eID im Gesundheitswesen

eID – komfortabel und sicher

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Fallbeispiel 3: Ersatz für die elektronischen Heilberufsausweise

In den beiden bisher skizzierten Fällen haben wir die Möglichkeiten und Vorteile der EUDI-Wallets aus Patientensicht beleuchtet, doch auch medizinisches Personal kann davon profitieren. Identifikation spielt schließlich auch dort eine elementare Rolle, zum Beispiel, um zu garantieren, dass ein E-Rezept auch tatsächlich von einer berechtigten Person ausgestellt wurde. Selbstverständlich muss auch der Zugang zur ePA streng überwacht werden. Zu diesen Zwecken wird heute in der Regel der elektronische Heilberufsausweis (eHBA) eingesetzt.

Da es sich noch immer um physische Karten handelt, bringt dieses System allerdings auch einige Nachteile mit sich. Aktuell müssen beispielsweise eHBA der Generation 2.0, die sich noch im Umlauf befinden, getauscht werden, da sie ab 01.01.2026 nicht mehr genutzt werden dürfen. Der Grund: Sie verwenden einen älteren Verschlüsselungsalgorithmus, der nicht auf zukünftige Bedrohungen wie Angriffe mit Quantencomputern vorbereitet ist. Bei der eHBA Generation 2.1 soll daher Elliptic Curve Cryptography den RSA-Algorithmus ablösen. Dieser Austausch birgt einen erheblichen Aufwand – nicht nur für Karteninhaber und Karteninhaberinnen, sondern auch für die Landesärztekammern als Aussteller.

Dies hat auch der Gesetzgeber erkannt und sieht daher bereits seit Januar 2025 die Bereitstellung eigener digitaler Identitäten durch die Landeskammern vor, die ohne physische Karte auskommen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Es wird kein Kartentausch mehr notwendig sein, Updates lassen sich digital aufspielen. Außerdem entfällt neben der eigentlichen Karte auch die zusätzliche Hardware in Form von Kartenterminal oder Konnektor. Während sich die d.velop bereits seit einiger Zeit für die breitere Nutzung der derzeit durch die gematik pilotierten Fernsignaturlösungen engagiert, würde die Verwendung der EUDI-Wallet eine wünschenswerte Vereinheitlichung darstellen.

Fallbeispiel 4: Einfach elektronisch signieren

EUDI-Wallets sollen die Möglichkeiten zu kostenlosen elektronischen Signaturen für Bürgerinnen und Bürger bieten. Eine flächendeckende Nutzung dieser Funktion durch Patienten und Patientinnen könnte Leistungserbringern Aufwand und Kosten einsparen. Beispielsweise könnten Patientinnen und Patienten digitale Anamnesebögen zuhause oder auf dem Weg zum Leistungserbringer ausfüllen, digital signieren und direkt übermitteln. Dasselbe wäre auch für die Einwilligung zu bestimmten Behandlungen oder Operationen möglich. Dies schafft die Basis zur Digitalisierung von Prozessen im medizinischen Alltag und entlastet Praxis- und Krankenhauspersonal von bürokratischen Pflichten.

Die EUDI-Wallet bietet eine vielversprechende Infrastruktur, um die Identifikation und sichere Signatur im Gesundheitswesen zu vereinfachen. Ihre Stärke liegt darin, Nachweise, wie einen Behandlungsvertrag, nutzerzentriert und rechtskonform bereitzustellen, ohne umfangreiche Daten zentral zu speichern. Entscheidend ist, dass sie lediglich ein Authentifizierungsinstrument bleibt – sensible Gesundheitsdaten verbleiben weiterhin in spezialisierten, geschützten Systemen. Sicherheit, Datenschutz und Interoperabilität müssen von Anfang an ein integraler Teil der Implementierung sein. Nur mit klaren gesetzlichen Rahmenbedingungen, geeigneten Fallbacks und der Akzeptanz bei Leistungserbringern kann die Wallet wirklich zum Erfolg werden.

Christian Gericke
ist Geschäftsführer der d.velop mobile services GmbH und Vorstand des AK Vertrauensdienste im Branchenverband Bitkom.

Bildquelle: d.velop

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