Bayern Digitale Musterpraxis wird mit 76.000 Euro gefördert

Von Johannes Kapfer 2 min Lesedauer

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Im Freistaat Bayern wird das Gesundheitswesen zunehmend digital. Das Verständnis für Datenschutz und der konsequente Umgang mit Patientendaten sollen durch das Projekt einer digitalen Musterpraxis vorangetrieben werden. In letzter Instanz soll auf diese Weise die Patientenjourney nachhaltig verbessert werden.

Die bayerische Gesundheitsministerin Judith Gerlach möchte dem Fachkräftemangel im Gesundheitswesen mit Digitalisierung entgegentreten.(©  xyz+ - stock.adobe.com)
Die bayerische Gesundheitsministerin Judith Gerlach möchte dem Fachkräftemangel im Gesundheitswesen mit Digitalisierung entgegentreten.
(© xyz+ - stock.adobe.com)

Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach setzt sich aktiv für die Digitalisierung in der medizinischen Ausbildung ein. Anlässlich des Starts des Modellprojekts „DigiMFA“ betonte Gerlach in München die Bedeutung von Grundkompetenzen im Umgang mit digitalen Anwendungen und Prozessen bereits während der Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten (MFA). Das Projekt wird vom Freistaat Bayern mit rund 76.000 Euro gefördert.

Das Modellprojekt, unter der Leitung von Professor Eveline Wittmann von der Technischen Universität München (TUM), konzentriert sich auf die Erprobung und wissenschaftliche Evaluation einer digitalen Musterpraxis. Hierzu werde das Digitallabor der TUM genutzt, in dem die Auszubildenden digitale Lernsituationen erleben können. Das Projekt läuft befristet bis zum 31. Dezember 2024.

Gerlach betonte die Bedeutung der Digitalisierung angesichts des Fachkräftemangels im Bereich der medizinischen Fachangestellten. Durch eine modifizierte und modernisierte Ausbildung, inklusive des souveränen Umgangs mit Telematikinfrastruktur-Anwendungen wie der elektronischen Patientenakte (ePA) und dem E-Rezept, könne dieser Mangel entgegengewirkt werden.

„Konsequenzen im fehlerhaften Umgang mit Patientendaten müssen vermittelt werden“

Die Ministerin fügte hinzu, dass ein Verständnis für Datenschutz von entscheidender Bedeutung sei, insbesondere im Umgang mit sensiblen Gesundheitsdaten. Digitalisierung könne nicht nur den Arbeitsalltag der Leistungserbringer erleichtern und Prozesse optimieren, sondern auch die Qualität der Behandlung und des Berufs insgesamt verbessern, was letztendlich den Patientinnen und Patienten zugutekomme.

Professor Wittmann, Leiterin des Lehrstuhls für Berufspädagogik an der TUM, erklärte, dass im Rahmen des Projekts „DigiMFA“ Lernsituationen umgesetzt werden, die den Nutzen der Digitalisierung für medizinische Versorgungsprozesse verdeutlichen. Gleichzeitig sollen die Konsequenzen von Fehlern im Umgang mit Patientendaten vermittelt werden, wobei die digitale Musterpraxis besondere Chancen für realitätsnahe Simulationen bietet.

Weiterhin unterstrich Gerlach die Notwendigkeit solcher Modellprojekte angesichts des tiefgreifenden Wandels durch die Digitalisierung in Gesellschaft, Beruf und Lehre. Die steigenden Anforderungen an die berufliche Ausbildung erfordern eine Anpassung der Ausbildungslehrpläne, um digitale Kompetenzen zu verbessern und zeitgemäß zu gestalten.

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