Kreiskrankenhaus Torgau Ein Patientenportal für die digitale Transformation

Ein Gastbeitrag von Anna Sprenger 4 min Lesedauer

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Die Digitalisierung im Gesundheitswesen bestimmt mittlerweile beinahe alle Bereiche des Klinikalltags. Auch die Belegschaft des Kreiskrankenhaus Torgau weiß die Vorzüge des technischen Fortschritts zu schätzen. Die Einführung eines spezifischen Bausteins hat besonders große Spuren hinterlassen.

Das Kreiskrankenhaus Torgau ist nach einem berühmten Arzt des 16. Jahrhunderts benannt.(©   Maik Blume)
Das Kreiskrankenhaus Torgau ist nach einem berühmten Arzt des 16. Jahrhunderts benannt.
(© Maik Blume)

Bereits 2010 hat das Kreiskrankenhaus Torgau „Johann Kentmann“ mit der schrittweisen Digitalisierung der Klinik begonnen. Über die Jahre hinweg hat die Bedeutung der IT für die Patientenversorgung deutlich zugenommen. Den steigenden und sich ändernden Anforderungen tritt das Kreiskrankenhaus Torgau mit einem jungen, aber erfahrenen Team und einer zunehmenden Spezialisierung entgegen. Waren früher in der IT eher die Generalisten gefragt, die alles gemacht haben, machen komplexere Anforderungen heute eine Konzentration der Mitarbeiter auf spezifische Aufgaben erforderlich.

Viele Einflüsse, einhellige Entscheidung

Die Auswahl und Einführung eines Patientenportals stellte eine derartige Aufgabe dar. Treibende Kraft dafür war das Krankenhauszukunftsgesetz, welches auch dem Kreiskrankenhaus Torgau die Möglichkeit geboten hat, die Digitalisierung des Hauses weiter voranzutreiben. Die Verantwortlichen in Torgau haben im Vorfeld intensiv den Markt für Patientenportale sondiert. Beim Betrachten der Abläufe fiel auf, dass die Vereinbarung von Untersuchungsterminen eine große Herausforderung darstellte. Genau an dieser Stelle sollte ein Patientenportal für Abhilfe sorgen. Den Patientinnen und Patienten sollte auf diesem Wege eine weitgehend barrierefreie und niederschwellige Terminbuchung ermöglicht werden. Insbesondere in Ambulanzen und Sprechstunden. Gleichzeitig bietet sich die Möglichkeit, einfach und zeitgemäß Befunde und diverse andere Dokumente zwischen den Patienten und der Ärzteschaft auszutauschen.

Um die passende Lösung für das Haus und seine Anforderungen zu finden, hat sich eine Arbeitsgruppe aus den verschiedensten Abteilungen der Klinik gebildet. Neben Vertretern der Geschäftsführung, dem Team Digitale Transformation am Klinikum, der IT-Abteilung sowie dem Prozessmanagement waren viele Mitarbeiter aus den unterschiedlichen Versorgungsbereichen im Gremium aktiv. Im Ausschreibungsprozess wurde sich schlussendlich auf eine Lösung des Herstellers POLAVIS geeinigt.

Akzeptanz bei Patienten und Mitarbeitern schaffen

Das Kreiskrankenhaus Torgau knüpft hohe Erwartungen an das Patientenportal. Bisher wurden und werden die Termine mit den Patienten entweder telefonisch oder persönlich vor Ort vereinbart. Die Verantwortlichen versprechen sich hierbei künftig eine deutliche Entlastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sowohl zeitlich als auch hinsichtlich der Arbeitsbelastung. Zudem soll es eine noch höhere Transparenz hinsichtlich verfügbarer Termine geschaffen werden, da alle prozessbeteiligten Mitarbeiter Zugriff auf den Kalender haben.

Bis dahin sind jedoch noch einige Herausforderungen zu meistern. Zu Beginn gilt es, eine hohe Akzeptanz bei den Patienten und Mitarbeitern zu schaffen. Das Kreiskrankenhaus arbeitet intensiv daran, die Einführung des Patientenportals auf allen Kanälen zu kommunizieren. Schließlich werden damit etablierte, aber nicht mehr zeitgemäße Workflows durch neue ersetzt. Eine weitere Herausforderung lag in der Erstellung, Prüfung und Umarbeitung von Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen. Dies wurde in Abstimmung mit den Beauftragten für Datenschutz und Informationssicherheit umgesetzt.

Noch nicht gänzlich gelöst sind hingegen einige technische Herausforderungen. Zum einen muss das Krankenhaus seine Hardwareausstattung erweitern, zum anderen müssen Schnittstellen zu den meisten Subsystemen geschaffen werden. Dass das Haus neben dem normalen Klinikbetrieb auch Belegabteilungen an das Patientenportal anbinden wird, verkompliziert das Unterfangen zusätzlich. Gemeinsam müssen alle Anbieter Schnittstellen zum Krankenhaus- und Radiologie-Informationssystem sowie zur Praxissoftware schaffen.

Auf der nächsten Seite: Wie das Projekt umgesetzt wurde und welches Learning anderen Kliniken mit auf den Weg gegeben werden kann.

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