorgung zu verbessern sowie effizienter und sicherer zu machen“, resümiert Tobias Silberzahn, Partner bei McKinsey und Mitherausgeber der Studie.