Die Hoffnungen, die in digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) gelegt werden, sind groß: Laut einer Studie von McKinsey, die die entlastende Wirkung von DiGA für Österreich einzuschätzen versucht, läge das Einsparpotential bei 430 Millionen Euro. Die DiGA – auch „Apps auf Rezept“ genannt – sollen die Behandlung etwa bei Depressionen, Schlafstörungen, Suchterkrankungen und Angststörungen unterstützen. In der Zulassung und Erstattung von DiGA ist Deutschland, laut den Ergebnissen des eHealth Monitors 2021, ein Vorreiter.
Trotz des viel gelobten Fast-Track-Verfahrens, das Deutschland zur Zulassung der „Apps auf Rezept“ eingeführt hat, wurden erst 31 Anwendungen in das offizielle DiGA-Verzeichnis des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte aufgenommen. Gerade einmal 17 dieser 31 Anwendungen werden als App bereitgestellt – bei dem Rest handelt es sich um Webanwendungen.
Auch nach über einem Jahr Fast-Track-Verfahren fällt die Bilanz der Anwendungen in der Praxis eher mau aus: Ärzte verschreiben die „Apps auf Rezept“ sehr selten, und die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) monieren die hohen und intransparenten Preise der Apps.
Videosprechstunden – folgt nach dem Boom die Flaute?
Wenn sich die Corona-Pandemie auf einen Aspekt von eHealth besonders ausgewirkt hat, dann auf die Videosprechstunden. Statt physisch zum Arzt zu gehen, ermöglichen Videosprechstunden den Arztbesuch von der Couch aus. Die Vorteile eines solchen Termins liegen während einer Pandemie auch klar auf der Hand: Das Risiko, sich anzustecken, oder selbst jemanden anzustecken ist viel geringer.
Während der Corona-Pandemie konnten die Videosprechstunden deshalb einen förmlichen Boom bei der Nachfrage und Durchführung verzeichnen. Zwischen den Jahren 2019 und 2020 ist die Nutzung von telemedizinischen Angeboten, wie etwa die Videosprechstunde, um den Faktor 900 gestiegen. In Zahlen ausgedrückt bedeutet das einen Anstieg von ca. 3.000 (in 2019) auf ca. 2,7 Millionen (in 2020) Videosprechstunden im Jahr.
Das ist allerdings ein Trend, der sich nach Einschätzung von Experten nicht ins post-pandemische Zeitalter übertragen lassen wird. „Diese Kurve werden wir so nicht aufrechterhalten. Die Videosprechstunde wird aber auf jeden Fall ein wichtiger Bestandteil der Arzt-Patienten-Interaktion bleiben“, schätzt Laura Richter, Co-Autorin des eHealth Monitors 2021, die zukünftige Entwicklung der Videosprechstunden ein.
Opt-Out statt Opt-In: die Patientenakte
Um die Digitalisierung des Gesundheitswesens sinnvoll vorantreiben zu können, führt wohl kein Weg an einer gut funktionierenden und weit verbreiteten elektronischen Patientenakte (ePA) vorbei. Die Bekanntheit und die Verbreitung der ePA lässt allerdings zu wünschen übrig. Deshalb soll die ePA zukünftig als Opt-Out- statt Opt-In-Modell aufgezogen werden. „Das bedeutet, dass sich die ePA schneller und stärker verbreiten wird, als das bisher der Fall war. Es bleibt aber abzuwarten, wie dies in Zukunft genau ausgestaltet wird“, erklärte Laura Richter, Co-Autorin des eHealth Monitors, im Interview.
Ausblick: Wie entwickelt sich eHealth nach Corona?
Die Corona-Pandemie hat sicherlich die Schwachstellen unseres Gesundheitssystems aufgezeigt und die breitere Masse für digitale Anwendungen im Bereich Gesundheit sensibilisiert – und sei es auch nur durch die Corona-Warn-App. Einen so steilen Entwicklungstrend, wie etwa bei den Videosprechstunden, können wir in einem post-pandemischen Zeitalter vermutlich nicht erwarten. „Einschlafen wird es (die Entwicklung von eHealth in Deutschland) ganz sicher nicht. Wird die Entwicklung so rasant bleiben? Wahrscheinlich auch nicht“, so Richter. Die gestiegene Innovationsbereitschaft beim Thema eHealth hängt also nicht ausschließlich mit der Pandemie zusammen. So stellt laut Natalie Gladkov, Expertin für Digitale Medizinprodukte beim Bundesverband Medizintechnologie (BVMed), vor allem auch ein Generationenwechsel in Krankenhäusern und Arztpraxen einen Treiber der Digitalisierung im Gesundheitswesen dar.
Stand: 08.12.2025
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