Praxisverwaltungssysteme Fehleranfällige Praxissoftware belastet Arztpraxen

Von Stephan Augsten 2 min Lesedauer

Fast die Hälfte der Arzt- und Psychotherapiepraxen in Deutschland klagt über massive Probleme mit ihrer Praxissoftware. Eine Studie des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung zeigt, wie mangelhaft die Usability und Nutzerzufriedenheit bei Praxisverwaltungssystemen ist.

Das Zi hat erstmals die Messskalen „System Usability Scale“ (SUS) und „Net Promoter Score“ (NPS) auf deutsche Praxisverwaltungssysteme angewendet.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Das Zi hat erstmals die Messskalen „System Usability Scale“ (SUS) und „Net Promoter Score“ (NPS) auf deutsche Praxisverwaltungssysteme angewendet.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Praxisverwaltungssysteme (PVS) sind für Ärzte und Psychotherapeuten unverzichtbar, um Behandlungen zu dokumentieren und abzurechnen. Sie sind auch die Grundlage für den digitalen Wandel im Gesundheitswesen. Doch die Usability und Nutzerzufriedenheit mit den PVS lassen in vielen deutschen Praxen zu wünschen übrig.

Das zeigt eine aktuelle Studie des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi). Demnach berichten fast die Hälfte der Befragten, dass der Praxisablauf mehrmals pro Woche oder sogar täglich durch Softwarefehler gestört wird. Besonders betroffen sind Funktionen der Telematikinfrastruktur wie das E-Rezept oder die elektronische Patientenakte. Unter den aktuellen Umständen würden drei von vier Arztpraxen ihre aktuelle Software nicht weiterempfehlen. Viele wären sogar zum Wechsel des PVS bereit, obwohl das mit großem Aufwand verbunden ist.

Grund dafür sind massive Unterschiede in der Qualität der PVS. Das Zi hat dafür erstmals die etablierten Messskalen „System Usability Scale“ (SUS) und „Net Promoter Score“ (NPS) auf die deutschen Praxisverwaltungssysteme angewendet. Demnach schneiden manche PVS deutlich besser ab als andere. Entscheidend ist dabei die Fehleranfälligkeit: Je mehr Probleme auftreten, desto geringer sind Usability und Nutzerzufriedenheit.

„Die Usability von PVS kann nicht nur die Berufszufriedenheit maßgeblich beeinflussen, sondern auch, wie schnell und weitreichend Digitalisierungsanwendungen in den Praxen ankommen“, betont Zi-Vorstand Dr. Dominik von Stillfried. Daher müssten Daten zur PVS-Qualität regelmäßig erfasst und veröffentlicht werden, um Verbesserungen zu fördern. Zugleich plädiert von Stillfried dafür, den Wechsel zu leistungsfähigeren PVS finanziell zu belohnen: „Erfahrungen im Ausland zeigen, dass die Digitalisierung des Gesundheitswesens schneller gelingt, wenn der Einsatz von Software mit nachweislich besserer Funktionalität bzw. einem besseren Service gefördert wird“, so von Stillfried.

Das Zi will die Usability, die Nutzerzufriedenheit und unter Umständen auch die Performance der PVS weiter untersuchen und seine Erkenntnisse dazu in regelmäßigen Abständen (wissenschaftlich) publizieren.

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