eID im Gesundheitswesen eID – komfortabel und sicher

Ein Gastbeitrag von Christian Gericke 5 min Lesedauer

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Das deutsche Gesundheitswesen könnte in Sachen Digitalisierung einen belebenden Impuls aus dem EU-Parlament erhalten: Durch die Etablierung sogenannter Digital Identity Wallets können sensible Daten künftig sicher gespeichert und Personen eindeutig identifiziert werden. Der Einsatz dieser digitalen Brieftaschen bedeutet mehr Komfort und weniger Bürokratie.

Im Gesundheitswesen ist die Wallet aktuell noch ziemlich leer. Das soll sich aber bald ändern.(Bild: ©  Андрей Журавлев - stock.adobe.com)
Im Gesundheitswesen ist die Wallet aktuell noch ziemlich leer. Das soll sich aber bald ändern.
(Bild: © Андрей Журавлев - stock.adobe.com)

Wallets kennen viele Bürgerinnen und Bürger bisher vor allem aus dem Banking-Bereich: „Mobile Payment“ ist im einstigen Bargeldland Deutschland auf dem Vormarsch. Doch bald könnten Wallets nicht nur die Bankkarte, sondern auch den Personalausweis ersetzen und viele interessante Zusatzfunktionen bieten. Um eine Einheitlichkeit jenseits der Ländergrenzen zu gewährleisten, sich nicht von (amerikanischen) privaten Anbietern abhängig zu machen und den europäischen Sicherheitsstandards zu entsprechen, bringt die EU eine eigene Lösung an den Start: Aufbauend auf der eIDAS 2.0-Verordnung müssen alle Mitgliedsstaaten bis spätestens Ende 2026 European Digital Identity (EUDI)-Wallets bereitstellen. Während die gematik mit der deutschen GesundheitsID bereits seit einiger Zeit digitale Identitäten für Personen mit gesetzlicher Krankenversicherung bereitstellt und diese auch zunehmend für Dienste außerhalb der Telematikinfrastruktur (TI) öffnet, bietet die Nutzung digitaler Identitäten über die EUDI-Wallet mehrere Vorteile. Diese umfassen unter anderem die Verfügbarkeit für die gesamte Bevölkerung, also auch für privat Versicherte, sowie die Nutzung einer einheitlichen Identität für Dienste in verschiedenen Sektoren über alle EU-Länder hinweg. Somit dürfen die Pläne zur Vereinheitlichung der GesundheitsID mit den Absichten der EU rund um EUDI-Wallets als ein positives Signal gewertet werden, dessen konkrete Vorteile nachfolgend an vier Fallbeispielen gezeigt werden sollen.

Fallbeispiel 1: Patientenidentifikation für die elektronische Patientenakte

Zur Nutzung der elektronischen Patientenakte (ePA) ist eine initiale, sichere Identifikation der Nutzenden vorgesehen, um sensible medizinische Daten zu speichern. Die AOK sieht dafür beispielsweise aktuell drei Wege vor:

  • 1. Über die Online-Ausweisfunktion des deutschen Personalausweises oder eines vergleichbaren internationalen Dokuments.
  • 2. Über die elektronische Gesundheitskarte.
  • 3. Per PostIdent.

Das letztgenannte Verfahren ist das aufwendigste, eignet sich aber auch für Menschen ohne NFC-fähige Smartphones. Bei den beiden anderen Verfahren werden jeweils NFC-fähige, physische Karten genutzt. Dies bedeutet für Nutzende einen zusätzlichen Schritt im Prozess und beim Scannen der NFC-Chips kann es zu Behinderungen kommen, etwa durch Handy-Hüllen.

Mit einer entsprechenden Schnittstelle zur EUDI-Wallet könnte dieser Schritt übersprungen werden und Nutzende könnten sich direkt darüber mit ihrer digitalen Identität für die ePA anmelden. Dabei ist allerdings zu beachten, dass es sich nach wie vor um getrennte Infrastrukturen handelt. Die Wallet würde hier tatsächlich nur die Identifikation übernehmen, während alle medizinischen Daten in der ePA verbleiben.

Fallbeispiel 2: Medizinische Dokumente in der Wallet

Prinzipiell sollen EUDI-Wallets alle Arten digitaler Dokumente speichern können. Es spricht also auch nichts dagegen, dort beispielsweise Behandlungsverträge, Überweisungen oder Atteste zu sammeln. Für Bürgerinnen und Bürger hätte dies den Vorteil, dass sie im Alltag lediglich eine App nutzen müssen, während komplexere und sensiblere Dokumente und Daten wie Diagnosen und Arztbriefe in der ePA verbleiben können.

Auch auf Reisen könnten die hinterlegten Informationen sehr hilfreich sein. Anschaulich machen das die Erfahrungen in der Corona-Zeit – als nach der Frühphase der Pandemie das Reisen wieder möglich wurde, mussten Test- oder Impfzertifikate vorgelegt werden. Solche Nachweise einfach in die Wallet zu laden, würde nicht nur mehr Komfort für Bürgerinnen und Bürger bedeuten, sondern auch weniger Aufwand (und Papierverbrauch) für die ausstellenden Institutionen.

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